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Eier - Die unterschätzten Helden

12.03.2008

Lange wurden Eier als „Cholesterinbomben“ verteufelt, eine Mär, die sich als falsch herausstellt. Eier haben einen wichtigen und besonderen Wert in der menschlichen Ernährung und somit im LEH.

Ein zunehmender Anteil an Frischeiern wird im LEH gekauft, der Ab-Hof-Verkauf geht langsam zurück. „Bei den Eiern ist ein eindeutiger Trend zu Convenience zu erkennen: zum Beispiel steigt die Bedeutung der gekochten Jauseneier im Handel“, berichtet DI Rudolf Stückler, Produkt-Manager Fleisch und Fleischwaren, Geflügel und Eier der AMA. Zur Zeit werden pro Österreicher 220 Eier pro Jahr verzehrt, damit liegen wir im unteren Mittelfeld weltweit. Sieger sind die Mexikaner mit 345 Eiern pro Jahr, gefolgt von den Chinesen mit 330 Eiern pro Jahr.
Das Bedürfnis der Konsumenten nach klarer Kennzeichnung hinsichtlich Herkunft und Haltungsform auch bei Verarbeitungsprodukten (z. B. Nudeln) steigt. Deshalb wünscht sich die Branche eine diesbezügliche Kennzeichnungspflicht. „Der LEH könnte das dem Hersteller vorschreiben, wie wir in der Schweiz sehen“, so Rudi Stückler.
In diesen Zeiten gewinnt das AMA-Gütesiegel natürlich an Bedeutung, was auch die Gütesiegel beim Diskonter in der Warengruppe Eier beweisen.
Ein weiterer Trend ist die klarsichtige Kunststoffverpackung. Sie setzt sich langsam durch, unter anderem bei Spar. Bis dato fand man in den heimischen Regalen fast nur Kartonverpackungen. Und noch etwas kann die Verpackung: Sie verfügt über die Möglichkeit der emotionalen Kundenbindung. Damit wird sie immer wichtiger.

Was kaufen die Konsumenten?
„In der Reihenfolge des Mengenabsatzes: Eier aus Bodenhaltung, Freilandhaltung und schließlich Biohaltung“, so Rudi Stückler.
Eier aus Käfighaltung werden vor allem in der verarbeitenden Industrie und Gastronomie verwendet, wobei die Gastronomie ein Sorgenkind ist: „Hier wird auf Herkunft und Qualität kaum Rücksicht genommen.“
Was will der LEH?
Bis auf einige wenige Ausnahmen setzt der gesamte österreichische LEH bei Schaleneiern im Regal auf heimische Eier. Der LEH wünscht vor allem Lebensmittelsicherheit, frische und kostengünstige Eier.
Lebensmittelsicherheit gewährleisten vor allem die Auflagen der Geflügelhygieneverordnung, welche regelmäßige Tierbestandskontrollen durch Tierärzte und strenge Hygieneauflagen vorsieht.
Der österreichweite Geflügelgesundheitsdienst koordiniert Initiativen und verwaltet unter anderem sämtliche für die Tiergesundheit wichtigen Daten und sichert damit ganz wesentlich das hohe Niveau der Lebensmittelsicherheit bei Ei und Geflügelfleisch in Österreich ab.
Das AMA-Gütesiegel bietet dem Konsumenten zusätzliche Sicherheit beim Eierkauf durch Auflagen, die über das gesetzliche Niveau hinausgehen (z. B. Futtermittelrichtlinie Pastus) und sicherstellen, dass es sich beim gekauften Ei um ein österreichisches Qualitätsei handelt. Das Österreichische Bundestierschutzgesetz 2005 ist eines der weltweit strengsten Gesetze und sieht unter anderem auch das Verbot der konventionellen Käfighaltung von Legehennen ab 01.01.2009 vor. Die österreichische Geflügelbranche investiert deshalb 2007/2008 über 100 Mio. Euro in Stallum- und Neubauten.

Neu am Markt
Heuer ganz neu ist das AMA-Gütesiegel mit klaren Qualitätsansprüchen und Kontrolle:
- Das AMA-Gütesiegel ist nur dabei, wenn es sich um ein Freiland oder Bodenei handelt.
- Das AMA-Gütesiegel ist eine klare Orientierungshilfe bei Frischeieinkauf.
l Es kennzeichnet Qualität, Herkunft, Haltung und Kontrolle.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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