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Konsumenten werden immer mehr zu Produzenten, zumindest für den Eigenbedarf.

Die Zukunft von Bio

14.10.2014

Das GDI Gottlieb Duttweiler Institute untersucht, wie Nahrungsmittel aus biologischer Landwirtschaft auch auf dem Markt von morgen Erfolg haben können.

Im Auftrag der Rewe International AG und «Ja! Natürlich», der grössten Bio-Marke Österreichs, hat das Schweizer Institute untersucht, was in Zukunft guten Konsum aus- und Bio erfolgreich macht. Welche Kundenbedürfnisse verändern den Bio-Markt? Welche neuen Produkte, Marken und Services können in Zukunft entstehen? Was sind die wichtigsten Herausforderungen für Produzenten und Händler?

Ein entscheidender Faktor für den nachhaltigen Erfolg des Segments wird dabei sein, ob es Bio gelingt, von einem über den Kopf gesteuerten Thema zum Bauchthema zu werden – indem es das weitgehend unbesetzte Sehnsuchtsfeld des guten Essens besetzt. Derzeit klaffen Wunsch und Wirklichkeit hier weit auseinander. Die richtige Kombination aus Vernunft und Emotion, aus Einsicht und Sehnsucht, aus «richtigem» und «gutem» Essen wäre eine Art «heiliger Gral» der Lebensmittelbranche.

Im Folgenden haben wurden einige der wichtigsten Orientierungspunkte auf dem Weg zur Zukunft des guten Konsums zusammengefasst:

 

ESSBEWUSSTSEIN FÜR DAS GUTE LEBEN:
Die Konsumenten wissen zwar genau, was ihnen beim Essen persönlich wichtig ist (ursprungsnah, gemütlich-vertraut, nachhaltig, gesund), aber die Idealvorstellungen stehen in krassem Widerspruch zum Essverhalten in der Realität. Im Alltag haben wir nicht täglich Zeit, auf dem Bauernmarkt einzukaufen, Mahlzeiten frisch zuzubereiten und entspannt in Gesellschaft zu geniessen. Diese Zielkonflikte sind für die Konsumenten bis heute unauflösbar – in den letzten Jahren beobachten wir eine wachsende Unzufriedenheit, weil der Markt nicht das bieten kann, was sie sich wünschen. Und die Konsumenten glauben auch nicht mehr daran, dass dieser Markt es in Zukunft richten wird.

 

KONSUMENTEN WERDEN ZU PRODUZENTEN:
Mit jeder weiteren Verarbeitungsstation, die in der Vergangenheit durch die Industrialisierung zwischen «Hof und Tisch» aufgebaut wurde, haben wir uns mehr vom Essen und der ursprünglichen Art des Essens entfernt. Das hat zwar zu einer immer grösseren Auswahl an Produkten geführt, die zu immer besseren Preisen angeboten wurden, aber auch zu einem Kontrollverlust: Konsumenten blicken bei den komplexer werdenden Wertschöpfungsketten nicht mehr durch. Eine radikale Antwort auf dieses Unbehagen ist konsequentes Selbermachen.

 

CONVENIENCE WIRD ENDLICH GUT:
Nirgendwo klaffen Wunsch und Realität derzeit so stark auseinander wie beim Convenience-Essen. Obwohl wir dem Ideal vom Selberkochen nachhängen, sieht unser Alltag anders aus: Die Convenience-Nachfrage nach mobilem und flexiblem Essen steigt stetig, was nicht heisst, dass das derzeitige Angebot alle Konsumentenwünsche zu befriedigen vermag. Da sich unser Alltag, der von Mobilität, Flexibilität und Tempo geprägt ist, in absehbarer Zeit nicht ändern wird, wird sich Convenience-Essen zu Komfort-Essen weiterentwickeln.

 

DER NEUE BAUER WIRD DER NEUE STAR:
Das Durchschnittsalter der Bauern steigt stetig. In der EU sind ungefähr dreissig Prozent aller Bauern über 65 Jahre alt. Damit die Landwirtschaft auch in Zukunft bestehen und den Herausforderungen gerecht werden kann, braucht es einen Generationenwechsel. Erste Anzeichen dafür sind bereits sichtbar.

 

DER HANDEL WIRD KREATIVER KURATOR:
Durch die zunehmende Transparenz und das Unbehagen aufseiten der Kunden kann es sich der Handel in Zukunft nicht mehr erlauben, «mehr vom selben» zu verkaufen. Die Follower-Strategie, einfach auch Bio in die Regale zu stellen und damit seinem Laden einen grünen Anstrich zu verleihen, genügt nicht mehr. Will der filialisierte Handel verhindern, dass immer mehr Verbraucher den direkten Weg zum Erzeuger wählen, muss auch aufseiten des Handels ein neues Selbstverständnis entwickelt werden.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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