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„Ein neues Leben nach der Trennung“

12.10.2007

Als Dr. Rainer Herrmann vor einem Jahr meinte „Wir sind mit der Übernahme durch den Finanzinvestor zufrieden“, waren sich wohl manche unsicher, ob das Bündnis Iglo und Permira ein dauerhaftes ist. Ein Jahr danach kann man sagen: Ja, es ist!

Dr. Rainer Herrmann, Geschäftsführer Iglo Austria: „Die Ziele für 2008 liegen zum einen im Retail-Geschäft, und zum anderen wollen wir den Food-Service-Bereich 2008 verdoppeln.“

LK-Handelszeitung: Herr Dr. Herrmann, wenn Sie auf das vergangene Jahr mit neuem Iglo-Eigentümer blicken, wie würden Sie die Situation beschreiben?
Dr. Herrmann: Nach einem Jahr Permira kann ich sagen, es überwiegen die Vorteile, es gibt weniger Einschränkungen, weniger Bürokratie und weniger Korrektive als in einem Konzern. Das ist sehr angenehm für uns. Dadurch ist meine Aufgabe als Geschäftsführer von Iglo Austria auch viel spannender geworden, denn die Verantwortung für den Geschäftserfolg in Österreich liegt ausschließlich bei uns. Es zählt der Erfolg mehr denn je!

Wie sieht das in anderen Ländern aus?
Dr. Herrmann: Unter der neuen Eigentümerschaft sind neben den Dauerbrennern Österreich und Portugal vor allem auch die beiden größten Organisationen UK und Deutschland wieder auf Erfolgskurs; dort wurden jedoch in der Führungsetage etliche Wechsel vollzogen. Für Permira ist es klar, dass Erfolg nur aus dem Eingehen auf die lokalen Marktsituationen resultieren kann. Gemeinsamkeiten werden nur angestrebt, wenn sie wirklich Sinn machen. Ein paneuropäisches Mahlzeiten- oder Gemüseprojekt ist jedenfalls aufgrund der unterschiedlichen Konsumentenbedürfnisse nicht angedacht. Permira akzeptiert die Handlungen der Geschäftsführer in den Ländern, solange die Ziele erreicht werden.

Welche neuen Ziele haben Sie sich mit Iglo gesteckt?
Dr. Herrmann: Als echter Category Captain fühlen wir uns dafür verantwortlich, dem TK-Gesamtmarkt kontinuierlich neue Wachstumsimpulse zu geben und dadurch unser Kerngeschäft dynamisch zu halten. Darüber hinaus eröffnen wir neue Geschäftsfelder. Den Bereich Food Service haben wir bereits in Angriff genommen. Wobei wir die ersten Schritte mit der bestehenden Mannschaft gesetzt haben und erst jetzt, nachdem sich erste Erfolge und Umsätze eingestellt haben, zusätzlich Mitarbeiter – vor allem im Gastro-Außendienst – eingestellt haben und dies auch weiter – Schritt für Schritt – tun werden.
Ich finde es toll, mit welcher Begeisterung sich meine Kollegen dieser wirklich anstrengenden und für sie zusätzlichen Pionierarbeit widmen.
Klar ist, dass derartige Projekte erfolgreich sein müssen – der neue Eigentümer ist nicht an Erklärungen interessiert, warum etwas nicht funktioniert hat, sondern ausschließlich am Erfolg.

Das bedeutet, die Verantwortung hat sich erhöht?
Dr. Herrmann: Definitiv! Wie bereits erwähnt, der Erfolg wird in den Ländern gemacht, so ist es auch gewünscht. Dementsprechend sind die Strukturen flacher aufgebaut. Es gibt bei der Birds Eye-Iglo Group (von Permira eingesetzte Europa Holding) 3 Europa-Verantwortliche sowie etwa 20 Mitarbeiter in der Zentrale.
Neben Food Service, welche weiteren Pläne haben Sie für Iglo Aus­tria?
Dr. Herrmann: Wie schon gesagt, wollen wir unser Kerngeschäft weiter ausbauen und dieses liegt im Lebensmittelhandel. Hiezu vielleicht ein Beispiel: Im Konzern hatten wir bedingt durch unser Produktportfolio ein starkes Sommer/Winterdenken. Damit meine ich, dass wir im Sommer ausschließlich an Eis gedacht haben.
Wir haben die Konsumentenbedürfnisse analysiert und sind zur Erkenntnis gekommen, dass für die österreichischen Konsumenten z. B. Fisch und Sommer ausgezeichnet zusammenpassen. Das haben wir zum Anlass genommen, unsere werblichen Aktivitäten im Frühjahr und Sommer auszubauen und auch in der warmen Jahreszeit neue Iglo-Fischprodukte auf den Markt zu bringen.
Die wirklich gute Nachricht: Wir haben in dieser Zeit den Markt 2-stellig und Iglos Marktanteil deutlich ausgeweitet.

Fisch hat also Zukunft?
Dr. Herrmann: Noch dazu große! Aber auch auf die anderen Konzepte wollen wir nicht vergessen. „Iglo Marchfeld Gemüse“ ist eine echte Institution.
Wir sind erfolgreich mit unseren Tagestellern, dem Schmankerlkonzept und haben den Markt entsprechend weiterentwickelt. Iglo kauft man, weil man der Marke vertraut.

Und wie wird es mit Iglo und Permira weitergehen?
Dr. Herrmann: Meine KollegInnen bei Iglo Austria und ich werden so engagiert weiterarbeiten wie bisher. Die bewährte Kooperation mit dem ÖSV werden wir über Jahre hinweg fortsetzen, unser Kerngeschäft weiter ausbauen und den Bereich Food Service rasant erweitern. Leider kann ich Ihnen unsere ambitionierten Pläne hier nicht im Detail verraten – aber es wird sicherlich die eine oder andere positive Überraschung dabei sein.

Was sicher ist: Iglo ist für die österreichischen KonsumentInnen eine ur-österreichische, höchst beliebte Marke mit hoher Qualität der Produkte – und so wird es auch bleiben!
Das Ziel von Permira ist, die Birds Eye-Iglo Group als höchst erfolgreiches und zukunftsorientiertes Unternehmen in einigen Jahren an die Börse zu bringen. Dann werden wir wieder einen neuen Eigentümer – oder besser gesagt – viele neue Eigentümer haben. Aber das wird dann für uns nichts Neues mehr sein und wir haben ja bereits heute gelernt, dass ein neuer Eigentümer durchaus positive Impulse setzen kann.
Bis zu diesem Zeitpunkt – und selbstverständlich auch danach – wollen und werden wir nachhaltig weiterwachsen: im Jahr 2008 um 6 %. Und obwohl wir das Iglo-Food-Service-Geschäft verdoppeln werden, liegt unser Hauptschwerpunkt selbstverständlich weiterhin im sogenannten Retailgeschäft.

Das bedeutet positive Vorzeichen?
Dr. Herrmann: Auf jeden Fall, die Stimmung hat sich seit der Übernahme am 5. November 2006 nicht verändert und wir sind hoch motiviert. Wir können uns über den neuen Eigentümer nicht im Geringsten beklagen.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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