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Deutscher Markenverband: Geiz ist nicht mehr geil

29.06.2005

"Geiz ist nicht mehr geil", sagte der Vorsitzende des Markenverbandes, Johann C. Lindenberg, am Dienstag in Hamburg. Als Beleg führte der ehemalige Chef von Unilever-Deutschland Beobachtungen aus dem Einzelhandel an.

Danach habe die Billigkette Aldi, die fast völlig auf Markenartikel verzichtet, im ersten Quartal ein Minus von 2,4 Prozent verbucht. Dagegen sei Erzkonkurrent Lidl kräftig gewachsen. Lidl habe im vergangenen Jahr 54 Marken zusätzlich in das Sortiment aufgenommen. Insgesamt seien im letzten Jahr die Umsätze der No-Name-Produkte nicht mehr gestiegen.
Lindenberg verwies außerdem auf eine Konsumentenumfrage vom Oktober 2004, in der 83 Prozent der Personen sagten, sie würden beim Kauf wieder mehr auf die Qualität des Produktes achten. Nur noch 17 Prozent nannten den Preis als wichtigsten Punkt. Im Frühjahr 2004 hatten noch 49 Prozent den Preis an erster Stelle genannt. "Die Studien zeigen darüber hinaus, dass der Einkauf beim Discounter als graue Routine erfahren wird und ein Gefühl der Verarmung erzeugt", sagte der Manager. Im Markenverband sind 387 namhafte Markenartikler zusammengeschlossen, etwa Unilever (Rama), Procter und Gamble (Ariel) oder Dr. Oetker.

Nach Ansicht des Markenverbandes verteilen diejenigen "die es sich leisten können", jetzt ihre Einkäufe wieder breiter, gehen also sowohl zu Billigläden, wie auch in teurere Supermärkte. "Die Menschen haben weitaus mehr Bedürfnisse als nur billige Einkäufe", sagte Lindenberg.
Wenn die Markenprodukte "eine überlegene, einzigartige Qualität" aufweisen, kaufen die Kunden laut Verband auch zu höheren Preisen. Er erinnerte daran, dass "langfristige Verlässlichkeit" und das "Gefühl eines hohen Verwenderprestiges" mit dem Kauf eines Markenartikels verbunden würden.
Lindenberg machte klar, dass die Industrie die Marken als "Bausteine unserer Wissensgesellschaft" sieht, weil immer wieder Erfindungen und Verbesserungen in die Produkte einfließen oder ganz neue Artikel hergestellt werden. "Kreativität mit dem Ziel der Innovation zeichnet die Marke aus. No Names sind Nachahmer. Das Original schlägt immer die Kopie", sagte der Verbandspräsident.

Er forderte von EU und Bundesregierung, keine zusätzlichen Werbehemmnisse aufzubauen, etwa bei Zigaretten. Er sprach sich auch gegen so genannte Nährwertprofile auf Produktverpackungen aus. Von einer neuen Bundesregierung erwarten die Markenartikler einen Konjunkturaufschwung.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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