Direkt zum Inhalt

Der Handzettel der Zukunft

11.01.2019

Eine deutsche Studie beweist: Werbeprospekte im Lebensmitteleinzelhandel sind nach wie vor die erste Informationsquelle der Kunden. Digitale Angebote sind aktuell dagegen noch nicht so weit verbreitet. Wurden die potenziellen Käufer erstmal erreicht, sind digitale Angebote jedoch effektiver als Werbeprospekte.

Werbeprospekte im Lebensmitteleinzelhandel – sogenannte „Handzettel“ – haben nicht nur eine enorme Reichweite, sie werden auch wahrgenommen. Eine Studie der globalen Strategie- und Marketingberatung Simon-Kucher & Partners* zeigt: 88 Prozent der Deutschen erhalten mindestens einmal im Monat Werbeprospekte. Der Großteil der Empfänger blättert diese auch durch. So gaben 61 Prozent der Befragten an, den Handzettel „immer“ zu lesen, 33 Prozent lesen ihn „gelegentlich“. „Dabei wird der Handzettel im LEH deutlich häufiger gelesen als beispielsweise die Printwerbung von Drogerie- oder Baumärkten“, sagt Dr. Tobias Maria Günter, Partner im Bereich Konsumgüter & Handel bei Simon-Kucher.

Online-Informationsquellen noch nicht so weit verbreitet - aber effektiver

52 Prozent der Befragten geben an, mindestens einmal im Monat digitale Sonderangebots-Sammlungen (z.B. via App, Newsletter, Social Media, Website) zu nutzen. Der Großteil (75%) derjenigen, die sich aktuell selten oder gar nicht online informieren, stehen dem jedoch aufgeschlossen gegenüber. Sie könnten sich durchaus vorstellen, sich zukünftig Sonderangebote auf dem Computer, Tablet oder Smartphone anzusehen. Wurden die potenziellen Käufer erst einmal erreicht, sind digitale Angebote effektiver als Werbeprospekte: Wer sich digital über Sonderangebote informiert, besucht häufiger die Filiale als Personen, die klassische Print-Werbeprospekte von Lebensmitteleinzelhändlern lesen (64% vs. 56%).

Onlinenutzer sind weniger preissensibel

So ist der Anteil der Premium-Käufer („Ich lege hohen Wert auf Qualität und bin bereit, dafür mehr Geld auszugeben“) unter den Online-Nutzern mehr als doppelt so hoch als bei den Handzettel-Nutzern. „Online-Nutzer suchen zudem nach mehr Abwechslung“, so Günter. „Neben der klassischen ‚Schnäppchenjagd‘ nutzen die Online-Nutzer die Werbemittel deutlich häufiger als Handzettel-Nutzer auch dafür, um sich Inspiration und neue Ideen für den nächsten Einkauf zu holen.“

Der digitale Handzettel

Die Studienergebnisse zeigen zudem: Potenzielle Käufer wünschen sich zukünftig produktbezogene Zusatzinformationen. Ein „digitaler Handzettel der Zukunft“ sollte laut der Befragten weiterführende Informationen zum Produkt (73%) sowie individualisierte Angebote gemäß Interessen und Bedürfnissen (58%) und Produktbewertungen (65%) bereitstellen. Wenig Wert legen die Befragten im digitalen Handzettel dagegen auf die Möglichkeit zur Interaktion mit dem Händler z.B. über einer Chatfunktion. „Die Händler sollten beim Einsatz technischer Möglichkeiten vorsichtig sein, die für die Kunden nicht kaufrelevant sind oder keinen echten Mehrwert liefern. Diese können den Kunden verschrecken. Händler sollten sich auf die technischen Möglichkeiten konzentrieren, die dem Kunden einen echten Nutzen bringen“, so Günter.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Industrie
21.07.2020

Der LEH-Experte betreut als Key Account Manager künftig REWE, Wein & Co, Bio-Märkte und weite Teile der Markant-Gruppe.

Der Abschluss des Mercosur-Handelsabkommens würde den Druck auf die Regenwälder und indigene Völker weiter erhöhen und Europa teils fragwürdige Lebensmittel bescheren.
Thema
24.06.2020

Eine von der Dreikönigsaktion mitherausgegebene Studie zeigt gravierende menschenrechtliche und ökologische Risiken des Handelsabkommens zwischen Europa und Lateinamerika.

Generaldirektor-Stellvertreter Walter Oblin: "Auch in unserer digitalen Zeit lässt das Flugblatt in seiner Werbewirkung alle anderen Medien hinter sich."
Thema
16.06.2020

Der Dialog Marketing Report 2020 der Österreichischen Post AG untersuchte bereits im 7. Jahr in Folge Werbekanäle auf deren Wirkung bei den Zielgruppen. Zu Tage trat, dass klassische Kanäle wie ...

Handel
29.05.2020

Nachhaltiges, verantwortungsbewusstes und innovatives Wirtschaften macht sich bezahlt, wie aktuelle Ergebnisse des BrandAsset Valuators (BAV) - durchgeführt von der Marketing-Agentur VMLY&R - ...

Online-Erstkäufe fanden während der Geschäftsschließungen vermehrt statt, bisherige Onlinekäufer intensivierten ihre Einkäufe.
Thema
19.05.2020

Die vergangenen Wochen haben das Leben vieler auf den Kopf gestellt. Wie sehr sich dabei das Bezahlverhalten der Menschen verändert hat, zeigt eine neue Studie von Mastercard.

Werbung