Direkt zum Inhalt

Die Kollektivvertrags-Verhandlungen starten

24.10.2012

Heute  beginnt das Ringen um neue Kollektivvertrags-Abschlüsse für über eine halbe Million Beschäftigte (Angestellte und Lehrlinge) im österreichischen Handel. Die Gewerkschaft GPA-djp steigt mit der Forderung nach einer kräftigen Gehaltserhöhung und dem Erleben der sechsten Urlaubswoche in den Ring. Außerdem fordern die Arbeitnehmervertreter die Übernahme der Internatsberufsschulkosten für Lehrlinge sowie Zulagen für Angestellte in Lager und Logistik. Die Arbeitgeber wollen einen flexibleren Kollektivvertrag - vor allem puncto Samstagsarbeit und der Ausbezahlung von Resturlauben.

Bundesgremial-Geschäftsführer Mag. René Tritscher (li.) und KR Peter Buchmüller starten für den Handel in die Verhandlungen

Die Sicherung der Kaufkraft wurde von GPA-Chef Wolfgang Katzian als Schwerpunktthema der diesjährigen KV-Verhandlungen definiert. Vergangenen Freitag einigte sich die Gewerkschaft mit dem größten Metaller-Fachverband FMMI auf einen Lohnanstieg um bis zu 3,4 Prozent für die 120.000 Beschäftigen der Maschinen- und Metallwarenindustrie. Traditionell liegt der Abschluss im Handel darunter.

Derzeit beträgt das Mindestgehalt im Handel 1.350 Euro brutto für Vollzeitkräfte. Für GPA-Vizechef Karl Proyer muss es diesmal Richtung 1.400 Euro gehen. "Damit den Menschen netto real etwas bleibt, muss die Erhöhung zumindest um 1 Prozentpunkt über der Inflationsrate liegen", hatte Proyer vor kurzem gesagt. Die als Basis für die Gehaltserhöhung herangezogene Inflationsrate wird bekanntgegeben.

Ein weiteres Anliegen der Gewerkschaft ist die sechste Urlaubswoche, die Beschäftigte derzeit nur dann bekommen, wenn sie 25 Jahre durchgehend im selben Unternehmen arbeiten. Aus Vordienstzeiten sowie Schul- und Studienzeiten werden bisher maximal 12 Jahre angerechnet. Laut Gewerkschaft bleiben Handelsmitarbeiter im Schnitt zwei bis fünf Jahre bei einem Arbeitgeber und erleben die sechste Urlaubswoche so nicht. In den Genuss einer sechsten Woche Urlaub im Jahr kommen nach Gewerkschaftsangaben nur 5 Prozent der Handelsangestellten.

 

Entgegenkommen wollen die Arbeitnehmervertreter dem Handel bei der Samstagsarbeit - in welcher Form, sollen eigens dafür eingerichtete Arbeitsgruppen entscheiden. Bei den KV-Runden wird dieses Thema nicht behandelt. Derzeit dürfen Handelsbeschäftigte nur jeden zweiten Samstag arbeiten. Aus Sicht des Handels ist das nicht mehr zeitgemäß.

Einigen sich Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite in der morgigen ersten Runde nicht, was als ziemlich sicher gilt, bleiben noch Verhandlungstermine am 31. Oktober, 13. November, 20. November und 27. November. 

APA

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Thema
13.03.2020

Das Virus hat Österreich nicht nur real, sondern auch medial und in den Köpfen der Menschen erreicht. Was ändert sich, wo bekomme ich verlässliche Infos und welche Maßnahmen könnten bald kommen? ...

Thema
31.01.2020

Der österreichische Handel ist 2019 stationär sowie im E-Commerce gewachsen, auch die Zahl der Beschäftigten steigt weiter.

Madlberger
14.01.2020

Das beginnende zweite Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts steht im Zeichen der Klimakrise und ihrer Bekämpfung durch CO2-Neutralität. Große Anstrengungen sind erforderlich, um die globale ...

Insgeamt 14 Produkte umfasst die "Starbucks"-Palette: Tabs für Nespresso und Dolce Gusto sowie ganze Bohnen.
Markenartikel
11.11.2019

Nestlé bringt insgesamt 14 neue Produkte der Marke Starbucks in den österreichischen Lebensmitteleinzelhandel. In dem Sortiment, das aus kompatiblen Kapseln für Nespresso, für Nescafé Dolce Gusto ...

Sebastian Hotwagner (Burgenland), Hartwig Rinnerthaler (Obmann Sparte Handel WK Salzburg), #JSCI201-Siegerin Lisa Götschhofer aus OÖ, Jörg Schielin (Leiter Bildungspolitischer Ausschuss der WKÖ-Bundessparte Handel), Cyrill Eugster (Schweiz), Handelsobmann Peter Buchmüller, WKÖ
Handel
11.11.2019

Beim Handels-Lehrlingswettbewerb Junior Sales Champion International 2019 traten junge Verkaufstalente aus Italien, Deutschland, der Schweiz und Österreich gegeneinander an.

Werbung