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Derzeit gehen Analysten davon aus, dass Ende Q2 die Talsohle durchschritten und ein Aufwärtstrend erkennbar sein sollte.

Die Rezession kommt

26.03.2020

Noch vor drei Monaten waren Experten von einem für 2020 zu erwartenden Wirtschaftswachstum von 1,2-1,3% ausgegangen. Nun dürfen wir stattdessen froh sein, wenn das Minus nicht schlimmer als 2,5 Prozent ausfällt.

Das Institut für höhere Studien IHS hatte 1,3 Prozent Wirtschaftswachstum erwartet und befürchtet nun eine um zwei Prozent schrumpfende Wirtschaft. Das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO war zuvor mit 1,2 Prozent konservativer gewesen, schätzt die zu erwartende Schrumpfung aber auf 2,5 Prozent. Und das ist laut WIFO-Chef Christoph Badelt "noch der günstigste Fall, mit dem wir rechnen können".

Diese Einschätzung deckt sich mit international aufs Tapet gebrachten Zahlen, die sich zwischen - 1,8 (optimistische Amerikaner) und - 3 Prozent (vorsichtigere Europäer) am Höhepunkt der Corona-bedingten Rezession bewegen.

Verlorenes Quartal oder verlorenes Jahr?

Wie es nach diesem Aufschlag weiter geht hängt von den eintretenden Szenarien ab:

  • Optimisten waren von einem kurzen Knick, quasi einer Verschnaufpause der Weltwirtschaft, ausgegangen. Dieser hätte das Jahr 2020 im Plus gehalten, weil sowohl der Abschwung weniger weit, als auch weniger lange eingeschätzt wurde - die Erholung hätte bereits Ende des ersten Quartals stattgefunden. Dieses Szenario findet ganz offensichtlich nicht statt, angesichts von 2,6 Mrd. Menschen weltweit, die unter Ausgangsbeschränkungen oder Ausgangssperren leben.
  • Ein realistischeres, aber immer noch rezessionsfreies Szenario bewertete das Minus am Krisenhöhepunkt zwar korrekt, ging aber von einer raschen Erholung der Wirtschaft aus, die sich schon im zweiten Quartal steil nach oben und ab ca. Mai 2020 wieder ins Plus bewegen sollte. Ein Wunschgedanke, wie es derzeit scheint.
  • Modellrechnungen von Deutsche Bank, UBS und anderen gehen nun davon aus, dass zwar die Verluste des Wirtschaftswachstums die 3-Prozent-Marke nicht überschreiten sollten, sie verorten die Erholung jedoch nicht vor dem Sommerbeginn dieses Jahres. Gegen Ende August sollte der Trend wieder ins Plus drehen und für den Rest des Jahres in einem Gegenausschlag des Pendels resultieren: Nach einem kurzzeitigen Hochschnellen auf +6% würde sich das Wirtschaftswachstum auf rund vier Prozent einpendeln. 

Durststrecke mit Hoffnungsschimmer

Das solcherart prognostizierte harte halbe Jahr geht davon aus, dass es spätestens mit Herbstbeginn eine Rückkehr zu einer Art Normalität geben würde. Und viele Experten sehen einen Hoffnungsschimmer: Nach dem Abflauen der aktuellen Krise würden Konsumenten zumindest einen Teil des Konsums nachholen und die Unternehmen würden zurückgehaltene Investitionen wieder freigeben. Zumindest, wenn bis dahin die Mehrzahl der Jobs erhalten bleibt und den Menschen freies Einkommen zum Ausgeben geblieben ist.

Die gleichen Experten schränken allerdings ein: Viele Konsumenten kauften schon ohne Corona lieber online statt in einem physischen Geschäftslokal ein – diese Tendenz ist in der aktuellen Situation mit ihren geschlossenen terrestrischen Geschäften stark steigend. Dass dafür im Gegenzug der grenzüberschreitende Einkaufstourismus vollständig zum Stillstand gekommen ist, mag ein kleiner Trost sein ...

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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