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Wiens Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck vor einem Plakat der neuen Kampagne

Eigene Kampagne für Wiener Anrainerparkzonen-Öffnung

09.08.2017

Im Mai 2017 vereinbarte die Stadt Wien mit der Wirtschaftskammer eine Aufhebung der Anrainerparkplätze tagsüber. Bis jetzt hat sich diesbezüglich aber nichts getan. Die WK Wien hat daher eine Kampagne zur Öffnung gestartet.

Seit etwas mehr als drei Monaten gibt es eine gültige Vereinbarung zwischen der Wirtschaftskammer und der Stadt Wien, dass die Anrainerparkplätze tagsüber von 8 bis 16 Uhr für alle Verkehrsteilnehmer geöffnet werden. Diese Anrainerparkplätze werden in Parkpickerl-Bezirken vergeben, sprich die jeweiligen Bezirke haben die Möglichkeit, einen Teil der Stellplätze für ihre Bewohner zu vergeben. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz von Wiens Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou im Mai 2017 wurde der Herbst als Starttermin für die teilweise Aufhebung des Exklusivrechts genannt. Wobei Vassilakou damals schon betonte, dass die Umsetzung in der Hand der einzelnen Bezirke liegt.

Innere Stadt wehrt sich gegen die Aufweichung

Die angekündigte Aufweichung kommt nicht bei allen gut an, vor allem nicht in der Inneren Stadt. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Vertretern der Grünen, FPÖ, NEOS und WIR forderte Bezirksvorsteher Markus Figl im Juni, dass  keine Änderungen vorgenommen werden sollten, bis die laufende Evaluierung der Stellplatzauslastung abgeschlossen ist. Der Bezirk ließ bzw. lässt in den Monaten Februar, Mai, Juli und September zu unterschiedlichen Zeitpunkten die Auslastung durch die Magistratsabteilung 67 zählen. Das Ergebnis der Evaluierung soll Ende des Jahres feststehen. Die ersten Messungen hätten bereits gezeigt, dass es einen hohen Parkplatzdruck seitens der Anrainer gebe.

Große Mehrheit fordert Öffnung

Derzeit gibt es in Wien schon rund 5000 Anrainerparkplätze im öffentlichen Raum, die zum größten Teil tagsüber leer bleiben. Trotzdem dürfen nach der grundsätzlich gütigen Regelung weder andere Autofahrer noch Wirtschaftstreibende diese Parkplätze nutzen. Das hat dazu geführt, dass der Parkplatzdruck für den Individualverkehr aber natürlich auch für den Wirtschaftsverkehr stark gestiegen ist – mit Auswirkungen auf Umwelt, Kaufkraftströme und Wirtschaftsstruktur, wie die Wirtschaftskammer betont. Aber auch die Wiener sind für eine Öffnung der Anwohnerparkzonen In einer Umfrage der WK Wien im Mai 2017 haben sich 77 Prozent der Wiener für eine Öffnung der Anwohnerparkzonen tagsüber ausgesprochen. Ein eindeutiges Ergebnis, denn nur 71 Prozent der Wiener sind selber mit dem Auto unterwegs.  Für Walter Ruck gilt es daher, diese diese Vereinbarung rasch umzusetzen. „Wir wollen die Stadt daran erinnern, dass sie uns, den Menschen und der Wirtschaft im Wort ist“, sagte Ruck bei der Präsentation der Kampagne. (apa/ar)

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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