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Einkauf ist Top-Thema in Mittel- und Osteuropa

28.03.2007

Zu diesem Ergebnis kommt die Untersuchung "Purchasing Excellence in Central and Eastern Europe" von Roland Berger Strategy Consultants. Die internationale Strategieberatung befragte über 100 Manager aus Industrieunternehmen in Kroatien, Polen, Rumänien, Tschechien und Ungarn zu ihrem Einkaufsverhalten.

"Auffallend ist, dass bei Unternehmen auf dem Weg zur 'Purchasing Excellence' die Beschaffungsstrategie an erster Stelle steht und integrierter Bestandteil der Unternehmensstrategie ist. Ziele und Verbesserungspotenziale bei Kosten, Umlaufvermögen und Service können so direkt aus der Gesamtstrategie abgeleitet werden", erklärt Dr. Roland Falb, Partner und Chef der SEE-Region bei Roland Berger. 90% der befragten Unternehmen haben deshalb eine eigene Beschaffungsstrategie formuliert. 82% fixieren im Rahmen dieser Strategie Zielvereinbarungen mit den einzelnen Beschaffungsabteilungen, wobei Qualität, Pünktlichkeit der Lieferung, niedrige Kosten und Beschaffungseffizienz im Vordergrund stehen. Die einzige Ausnahme bildet Ungarn, wo nur 65% der Unternehmen Beschaffungsziele vereinbaren. "Dafür wird in Ungarn die Beschaffungsstrategie besonders intensiv an alle Mitarbeiter der Beschaffungsabteilungen kommuniziert. Mit 90% liegt das Land deutlich über dem regionalen Durchschnitt von 75%", so Falb. Kommunikationsmuffel sind hingegen Polen und Rumänen: Lediglich 55% der befragten Unternehmen kommunizieren ihre Beschaffungsziele auch an die betroffenen Mitarbeiter.

Zuverlässige Lieferanten werden langfristig gebunden
Unternehmen mit "Purchasing Excellence" konzentrieren sich nicht nur auf die zu beschaffenden Waren, sondern nehmen auch ihre Lieferanten unter die Lupe. 90% der Befragten gaben an, ihre Lieferanten regelmäßig zu evaluieren. Bewertet werden meist Produktqualität, Lieferpünktlichkeit, Liefersicherheit und Lieferzeit. Aber nur ein Viertel nutzt die gewonnenen Erkenntnisse und implementiert ein Anreizsystem für Lieferanten. "Auch hier sind deutliche regionale Unterschiede sichtbar: Während in Tschechien knapp die Hälfte der befragten Unternehmen ihren Lieferanten Anreize für qualitativ einwandfreie Ware und pünktliche Lieferung bieten, setzt kein einziges kroatisches oder polnisches Unternehmen dieses Mittel ein", erläutert der Berater.

Ein weiterer Trend ist die immer frühere Einbindung von Schlüssellieferanten in Entscheidungsprozesse. Das geschieht zum Teil bereits während der Produktentwicklung. Nachholbedarf gibt es bei den mittel- und osteuropäischen Unternehmen noch in puncto überregionale Warenbeschaffung: "Unternehmen in Mittel- und Osteuropa nutzen das Potenzial globaler Beschaffung noch nicht ausreichend. Derzeit stammen mehr als 60% der beschafften Waren aus der Region, nur ein ganz kleiner Teil kommt aus Asien oder Südamerika. Aber auch hier sehen wir einen ganz klaren Trend zur Globalisierung", meint Falb.

Einkauf wird vermehrt zentral organisiert und evaluiert
Die steigende Bedeutung des Einkaufs schlägt sich auch in den Organisationsstrukturen nieder. Bei gut einem Drittel der befragten Unternehmen ist die Beschaffung auf Vorstands- oder Geschäftsführungsebene angesiedelt. Mehr als 60% haben den Einkauf bereits zentral organisiert, viele weitere Unternehmen planen diesen Schritt in den kommenden Jahren. 76% der Beschaffungsabteilungen sind gemäß "Best Practice" nach Produktkategorien strukturiert.

Auch im Bereich der Beschaffungsprozesse sind in den nächsten fünf Jahren große Veränderungen zu erwarten. Die heute noch rund 25% der Kapazitäten, die durch die operative Auftragsabwicklung gebunden sind, werden sich deutlich reduzieren. Stattdessen werden strategisch geprägte Tätigkeiten, wie die Entwicklung von Schlüssellieferanten und Beschaffungsmarketing, zunehmen.

Schon jetzt evaluieren mehr als 90% der befragten Unternehmen regelmäßig ihre Beschaffungsaktivitäten, allerdings hat nur rund ein Drittel Anreizsysteme für Mitarbeiter in der Beschaffung eingeführt. Doch auch in diesem Bereich zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern: Während die Hälfte der Unternehmen in Ungarn und Tschechien ihre Mitarbeiter durch ein entsprechendes Anreizsystem motivieren, tun dies beispielsweise nur 13% der kroatischen Unternehmen.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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