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dm und Alnatura legen Streit um Markenrechte bei

26.06.2017

dm-Gründer Götz Werner und sein Schwager, Alnatura-Gründer Götz Rehn, scheinen sich  zumindest teilweise wieder zu vertragen. Einer von zwei ausstehenden Prozessen konnte jetzt außergerichtlich geklärt werden.

 

Die Streitereien um die Rechte an der Marke Alnatura haben ein Ende gefunden. Götz Werner und Tegut-Gründer Wolfgang Gutberlet ziehen ihre Klagen gegen Alnatura-Chef Götz Rehn zurück. So haben es die ehemaligen Geschäftspartner geschafft zumindest eine von zwei Auseinandersetzungen beizulegen.

Haussegen hängt sein 2014 schief

Die beiden Unternehmen hatten seit den 80er Jahren, nicht nur sehr eng, sondern mit der frühen Orientierung auf Bio-Produkte, auch erfolgreich zusammengearbeitet. Seit 2014 ist es allerdings vorbei mit der Harmonie. Insgesamt zwei Prozesse entstanden aus den Streitigkeiten. Ausschlaggebend dafür war, dass dm versuchte bei Alnatura die Preise zu drücken, ähnliche Produkte unter einer eigenen Bio-Marke erzeugte und nach und nach die Alnatura-Produkte durch die anderer Produzenten oder durch seine eigene Marke ersetzte. Als Reaktion darauf suchte sich Alnatura neue Vertriebspartner wie Rewe, Edeka oder Müller, da sie sich nicht mehr an den Kooperationsvertrag von 1987 gebunden fühlten. Dagegen klagte dm, verlor allerdings in erster Instanz. Das Landgericht Darmstadt entschied, dass dm nicht mitentscheiden darf, mit welchem Handelspartner Alnatura Geschäfte macht. Außerdem muss dm 2,345 Millionen Euro samt Zinsen aufgrund einseitig gekürzter Rechnungen nachzahlen.

Die Alnatura Markenrechte

Das war allerdings nicht der einzige Weg vor Gericht. Da Götz Werner (dm) der Ansicht war, dass Alnatura ohne den Vertrieb in der Drogeriemarktkette so erfolgreich geworden wäre, verlangte er die Markenrechte des Bio-Produzenten. In erster Instanz wurde die Klage vom Landgericht Frankfurt abgewiesen, Werner ging jedoch in Berufung.

Jetzt haben sich Götz Werner, Alnatura-Chef Götz Rehn und Ex-Tegut-Chef Wolfgang Gutberlet aber außergerichtlich geeinigt. Zu Details der Vereinbarung will sich aber keine der Parteien genauer äußern, da Stillschweigen vereinbart wurde.

Zweiter Prozess noch offen

In dem offenen Fall geht es um den Kooperationsvertrag aus den 80ern der laut Alnatura nicht mehr gültig ist, weil dm die Bio-Produkte von Alnatura Stück für Stück aus dem Sortiment entfernte. Der Kläger dm hat diesen Fall  in erster Instanz verloren. Sollte das Oberlandesgerichts Frankfurt in der Berufung zu Gunsten der Drogeriekette entscheiden, könnte sie Einfluss in Vertreibsentscheidungen Alnaturas nehmen.

 

 

 

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