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Der Lehrberuf "E-Commerce-Kaufmann/-frau" ist die erste ganzheitliche Ausbildung im Bereich Multichannel-Handel

Eigenes Lehrangebot für Multichannel-Handel

25.09.2017

Die Sozialpartner haben ein neues Ausbildungsangebot auf den Weg gebracht: den dreijährigen Lehrberuf E-Commerce-Kaufmann/-frau für den digitalen Handel. Ganz nach der Idee des Handelsverbandes, der diese Lehre schon seit Anfang 2016 ein Anliegen ist.

Rund 885 Euro geben Österreicher jährlich online aus, Tendenz steigend. Und ein Ende der Dynamik im Online-Handel ist nicht absehbar. Um der Digitalisierung auch in der Ausbildung der Nachwuchskräfte Rechnung zu tragen, haben die Sozialpartner im Handel nun ein fundiertes neues Ausbildungsangebot auf den Weg gebracht: den Lehrberuf E-Commerce-Kaufmann/-frau. Der dreijährige Lehrberuf, der vom Bundesberufsausbildungsbeirat (= Empfehlungsorgan des Wirtschaftsministeriums als Verordnungsgeber) einstimmig beschlossen wurde, kann ab dem Sommer 2018 gewählt werden. Bewerbungen sind bereits ab Anfang 2018 möglich.

Allrounder für den Handel

Der neue Lehrberuf ist eine gute Ergänzung zu den bisherigen klassischen dualen Ausbildungswegen im Einzel- und Großhandel und in das System der kaufmännisch-administrativen Lehrberufe eingepasst. Die vermittelten Qualifikationen umfassen etwa den Umgang mit Shopmanagementsystemen, die Präsentation von Waren im Online-Shop, die Verwendung unterschiedlicher Werbeformen im Display-Marketing oder die Erstellung bzw. den Versand von Newslettern unter Beachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen. „Mit unserem Lehrangebot beschreiten wir neue Wege im Handel. Zwar gab es schon bisher Weiterbildungsmöglichkeiten in Sachen Onlinevertrieb. Doch so eine ganzheitliche Ausbildung mit formellem Nachweis ist ein Novum“, betont Martin Sonntag, Bundesobmann des Versand-, Internet- und allgemeinen Handels in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Durch die neue Ausbildung werden Lehrlinge mit Fähigkeiten und Fertigkeiten aus den Bereichen, Verkauf, IT, Logistik und Marketing ausgerüstet. Iris Thalbauer, Geschäftsführerin der Bundessparte Handel in der WKÖ, ist davon überzeugt, dass die Lehrlinge nach der Lehre Allrounder sind: „Sie sind für alle Unternehmen im Einzel-, Groß- und Außenhandel einsetzbar. Aber auch für andere Unternehmen, die einen Webshop betreiben, steht das Angebot offen“.   

Zukunftssichere Ausbildung

Jörg Schielin, als Bildungssprecher der Bundessparte Handel Wegbegleiter vieler Lehrberufe im österreichischen Handel, sieht in diesem neuen Lehrberuf für Jugendliche, die am Online-Handel interessiert sind, eine zukunftssichere und moderne Ausbildung. „Der österreichische Handel stellt sich damit einmal mehr als attraktiver Arbeitgeber dar. Der Digitalisierung wird aber nicht nur mit diesem neuen Lehrberuf stärker Rechnung getragen, sondern auch in der Berufsakademie des Handels, wo erfahrene Händler ohne Matura eine akademische Weiterbildung absolvieren können. In den zwei mit der FH Wien und den WIFIs berufsbegleitend angebotenen Studiengängen – in einem Jahr zum Akademischen Handelsmanager und in zwei Jahren zum MSc Handelsmanagement – wird die Vermittlung von allgemeinem digitalen Wissen ausgeweitet und ein Wahlpflichtfach ‚Digitales Marketing‘ eingeführt.“

Strukturierte Einbindung

Auch der Handelsverband freut sich, ist doch die neue Lehre eine bereits Anfang 2016 vom Verband eingebrachte Forderung, die nun von den Sozialpartnern aufgegriffen wurde. „Nachdem dem neuen Berufsbild anfänglich viel Ablehnung entgegenschlug, konnten schließlich auch die Sozialpartner für die Umsetzung gewonnen werden, was uns freut", so Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands, der hierzu im Wirtschafts- und Bildungsministerium bereits frühzeitig Gespräche auf Ministerebene geführt hat. Auch konkrete Bildungsinhalte und Lehrpläne wurden vom Handelsverband im letzten Jahr eingebracht, um das Projekt möglichst rasch auf den Boden zu bringen. Mit dem neuen Lehrberuf E-Commerce-Kaufmann/-frau wird der nächste Schritt Richtung Spezialisierung in einer immer komplexeren, hochtechnologisierten Handelswelt gesetzt. "Nun kommt es darauf an, die heimischen Unternehmen strukturiert einzubinden, damit die neuen Lehrpläne auch im Detail den geforderten unternehmerischen Realitäten entsprechen und damit zu spannenden Zukunftschancen für die Mitarbeiter führen", ist Will überzeugt.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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