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Der Süden „schwächelt“

20.07.2005

Die regionalen Unterschiede in der Struktur des heimischen LEH sind groß. Der Süden hinkte besonders in den vergangenen drei Jahren entwicklungsmäßig nach.

Nach ACNielsen zählen zum „Gebiet 2 Süd“ die Länder Steiermark, Kärnten (inkl. Osttirol) und Südburgenland. Mit rund 1,9 Mio Einwohnern (das entspricht 23,4% der Gesamtbevölkerung) ist das ACNielsen Gebiet Süd das bevölkerungsreichste unter den ACNielsen-Regionen. Was den Umsatzanteil am LEH betrifft wurde das Gebiet allerdings 2004 vom wesentlich dynamischeren Gebiet Nord (NÖ, Nordburgenland) überholt.
Der Anteil am LEH Umsatz beträgt 22,1% und liegt damit etwas unter dem Bevölkerungsanteil. Kärnten (inkl. Osttirol) kann aufgrund des Tourismus einen überdurchschnittlichen LEH-Umsatzanteil für sich verbuchen (Anteil Bevölkerung: 7,5%, Anteil LEH-Umsatz: 7,8%), weist aber 2004 die schwächste Umsatz-Entwicklung aller Bundesländer auf (-1,2 %) auf.
In der Steiermark sorgen 14,7% der Bevölkerung für 13,1% der LEH-Umsätze. Mit eine Ursache des unterdurchschnittlichen Anteils ist wohl auch die zum Teil vorhandene Strukturschwäche einzelner Regionen. Im Übrigen ziehen die im Süden besonders stark vertretenen Hard-Diskonter Hofer & Lidl Umsätze aus dem klassischen LEH ab. In Summe landet die Steiermark in der Bundesländer-Wertung des Pro-Kopf-Einkommens am 6., Kärnten am 7. und das Burgenland am 9. Platz (OGM, Februar 2004).

Schleppende Entwicklung
Die unterdurchschnittliche LEH-Entwicklung des Gebietes Süd zieht sich seit dem Jahr 2000 dahin. Betrachtet man die Struktur (Umsatzanteil der Geschäftstypen), sticht vor allem die österreichweit geringste Umsatz-Bedeutung von Geschäften über 1000 m2 Verkaufsfläche (Süden: 25,4%; Österreich: 29,5 %) ins Auge. Obwohl die meisten Verbrauchermärkte (78 von 341 das sind 22,8%) in diesem Gebiet zu finden sind, trägt der Süden nur ca. 19% zum österreichischen VM-Umsatz bei, was zu einem Gutteil auf einer geringeren durchschnittlichen Flächenproduktivität basiert.

In Südösterreich betreiben Spar AG (398), Rewe Austria (326), Adeg (325) und ZEV Markant (312: Pfeiffer, KIG & Unimarkt; Hornig – seit kurzem auch unter Pfeiffer-Flagge Anm. d. Red.) das Gros der LEH-Standorte. Zielpunkt führt 75 Outlets. Es ist damit auch eine überdurchschnittliche Anzahl selbständiger Kaufleute festzustellen. In den 111 Standorten des übrigen LEH sind der nicht filialisierte LEH sowie die 5 Outlets des Tirol-Spezialisten MPreis in Osttirol und dessen Kärntner Filiale in Dellach enthalten.
Hofer betreibt mit 88 Outlets deutlich überdurchschnittliche 26% seiner Filialen im Süden Lidl mit 40 Outlets gar 35% (Stand Juni 2005).

Marktspiegel
Die in Summe sehr ländlich geprägte Struktur Südösterreichs spiegelt sich in den Warengruppen-Marktanteilen wider. Es wird mehr selbst gebacken, selbst gekocht, Bier steht ebenfalls ganz oben in der Prioritäten-Liste (im Gegensatz zum Weinland Wien). Dementsprechend gering sind die Süd-Anteile bei Fertiggerichten oder stadtlastigen Produkten wie etwa Energy Drinks.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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