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Die geballte Welt der Handelsmarken

09.06.2004

Messe. Die Private Label Manufacturers Association (PLMA) ist die weltweit größte internationale Messe für Handelsmarken. LK-Handelszeitung hat sie am 25. und 26. Mai in Amsterdam besucht.

Auf der Fachmesse waren Hersteller aus mehr als 60 Ländern mit mehr als 2.500 Ständen vertreten.
Auch 28 österreichische Unternehmen haben ausgestellt: entweder am Gemeinschaftsstand der Wirtschaftskammer, oder als Einzelaussteller. Franz Ernstbrunner, der für die Organisation des 362 m2 großen österreichischen Gemeinschaftsstandes verantwortlich war, sagt im Gespräch mit LK-Handelszeitung: „Das Interesse der Firmen, hier auszustellen, ist gegenüber 2003 größer geworden. Die Stärke Österreichs liegt eindeutig bei Qualitätsprodukten im Nischenbereich.“ Ernstbrunner hat auch zahlreiche Vertreter heimischer Unternehmen auf der Messe getroffen, die auf künftigen PLMAs ausstellen möchten.

Ein klassischer Handelsmarkenproduzent ist Spitz. Bernhard Kreutzer, Division Manager der Bakery Division bei Spitz: „Wir verkaufen Produktkompetenz mit starkem Österreich-Bezug.“ Ins Scheinwerferlicht der diesjährigen Messe stellte Spitz Backwaren, die laut Kreutzer die besten Exportchancen haben. 85 % der Spitz-Produktion gehen in die Herstellung von Handelsmarken. Die 35-prozentige Exportquote sei stark steigend. „Wir sind zum 7. Mal auf der PLMA und schließen üblicher Weise mit 1 bis 2 Ländern bzw. 1 bis 2 Handelsorganisationen neue Verträge“, sagt Marcus Immig, bei Spitz für Getränke verantwortlich.
Zum letzten Mal haben wir den Markenartikler Kelly in Amsterdam als Aussteller gesehen. Manfred Kopp, der das Exportmanagement des Snack-Spezialisten leitet: „Kelly zieht sich aus dem Handelsmarken-Geschäft zurück und wird sich ganz auf die Marke konzentrieren. Derzeit beträgt unser Handelsmarkenanteil 15 % vom Gesamtumsatz.“ Allerdings sei nicht ausgeschlossen, dass Kelly später Fremdaufträge übernimmt, um die Kapazität des Betriebes effizient zu nutzen. Übrigens: Nach 37 Jahren bei Kellys wird sich Kopp mit Jahresende in den Ruhestand verabschieden.
Seit 1. Februar 2004 heißt die ehemalige „Silberquelle“ offiziell „Privatquelle Gruber“. Marketing- und Verkaufsmanager Christian Huber stellt die Mineralwassermarken SilberQuelle“ und „Montes“ sowie die Leistungen der Gruber Schank Systeme auf der Messe vor, die ebenfalls zum Tiroler Unternehmen gehört. „Wir suchen hier nach langfristigen Handelsmarken-Kooperationen, die uns ins Produktionskonzept passen. Dabei bedienen wir auch Nischen wie Bier in PET, die Abfüllung von Fruchtsäften, Limonaden und Tafelwässern.“
Mag. Alfred Berger, Verkaufs- und Marketingchef bei Nöm, konnte auf der Messe keine 2 Minuten verschnaufen, so groß sei das Interesse an Milchprodukten aus Niederösterreich auf der PLMA. „Wir haben Anfragen aus Lettland, Weißrussland, Malta, Kroatien, von Carrefour; auch der Edeka-Verkaufschef war schon da.“, so Berger. Das Exportziel: von derzeit 40 auf über 50 % zu wachsen.
Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens MORI für die PLMA in 7 Ländern haben die Handelsmarken eine bisher nie da gewesene Akzeptanz bei den Käufern errungen.
Der Umsatz der Handelsmarken erreichte in Gesamteuropa Rekordzahlen, wobei spanische und deutsche Einzelhändler im Spitzenfeld liegen. Zum ersten Mal ist in fünf Ländern – Belgien, Frankreich, Deutschland, Spanien und Großbritannien – mindestens eines von vier verkauften Produkten eine Handelsmarke.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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