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Einzelhandel - Lemler: "Erstes Halbjahr mit Erfolg, aber nicht mit Auszeichnung abgeschlossen"

26.07.2007

Die Einzelhändlerinnen und -händler in Österreich konnten in der ersten Hälfte dieses Jahres 2007 im Durchschnitt ein nominelles Umsatzplus von 3,5 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres erzielen. Real bedeutet dies für den Einzelhandel Erlössteigerungen von 1,7 Prozent.

Das ist eines der Detailergebnisse, die Erich Lemler, Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), heute, Dienstag, gemeinsam mit Peter Voithofer, dem stellvertretenden Direktor der KMU Forschung Austria, präsentierte.

"Damit ist die nominelle Umsatzentwicklung im Einzelhandel seit dem ersten Halbjahr 2005 positiv und hat sich seitdem kontinuierlich verbessert", zeigte sich Handelsobmann Lemler vor der Presse erfreut. Erfreulicher Weise konnten in der ersten Jahreshälfte 2007 Standorte aller Größenklassen deutliche nominelle Umsatzsteiger­ungen erzielen; am höchsten fiel das Wachstum bei Geschäften mit einem Jahresumsatz von 2 Millionen Euro und mehr aus. Ebenfalls erfreulich die reale Entwicklung: "Die Einzelhandelsumsätze liegen real seit dem zweiten Halbjahr 2005 ebenfalls über dem Niveau des jeweiligen Vorjahreshalbjahres." Und: "Das reale Umsatzplus beträgt in der ersten Jahreshälfte 2007 erstmals in der Zeitreihe mehr als 1 Prozent", führte Handelsforscher Voithofer aus.

Bundesspartenobmann Lemler nannte vor Journalisten einen weiteren Indikator für den Aufschwung: "Erstmals konnten die Einzelhändlerinnen und Einzelhändler auch wieder eine gestiegene Kundenfrequenz verzeichnen: Zwischen Jänner und Juni 2007 kamen um 2,5 Prozent mehr (zahlende) Kunden in die Einzelhandelsgeschäfte als im Vorjahreshalbjahr", zeigte er sich erfreut. "Somit", so Lemler, "spiegelt sich die Konjunkturverbesserung im Einzelhandel erstmals auch in einer steigenden Anzahl an (zahlenden) Kunden wider."

Die Ergebnisse für den heimischen Einzelhandel im ersten Halbjahr 2007 basieren auf der aktuellen Konjunkturbeobachtung der KMU Forschung Austria mit Daten von mehr als 4.500 Geschäften. In absoluten Zahlen betrug der Einzelhandelsumsatz in der ersten Jahreshälfte 2007 rund 21,6 Milliarden Euro.

Regional betrachtet entwickelten sich die Umsätze seit dem ersten Halbjahr 2005 im Durchschnitt in allen Regionen positiv, wobei das Wachstum im ersten Halbjahr 2007 am höchsten ausfiel. Das Umsatzplus lag dabei zwischen 3,0 Prozent im Osten und 3,9 Prozent im Westen. Die zunehmende Konsumfreude zeigt sich auch im Anstieg der Kundenfrequenz ebenfalls in allen Landesteilen mit zwischen 2,0 Prozent in den südlichen und 3,1 Prozent in den westlichen Bundesländern.

Auch fast alle Branchen konnten sich über Umsatzzuwächse freuen: Mit einem nominellen Umsatzzuwachs von 9,5 Prozent entwickelte sich der Einzelhandel mit Eisenwaren, Bau- und Heimwerkerbedarf im ersten Halbjahr 2007 unter den betrachteten Branchen am besten, gefolgt vom Schuheinzelhandel mit einem Plus von fast 9 Prozent. Überdurchschnittliche Erlössteiger­ungen konnten auch der Uhren- und Schmuck- sowie der Bekleidungshandel erwirtschaften. Lediglich der Sportartikelhandel musste in der ersten Jahreshälfte des laufenden Jahres Umsatz­rückgänge hinnehmen und konnte damit trotz einem positiven Umsatzergebnis im zweiten Quartal die Erlösrückgänge im Wintergeschäft nicht ganz aufholen. Real war das Umsatzwachstum im Schuheinzelhandel mit einem Plus von mehr als 7 Prozent am höchsten, gefolgt vom Radio-, Elektro-, EDV- und Fotoeinzelhandel. Im Einzelhandel mit Eisenwaren, Bau- und Heimwerkerbedarf, im Bekleidungseinzelhandel sowie bei den Drogerien und Parfümerien kam es zu mengenmäßigen Umsatzzuwächsen von mehr als 3 Prozent.

Die insgesamt gute Entwicklung im Einzelhandel überdeckt teilweise die Polarisierung: Rund 40 Prozent der Geschäfte konnten im ersten Halbjahr 2007 keine Umsatzsteigerungen realisieren.

Erfreulich der Beschäftigtenzuwachs im und durch den heimischen Einzelhandel, wo das Plus in den Umsätzen zu einem Plus in der Beschäftigung im nahezu gleichen Ausmaß geführt hat: In der ersten Jahreshälfte 2007 waren im Einzelhandel rund 250.200 un­selbstständig Beschäftigte (ohne geringfügig Beschäftigte) tätig, das sind um 3,6 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2006 und damit das höchste Wachstum seit dem ersten Halbjahr 2005.

Die Preissteigerungen fielen im ersten Halbjahr 2007 im Einzelhandel höher aus als im vergangenen Jahr. Das ist unter anderem auf den stärkeren Preisauftrieb im Lebensmittelhandel, der umsatzstärksten Einzelhandelsbranche, zurückzuführen: Hier wurden insbesondere Obst und Gemüse, Milch und Milchprodukte sowie Eier teurer verkauft als in der ersten Jahreshälfte 2006. Im Einzelhandel mit Eisenwaren, Bau- und Heimwerkerbedarf stiegen die Verkaufspreise für jene Produkte, die im Warenkorb dieser Branche das größte Gewicht haben (darunter Ziegelsteine, Zement), weiterhin.

Der Konjunkturaufschwung im Einzelhandel spiegelt sich auch in den Einschätzungen der Unterneh­merinnen und Unternehmer wider: Laut Erhebungsergebnissen der KMU Forschung Austria erwarten 66 Prozent der Einzelhändler keine Änderung der wirtschaftlichen Lage in den nächsten drei Monaten (Vorjahr: 72 Prozent). Der Anteil der Unternehmen, der mit einer Verbesserung rechnet, ist gestiegen, nämlich von 13 auf 23 Prozent, während jener, der eine Verschlechterung befürchtet von 15 auf 11 Prozent zurückgegangen ist.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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