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KMU-Forscher Gittenberger, Handelsspartenobmann Buchmüller und Spartengeschäftsführerin Thalbauer zogen eine positive Bilanz für das Handelsjahr 2018.

Die Handelszahlen für 2018 sind da

30.01.2019

Mit 30. Jänner 2019 gab die Wirtschaftskammer die Handelszahlen für das Vorjahr bekannt: Es geht bergauf, aber nicht für jede Sparte.

Die 4.500 Geschäfte des stationären Einzelhandels konnten 2018 ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 1,0 Prozent oder rund 700 Millionen Euro verzeichnen, der heimische Onlinehandel steigerte seine Umsätze um 4 Prozent. Der Boom aus dem Jahr 2017, als sich Ladengeschäfte über 2  und Onliner sogar über 6 Prozent Zuwächse freuen konnten, hat sich spürbar abgeschwächt.

LEH ganz vorne

Traditionell landet jeder dritte im Handel verdiente Euro in den Taschen des Lebensmitteleinzelhandels – bei einem Gesamtumsatz des stationären Einzelhandels von 71,7 Mrd. Euro also rund 24 Milliarden.

Die Branchensieger 2018 sind Bau- und Heimwerkerbedarf mit 5,1 Prozent Umsatzplus, gefolgt vom Sportartikelhandel mit 2,3 Prozent. Der LEH landet zum vierten Mal in Folge auf Platz drei, diesmal mit einer Steigerung um 1,6 Prozent. Das Absatzvolumen hat sich – im Gegensatz zur Mehrheit der anderen Branchen – nicht verändert.

Die Verlierer 2018

Gegen den Trend verlief das Vorjahr für den Schuh- und Lederwarenhandel (- 2,1 %), Elektro-, PC- und Fotohandel (- 1,6 %), Bekleidung (- 1,1 %) und Spielwaren (- 1,0 %). Die Elektrobranche nimmt insofern eine Sonderstellung ein, als zwar um 0,4 Prozent mehr verkauft wurde, allerdings zu Preisen, die 2 Prozent unter jenen des Vorjahres lagen.

Der Handel als Inflationsdämpfer

Einen Wert hoben sowohl Handelsspartenobmann KR Peter Buchmüller als auch Dr. Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria hervor: Mit 1,5 Prozent (LEH: 1,6 %) liegt der durchschnittliche Preisanstieg bei Handelswaren deutlich unter der Inflation von rund 2 Prozent, der Handel wirkt also dämpfend auf die Geldentwertung – auch wenn Sparten wie Tabak, Blumen, Spielwaren und Sportartikel über dieser Quote liegen. Die wahren Preistreiber sind bei den Wohnkosten zu finden.

Positiver Beschäftigungseffekt

2018 sank die Zahl der geringfügig Beschäftigten um 1,3 Prozent oder 600 Menschen, gleichzeitig legte die Zahl der Angestellten um 1 Prozent auf 335.300 zu, von denen rund die Hälfte Teilzeit, die andere Hälfte Vollzeit arbeitet.

Ein erfreuliches Plus gibt es bei den Lehrlingen. Nach Mangeljahren steigen die Zahlen wieder – zwar ist man von den historischen 20.000 Lehrlingen im Handel mit rund 15.000 noch ein Stück weit entfernt, den erfreulichen Zuwachs von 4,6 Prozent führt Mag. Iris Thalbauer, Geschäftsführerin der Bundessparte Handel, aber auf die Werbe- und Informationsoffensive der WKO sowie die deutliche Erhöhung der Lehrlingsentschädigungen zurück. Der Weg stimmt.

Autor/in:
Matthias Hauptmann
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