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Das Gericht entschied, dass Alnatura nicht an dm gebunden ist und sich seine Handelspartner selbst aussuchen darf

dm verliert gegen Alnatura

14.12.2016

Die Drogeriekette dm klagte Rechte bei den Vertriebsentscheidungen von Alnatura ein – doch das Gericht hat gegen ein Mitspracherecht bzw. eine Exklusivbelieferung von dm entschieden. Somit ist Alnatura hoch offiziell nicht an dm gebunden und kann seine Produkte weiter an andere Unternehmen verkaufen.

Mehr als drei Jahrzehnte waren dm-Gründer Götz Werner und Alnatura-Chef Götz Rehn nicht nur eng befreundet und miteinander verschwägert, sondern auch erfolgreiche Geschäftspartner. Dm wurde zur größten Drogeriemarktkette in Deutschland, Alnatura zählt mittlerweile zu den beliebtesten Lebensmittelmarken der Deutschen. Doch seit 2014 hängt der Haussegen schief. Dm versuchte bei Alnatura die Preise zu drücken, begann ähnliche Produkte unter einer eigenen Bio-Marke zu vertreiben und ersetzte nach und nach die Alnatura-Produkte durch Produkte anderer Produzenten oder durch seine Eigenmarke. Damit sah sich Alnatura an den Kooperationsvertrag von 1987 nicht mehr gebunden und begann seine Produkte, ohne Rücksprache mit dm, verstärkt über seine eigenen Filialen und neue Handelspartner zu verkaufen. Unter anderem in Deutschland bei Edeka und Müller, in Österreich bei  Merkur und Billa (Rewe).

Zweite Klage noch offen

Dagegen klagte dm – doch das Landgericht Darmstadt entschied vor wenigen Tagen, dass dm nicht mitentscheiden darf, mit welchem Handelspartner Alnatura Geschäfte macht. Außerdem muss dm 2,345 Millionen Euro samt Zinsen aufgrund einseitig gekürzter Rechnungen nachzahlen. Ein entscheidender Sieg für Alnatura, dessen Zukunft vor dem Urteil am seidenen Faden hing. Obwohl, eine wichtige Entscheidung für Alnatura steht noch aus: Götz Werner (dm) verlangte von Götz Rehn (Alnatura) die Markenrechte an Alnatura, da seiner Meinung der Bio-Produzent nur durch die Drogeriemarktkette so erfolgreich wurde. In erster Instanz wurde die Klage vom Landgericht Frankfurt abgewiesen, die Verhandlung der Berufung durch Werner soll im ersten Quartal 2017 stattfinden.

Expansionsoffensive wird fortgesetzt

Trotz erheblich veränderter Rahmenbedingungen aufgrund der Auslistung beim ehemals größten Handelspartner dm-Drogeriemarkt konnte Alnatura das Geschäftsjahr 2015/2016 mit einem leichten Umsatzwachstum abschließen. Zum Geschäftsjahresende am 30. September 2016 erwirtschaftete das Bio-Handelsunternehmen aus dem hessischen Bickenbach einen Umsatz von 762 Millionen Euro netto und erzielte damit eine Steigerung von 0,3 Prozent zum Vorjahr. Der Alnatura-Umsatz ist bei den bestehenden Handelspartnern stärker gewachsen, als in den Vorjahren. Außerdem wurden im abgeschlossenen Geschäftsjahr in Deutschland zehn neue Alnatura-Filialen eröffnet. Auch das neue Geschäftsjahr begann mit einer Expansionsoffensive: Geplant sind mindestens fünfzehn Filialeröffnungen in Deutschland. Derzeit umfasst das Alnatura-Sortiment rund 1300 Artikel, und ist damit das umfangreichste Sortiment unter den Bio-Marken.

 

Autor/in:
Alice Rienesl
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