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Doppelabschluss für 2014 und 2015

19.11.2013

Ab 1. Jänner 2014 bekommen (Vollzeit-)Angestellte im österreichischen Handel ein garantiertes Mindestgrundgehalt von 1450 Euro, ab 1. Jänner 2015 beträgt dieses 1500 Euro. Darauf haben sich die Sozialpartner im Handel, die Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp) Mitte November in der dritten Verhandlungsrunde für einen neuen Handels-Kollektivvertrag geeinigt.

Klare Gehaltsperspektiven bringt die Einigung im neuen Handels-KV.

Ein Novum im neuen Handels-KV ist die Einigung auf einen Doppelabschluss für die Jahre 2014 und 2015: „Damit ist ein Riesenschritt nach vorne gelungen, der zeigt, dass sachlich-konstruktive Verhandlungen zu innovativen Ergebnissen führen.

Der Doppelabschluss bringt den Unternehmen Planungssicherheit, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bringt er eine klare Gehaltsperspektive für die kommenden zwei Jahre“, lobt Bettina Lorentschitsch, Obfrau der Bundessparte Handel der WKÖ, die Bereitschaft zur Innovation auf der Seiten beider Verhandlungspartner.

 

Peter Buchmüller, der Verhandlungsleiter der Arbeitgeberseite, zu den Details zur neuen KV-Einigung: „Im Jahr 2014 werden die Mindestgehälter für Handelsangestellte bis zur Grenze von 1850 Euro um 2,55 %, darüber um 2,5 % erhöht. Für das Jahr darauf hat man sich auf eine Erhöhung um den Verbraucherpreisindex (VPI) mit einem Aufschlag von 0,4 % für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Handel verständigt.“

„Mit diesem richtungsweisenden Gehaltsabschluss hat der Handel endgültig klargestellt, dass er kein Niedriglohnbereich ist. Damit ist der Weg frei für die Weiterentwicklung eines zeitgemäßen Entgeltschemas, dem wir uns in den kommenden beiden Jahren intensiv widmen werden“, bewertet Manfred Wolf, stellvertretender Geschäftsbereichsleiter in der GPA-djp. „Die Lehrlingsentschädigungen steigen in beiden Jahren um die folgenden Beträge: 1. Lehrjahr: 14 Euro, 2. Lehrjahr: 20 Euro, 3. Lehrjahr: 30 Euro, 4. Lehrjahr: 26 Euro. Dieser Abschluss berücksichtigt besonders Berufseinsteiger im Handel sowie Lehrlinge“, so Wolf.

„Dieser innovative Doppelabschluss bringt uns dem Ziel einer faireren Verteilung des Lebenseinkommens für Handelsangestellte erheblich näher“, unterstreicht Handelsobfrau Lorentschitsch. „Ich bin sehr froh, dass wir in nur zwei Schritten unsere Forderung nach dem Mindestgehalt von 1500 Euro verwirklichen konnten. Außerdem ist mit dem Doppelabschluss sichergestellt, dass es sowohl 2014 als auch 2015 eine deutliche reale Gehaltserhöhung für alle Beschäftigten im Handel geben wird“, ergänzt der Vorsitzende des Wirtschaftsbereichs Handel in der GPA-djp, Franz Georg Brantner.

 

6. Urlaubswoche

Eine Niederlage musste die Gewerkschaft bei ihren rahmenrechtlichen Forderungen einstecken. Handelsangestellte müssen weiter auf das frühere Erreichen der sechsten Urlaubswoche warten. „Man muss zur Kenntnis nehmen, dass man nicht alles durchbringt“, räumte Brantner ein. Schon im Vorjahr biss die Gewerkschaft bei dieser Forderung auf Granit. Derzeit kommen Handelsbeschäftigte nur dann in den Genuss von sechs Wochen Urlaub im Jahr, wenn sie 25 Jahre durchgehend im selben Unternehmen arbeiten. Aus Vordienstzeiten sowie Schul- und Studienzeiten werden bisher maximal 12 Jahre angerechnet. „Über 90 Prozent der Handelsangestellten sehen die 6. Urlaubswoche so nie“, hatte die Gewerkschaft im Vorfeld der Verhandlungen kritisiert.

Auch bei der Übernahme der Internatberufsschulkosten wurde keine Einigung erzielt. „Es ist ja nicht der letzte KV-Abschluss“, schöpft Wolf Hoffnung.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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