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Einzelhandel 2019: Stabiles Plus in der Jahresbilanz

31.01.2020

Der österreichische Handel ist 2019 stationär sowie im E-Commerce gewachsen, auch die Zahl der Beschäftigten steigt weiter.

Gewinner und Verlierer des vergangenen Handelsjahres.

„Der österreichische Einzelhandel hat sich im abgelaufenen Jahr stabil entwickelt“, sagt Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Gemeinsam mit Bundessparten-Geschäftsführerin Iris Thalbauer und Wolfgang Ziniel vom Institut KMU Forschung Austria präsentierte der Handelsobmann heute, Freitag, die Daten zur Einzelhandels-Konjunkturentwicklung im österreichischen Einzelhandel im abgelaufenen Jahr. Basis ist die Analyse der Umsatzangaben von rund 4.500 Einzelhandelsgeschäften, die das Institut KMU Forschung Austria im Auftrag der WKÖ-Bundessparte Handel durchgeführt hat.

Stationärer Einzelhandel: +1,3 Prozent

Der stationäre Einzelhandel konnte seine Umsätze im Jahr 2019 gegenüber 2018 nominell um 1,3 Prozent und 1 Mrd. Euro auf rund 73,2 Milliarden Euro steigern. Damit ist das Umsatzwachstum höher ausgefallen als 2018. „Leicht war es nicht. Die Anstrengungen der Händler haben aber gefruchtet“, so Buchmüller. Handelsforscher Wolfgang Ziniel mit Details: „41 Prozent der Einzelhandelsgeschäfte konnten 2019 Umsatzzuwächse realisieren, 22 Prozent melden eine stabile, 37 Prozent eine rückläufige Entwicklung.“

Gewinner und Verlierer

2019 haben der Einzelhandel mit Bau- und Heimwerkerbedarf (+2,8 Prozent) und der Einzelhandel mit kosmetischen Erzeugnissen (+2,7 Prozent) die höchsten Umsatzzuwächse erzielt. „Die Baumärkte sind damit das zweite Jahr in Folge Branchensieger“, sagt Handelsobmann Buchmüller. An dritter Stelle folgt mit dem Lebensmittelhandel (+2,2 Prozent) die Einzelhandelsbranche mit dem höchsten Umsatzvolumen. Im Einzelhandel mit Sportartikeln (+1,6 Prozent) ist das Umsatzplus ebenfalls höher als im Einzelhandelsdurchschnitt. Und auch der Einzelhandel mit Bekleidung hat im Jahr 2019 das Umsatzniveau des Vorjahres übertroffen (+0,4 Prozent). Im Einzelhandel mit Elektrogeräten, Computer und Fotoartikeln zeigt sich erstmals seit zwei Jahren wieder ein leichtes Plus (+0,2 Prozent).

Der "sonstige Einzelhandel", zu dem Waren aller Art, Trafiken, medizinische und orthopädische Artikel sowie Blumen zählen blieb um 0,9 Prozent unter dem Ergebnis von 2018. Der Einzelhandel mit Schuhen und Lederwaren verzeichnet einen Rückgang von 1,4 % und konnte - offenbar auch aufgrund des milden Winters - trotz guten Beginns gegen Jahresende nicht mehr reüssieren.

Heimischer Internet-Einzelhandel: +6 Prozent

Iris Thalbauer, Geschäftsführerin der WKÖ-Bundessparte Handel, widmet sich der Entwicklung des österreichischen Internet-Einzelhandels im abgelaufenen Jahr: „Und die ist sehr erfreulich: 2019 erzielt der heimische Einzelhandel ein Online-Wachstum von 6 Prozent; das entspricht den Wachstumsraten von 2017.“ In Summe ist der Jahresumsatz 2019 im österreichischen Internet-Einzelhandel auf rund 3,5 Milliarden Euro (brutto) gestiegen. „Das sind 4,6 Prozent des gesamten Einzelhandelsvolumens in Österreich.

Die gesamten Ausgaben der Österreicher im Internethandel sind jedoch weitaus höher. Weit mehr als die Hälfte der Online-Bestellungen gehen ins Ausland, das sind rund 4,2 Milliarden Euro. Hier herrschen jedoch ungleiche Wettbewerbsbedingungen im Steuer- und Abgabenrecht. Die im Regierungsprogramm stehende Absicht, die Einführung einer digitalen Betriebsstätte auf europäischer und internationaler Ebene zu forcieren, ist aus Sicht des Handels ein wesentlicher Schritt“, unterstreicht Thalbauer.

Beschäftigungswachstum im Einzelhandel

„Einmal mehr beschäftigt der österreichische Einzelhandel 2019 mehr Menschen als im Jahr davor“, führt Bundessparten-Geschäftsführerin Iris Thalbauer aus: „Die Zahl der Beschäftigten im österreichischen Einzelhandel 2019 ist um 1.700 Personen oder 0,5 Prozent gestiegen.“ Damit hat der österreichische Einzelhandel in Summe rund 337.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Dabei verändert sich auch die Struktur der Beschäftigungsverhältnisse: Die Zahl geringfügig beschäftigter Mitarbeiter geht leicht zurück.

Handel als Inflationsbremse

Wie immer bleibt die Preissteigerung mit durchschnittlich 1,1 Prozent auch 2019 unter der Inflation. Diese liegt mit 1,5 Prozent im Jahresschnitt  unter den Vorjahren, steigende Preise für Mieten und Restaurants feuerten sie jedoch an. Der gern für seine im Vergleich zu anderen europäischen Ländern für seine Preise gescholtene Einzelhandel wird also nicht inflationstreibend, sondern sogar bremsend.

Durchwachsener Ausblick

Die KMU Forschung Austria hat weiters die Erwartungen der Einzelhändlerinnen und Einzelhändler abgefragt. Mit 83 Prozent sieht der Großteil der Befragten in den nächsten Monaten eine stabile, weiterhin positive Geschäftsentwicklung. 5 Prozent rechnen mit einer Verbesserung, 12 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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