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Das Motto des ECR Austria-Infotags 2017 hieß "Von den anderen lernen"

Der ECR-Lern-Effekt

21.11.2017

Als Fixpunkt der Branche gilt seit Jahren der ECR-Infotag, bei dem sich Handel und Industrie gerne treffen und Erfahrungen austauschen, ohne unter den Argusaugen der Kartellwächter zu stehen. Denn ECR dient dazu, die Branche voranzutreiben.

ECR  (Efficient Consumer Response) ist seit der Gründung eine Plattform für Handel und Industrie, die ein Ziel hat: Weiterentwicklung der Branche mit dem Partner und dabei Fehlervermeidung so gut es geht. In den letzten Jahren sind die Themen aufgrund der globalen Entwicklung sehr technisch geworden: Online-Handel, Logistik und Lagertechnik sind nur vereinzelte Schlagworte, die Handel und Industrie tüchtig beschäftigen.

Das Team rund um Front-Frau und ECR Austria-Managerin Teresa Mischek-Moritz hat sich für den diesjährigen ECR-Infotag am 16. November im Eventhotel Pyramide etwas Neues einfallen lassen: Lernen von den anderen. Im Einvernehmen mit den ECR-Co-Chairmen Alfred Schrott (Manner) und dem neuen Chairman und Andreas Nentwich-Nachfolger Thomas Zechner (Markant) kam man zu dem Schluss, dass man aus den Erfahrungen aus anderen Branchen viel an Know-how mitnehmen kann. Innovative Konzepte aus der Automobilbranche, dem Möbelhandel und dem Sporthandel zeigten alle ein gleiches Ziel: Maximierung des Einkaufserlebnisses für Konsumenten mittels neuer Technologien – ob nun stationär oder online.

Täglicher Wettbewerb

Für alle Marktteilnehmer ist das Ziel gleich: Marktanteile gewinnen und/oder Marktführer sein. „in diesen sportlichen Wettkampf müssen wir täglich eintreten und ihn im besten Fall gewinnen: 365 Tage im Jahr“, so Jörg Pizzera, Marketing Director bei McDonald’s. Für den Systemgastronomen ist die Kundenmeinung sehr wichtig, ob es nun den Geschmack, die Frische, das Ambiente oder den Preis betrifft. Die McDonald’s App bietet vor allem der jungen Generation die Möglichkeit mit dem Unternehmen stets in Verbindung zu sein und dabei nicht nur Informationen zu bekommen, sondern auch Gutscheine und Prämien.

„Besitzen ist nicht mehr so wichtig, wie nutzen“, mit diesem Trend kann man den Vortrag von Uwe Clausen, Leiter des Instituts für Transportlogistik der TU Dortmund und Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik zusammenfassen. Denn das ist die Herausforderung der Logistik in Zukunft. Alles schnell und sofort bekommen, ohne selbst zu sehr in den Prozess involviert zu sein – das ist der Anspruch der Konsumenten. Und obendrein muss Logistik und Mobilität noch leise und umweltfreundlich sein.

Verschieden Schwerpunkte

Eine Branche, die nicht nur in der Logistik schon viel weiter ist, als der klassische LEH und DFH, ist die Automobilbranche. Sowohl im Gebrauchtwagen- und –Ersatzteilesektor, wie Start-Up-Pusher Jasser Khodai berichtet, sondern auch bei der Konfigurierung des absoluten Lieblingsautos jedes einzelnen. Sandra Slavinec von der carismaTec sprach von individualisierter Massenproduktion „just in time“, „just in sequence“. In der Sporthandels-Welt des Familienunternehmens Bründl aus Tirol kann man Erlebniswelten kennenlernen, die sich zwar schwer auf den klassischen LEH umlegen lassen, aber einzelne Themen sehr wohl auch den Verkauf von Lebensmitteln betreffen. Zum Beispiel Freundlichkeit der Mitarbeiter und ihre intensive Schulung. Gutes Personal ist ein wichtiger Erfolgsfaktor des Unternehmenserfolgs. Und für Sebastian Knisch von Ikea Österreich ist Geschwindigkeit alles. Nicht nur im Store selbst, sondern vor allem im Online-Shop.

Handeln nicht reden

Stamm-Moderator der ECR-Podiumsdiskussion Armin Wolf (ORF) holte sich heuer Vertreter von Unilever, Harald Melwisch, Spar, Martin Gleiss, Manner, Ulf Schöttl und Metro, Arno Wohlfahrter auf die Bühne. Er wollte von ihnen wissen, ob sie aus dem Erfahrungsschatz anderer Branchen lernen und wurde darin bestätigt. Vor allem in digitalen Bereichen ist man hie und da weiter. „Die Installation eines „Chief Digital Officers“ wird in den großen Unternehmen immer wichtiger, er ist die Schnittstelle zwischen allen Bereichen“, meinte Melwisch, selbst CDO bei Unilever. Auch dass man mit den Daten der Kundenkarten die Konsumenten besser als bisher ansprechen könnte, ist allen klar. Denn Omnichanneling ist das Wort der Zukunft, die Spezialisierung auf ein Gebiet ist wenig zielführend. Und noch etwas weiß man unisono: dass die Digitalisierung in den Köpfen der Händler, Industrie und den Konsumenten mit einem Schlag ankommen muss, nachdem man jahrelang darüber geredet hat. Und nur wer dann gerüstet ist, wird Erfolge verbuchen können. (gj/ar)

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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