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Dr. Oetker peilt Übernahmen an

20.06.2018

Nahrungsmittelproduzent Dr. Oetker verkaufte Ende 2017 die Reederei Hamburg-Süd. Mit dem Erlös will der Konzern durch Zukäufe wachsen.

"Wir haben durch den Verkauf die Liquidität zur strategischen Weiterentwicklung der Gruppe erheblich verbessert", erklärte Dr. Oetker-Chef Albert Christmann. Er ist davon überzeugt, dass es noch Märkte mit Wachstumspotenzial für die klassischen Oetker-Geschäftsmodelle gibt. Dort soll das Unternehmen mit dem Kauf von Marktführerunternehmen jetzt Fuß fassen. Erstes Beispiel für dieses Vorhaben:  Die Übernahme des ägyptischen Marktführers für Backprodukte und Desserts, Tag El Melouk. Für das laufende Jahr rechnet Christmann für die gesamte Dr.-Oetker-Gruppe mit Wachstum durch das operative Geschäft. "Aber wir müssen das zweite Halbjahr abwarten", sagte der Top-Manager.

Schweres Jahr 2017 & Zukunftsängste

Zwar meint Christmann, dass das Familienunternehmen seit dem Verkauf von Hamburg Süd an dendänischen Konzern Maersk ein kleines schnelles Boot ist, trotzdem sprachen die Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres 2017 nicht ganz dafür. Die Dr. August Oetker KG setzte 11,6 Mrd. Euro um und lag damit um 0,9 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Im Ganzen wuchs der Erlös aber um 4,6 Prozent (Bereinigt um den fehlenden Monat Dezember im Bereich Schifffahrt).

Die Traditionsmarke, die unter anderem für Tiefkühlprodukte, aller Art bekannt ist, litt 2017 in der Lebensmittelsparte unter massiven Preissteigerungen. Besonders beim Einkauf von Käse, Milch und Butter lagen die Kosten um rund 100 Mio. Euro über dem Vorjahr. Insgesamt war der Lebensmittel-Markt in Deutschlang vergangenes Jahr leicht rückläufig, aber das Minus konnte durch internationale Zuwächse kompensiert werden. Die Bier- und Getränkesparte der Radeberger-Gruppe behauptete sich auf einem schrumpfenden Biermarkt mit einem fast unveränderten Umsatz von 1,9 Mrd. Euro. Bei Sekt (Henkel) und Spirituosen kletterte der Erlös sogar um 4 Prozent auf 523 Mio. Euro.

Als besorgniserregend empfindet der Konzernchef die politische Situation in Europa. Geschäftserfolge wie in der Türkei oder Großbritannien, wo die Wirtschaft unter um dem bevorstehenden Brexit leidet, würden durch massive Wechselkurs-Risiken gefährdet. In den Ländern haben die Heimatwährungen zum Euro nachgegeben, was in der Türkei oder Großbritannien erzielte Erträge beim Umrechnen drückt.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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