Direkt zum Inhalt

Die Zukunft des Einkaufs

22.10.2018

Wo kauft der Kunde der Zukunft seine Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs ein? Die aktuelle Studie der der globalen Strategie- und Marketingberatung Simon-Kucher & Partners versucht diese Frage zu beantworten.

Die „Omni-Channel Studie 2018 – neueste Erkenntnisse zum Einkaufsverhalten im Lebensmitteleinzelhandel“ von Simon-Kucher & Partners zeigt vor allem eines: Der Online-Handel mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs nimmt immer weiter zu. Allerdings unterscheidet sich das Einkaufsverhalten im Netz und im Supermarkt vor Ort dabei deutlich. Bei der im Sommer dieses Jahres durchgeführten Online-Befragung gaben knapp ein Drittel der Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (29 Prozent) an, aktuell eine Neigung zum Online-Einkauf von Lebensmitteln zu haben. 2017 stimmten lediglich 19 Prozent dieser Aussage zu.

Differenzen zwischen online und lokal

Das Einkaufsverhalten unterscheidet sich aber bei Produkten und Packungsgrößen. Im Online-Shop greifen Kunden eher zu unverderblichen Lebensmitteln, frische Produkte werden überwiegend im lokalen Einzelhandel geshoppt. Lediglich 13 Prozent der Studienteilnehmer an, Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch online zu erwerben. Bei Fertigprodukten und Konserven sind es bereits 28, bei alkoholischen Getränken, Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln 34 sowie bei Kosmetikprodukten und Tierfutter sogar über 55 Prozent.

Je nach Präferenz

Auch wenn die Standardverpackungsgröße sich produktübergreifend bei Konsumenten im Allgemeinen beliebter ist, zeigen die Umfrage-Ergebnisse doch, dass online-affine Einkäufer eher zu Groß- und Mehrfachverpackungen tendieren als solche, die den Online-Handel ablehnen. Zusammenfassend gibt es verschiedene Einkäufer-Typen, die sich hinsichtlich ihrer Bedürfnisse und Kanalpräferenzen deutlich voneinander unterscheiden. Dennoch decken Konsumenten im stationären Handel überwiegend ihren täglichen Bedarf ab, online kaufen sie eher für einen bestimmten Anlass oder wenn sie durch Angebote dazu inspiriert werden.

kanalübergreifend denken

Eine weitere Erkenntnis der Befragung ist, dass Aktionsangebote wie Handzettel im stationären Handel besser funktionieren, Kunden informieren sich hier häufiger über Angebote als etwa über Newsletter. Eingelöst werden diese Sonderangebote jedoch immer öfter auch digital, daher ist ein kanalübergreifendes Konzept gefragt. Laut den Studienautoren sollten FMCG-Hersteller deswegen verschiedene Zielgruppen mit spezifisch auf ihre Bedürfnisse angepasste Angebote in unterschiedlichen Verkaufskanälen ködern. Dafür notwendig, ist eine differenzierte Omni-Channel-Strategie, eine kundenorientierte Verpackungs- und Preisgestaltung sowie ein optimiertes Revenue Management.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Interviews
15.03.2019

Andreas Unruhe war 20 Jahre im Management von Dr. Oetker und berät heute Handelsunternehmen und Konsumgüterhersteller aller Größen. Wir nutzten einen Wien-Termin zu einem Gespräch mit ihm.

Madlberger
05.03.2019

Wie kann sich Österreichs Konsumgüter-Groß- und Einzelhandel im Verdrängungswettbewerb mit Digitalmonster Amazon und einer Armada global agierender Onlinehändler behaupten?  Durch den Aufbau eines ...

Thema
19.02.2019

Der filialisierte Einzelhandel reagiert auf Amazon & Co: Nachdem der Onlineanteil in einzelnen Branchen schon ein Drittel des Marktvolumens erreicht hat, ist die Expansion im stationären ...

Thema
28.01.2019

Ist der teure Konditorkrapfen automatisch besser als sein günstiges Pendant aus dem LEH oder gar vom Diskonter?

Industrie
14.11.2018

Agrana erzielt ein 100 prozentige Kartoffel-Rohstoffverwertung mit der neuen Kartoffelfaser-Produktion in Stärkefabrik Gmünd. Das neue Produkt für Lebensmittel zeichnet sich durch ...

Werbung