Direkt zum Inhalt

Einzelhandel bleibt frei von Fibronil

21.08.2017

Rund 80 Prozent der österreichischen Eier-Proben sind nicht Fibronil-Belastet. 21 Proben wurden positiv auf das Insektizid getestet, keine davon kommt aus dem heimischen Einzelhandel. 

Österreich kommt im Fibronil-Skandal weiterhin relativ gut weg. Rund 80 Prozent der hier genommenen Ei-Proben sind frei von dem Insektizid. Das teilten Gesundheitsministerium und die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) am Donnerstag mit.

Nach den ersten Verdachtsfällen in Oberösterreich (https://www.handelszeitung.at/handelszeitung/fibronil-eier-oberoesterreich-entdeckt-150596)  wurden bundesweit zusätzlich 110 (auf insgesamt 125) Proben gezogen. Alle untersuchten Produkte aus dem österreichischen Einzelhandel wie Frisch-Eier, Backwaren, Hühnerfleisch, Kekse, Mayonnaise, Teigwaren und Waffeln, sind bisher frei von Fipronil. Die 21 infizierten Proben kommen aus dem Großhandel in Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Wien. Betroffene Produkte sind zum Beispiel Flüssig-Ei, Eiweißpulver, Eigelb, Vollei, gekochte sowie geschälte Eier. Laut Gesundheitsministerium besteht keine Gesundheitsgefahr, weder akut noch wenn belastete Produkte über einen längeren Zeitraum gegessen worden sind. Denn die gemessenen Werte (0,003 - 0,1 mg/kg) liegen noch immer weit unter 1,2 mg pro kg, die Menge die für die Gesundheitsbewertung herangezogen wurde. Außerdem ist österreichische Ware weiterhin nicht betroffen, denn die belasteten Lebensmittel kommen aus Deutschland, den Niederlanden, Dänemark und Belgien.

Die Folgen

Weitaus schlechter schaut es in Deutschland und den Niederlanden aus. Der Sprecher des niederländischen Bauernverbands gab bekannt, dass der Skandal den dortigen Landwirten einen Schaden von etwa 150 Millionen Euro zugefügt hat. Supermärkte sind genauso betroffen. In über 4.000 Läden, mussten Eier aus dem Sortiment genommen werden, so der niederländische Einzelhandelsverband.

Währenddessen kämpft man in Deutschland nicht nur mit den finanziellen Folgen, weil neben Eiern auch zahlreiche Eierprodukte nicht ausgeliefert werden konnten. Friedrich-Otto Ripke, Vorsitzende der niedersächsischen Geflügelwirtschaft und Präsident des Zentralverbands der deutschen Geflügelwirtschaft, meint, dass für die Branche vor allem ein großer Imageschaden entstanden ist. 

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Thema
22.05.2018

Die Wirtschaft in Österreich floriert, allerdings profitieren nicht alle Branchen davon. Gerade im Einzelhandel, kann sich nur die Lebensmittelbranche oben halten. Besser läuft es im Kfz- und ...

Mehr Beschäftigung im Handel. Trotzdem gibt es nicht nur Grund zur Freude
Handel
09.05.2018

Das Fazit des ersten Quartals bringt Gutes und Schlechtes. So gibt es zwar mehr Beschäftige, allerdings verliert auch der Konjunkturaufschwung an Fahrt. Der Lebensmittelhandel bleibt weiterhin die ...

Handel
26.03.2018

Billa sucht innovative Start-ups aus den Bereichen Food und Retail in einem dreistufigen Auswahlverfahren. Die Gewinner erwarten besondere Testbedingungen für ihre Erfindungen und die Chance auf ...

Thema
12.03.2018

Laut einer aktuellen Erhebung von RegioData Research hat sich die Expansionslust im Einzelhandel stark eingebremst. Grund für diese Trendwende ist die wachsende Online-Konkurrenz. Die Branchen die ...

Industrie
27.02.2018

Während der Bierabsatz in Deutschland ein Rekordtief erreicht hat, können wir uns hierzulande über den Titel als Vizeweltmeister freuen. Der Pro-Kopf–Konsum mit 106 Liter wird nur von Tschechien ...

Werbung