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Diskonter als Bäcker

16.05.2014

Die Bedeutung der Bäckereien am Brotmarkt nimmt seit Jahren ab. Jetzt bekommen sie zusätzliche Konkurrenz.

Als letzte Supermarktkette in Österreich bäckt jetzt auch Hofer selbst Brot in den Filialen auf.

Wie das Marktforschungsinstitut GfK erhoben hat, sinkt die Kauffrequenz der Österreicher stetig. Dies trifft auch auf die durchschnittliche Einkaufshäufigkeit für Brot & Gebäck zu: Ging ein Haushaltsführer 2008 im Schnitt noch 88 Mal pro Jahr einkaufen, so sind es heute nur noch 76 Mal. Die sinkende Einkaufshäufigkeit wirkt sich vor allem bei den Bäckereien aus, deren Umsatzanteil in den letzten Jahren kontinuierlich sank: Während im Jahr 2008 der Marktanteil der Bäcker noch bei 29% lag, haben diese 2013 nur noch einen Umsatzanteil von knapp einem Viertel. Bei Brot & Gebäck sank die Käuferreichweite – das ist jene Zahl, die angibt, wie viel Prozent der österreichischen Haushalte zumindest einmal pro Jahr bei Bäckereien eingekauft haben – zwischen 2008 und 2013 von 70 auf 55%. Im gleichen Zeitraum stieg die Umsatzbedeutung der Diskonter von 15 auf 19%.

Hofer und Lidl stärker als Bäcker

Mit dem Einstieg von Hofer in das Geschäft mit Brot & Gebäck aus eigenen Backstationen wird sich dieser Anteil weiter erhöhen. Absehbar ist, dass der Marktanteil der Diskonter jenen der Bäcker übersteigen wird. Billiger als bei den Diskontern gibt es nämlich eine backofenfrische Semmel nirgendwo. 15 Cent sei „der Preis im Markt", sagte Hofer-Generaldirektor Friedhelm Dold bei der Eröffnung der ersten Backbox. Auch Lidl verlangt 15 Cent für eine Semmel, in Supermärkten wie Billa zahlt man dafür rund 35 Cent.

Den Preisdruck bekommen auch die Brotlieferanten von Hofer zu spüren. Da die Bäcker das Brot nur mehr vorbacken, bekommen sie tendenziell weniger für eine Semmel. Von der Marge her verändere sich aber nicht viel, versichert Peter Györgyfalvay, Geschäftsführer von Kuchen-Peter, einem der größten Hofer-Lieferanten Österreichs. Denn der Produktionsprozess sei „einen Hauch einfacher". Die Zehnersemmeln müsse er in der Nacht – „so spät wie möglich" – backen, für die Backbox-Produkte könne er den Ofen dagegen zum Teil untertags einschalten. Trotzdem muss er Hofer täglich beliefern, weil seine Rohlinge nicht tiefgefroren werden.

Ein weiterer Trend in der Warengruppe Brot & Gebäck ist die steigende Bedeutung von Promotion-Käufen. Laut GfK stieg der Promotionanteil seit 2008 von 11 auf 15% an. Dieser Wert liegt zwar noch weit unter dem Gesamtdurchschnitt aller Warengruppen (rund 30%), wird aber weiter steigen.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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