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Der Zusammenschluss der Kaufhaus-Rivalen Karstadt und Kaufhof ist derzeit vom Tisch

Elefantenhochzeit von Karstadt und Kaufhof vorerst abgesagt

12.02.2018

Der Traum des Karstadt-Eigentümers René Benko vom großen deutschen Warenhauskonzern ist erst einmal geplatzt. Karstadt und Kaufhof werden auch in Zukunft getrennte Wege gehen.

Der kanadische Kaufhof-Eigentümer Hudson's Bay (HBC) lehnte das drei Mrd. Euro schwere Offert der Signa-Holding des Österreichers René Benko am Mittwoch ab. Der Verwaltungsrat habe das unaufgeforderte Angebot einstimmig verworfen, teilte das kanadische Unternehmen mit. Das Angebot liege "signifikant" unter dem Wert des Deutschland-Geschäfts des Konzerns und der damit verbundenen Immobilienwerte. Signa hatte im November einen dritten Anlauf gestartet, die beiden Ketten zusammenzulegen, und war auf den angeschlagenen Konzern HBC zugegangen. Nun hat Signa das Angebot zurückgezogen.

Großes Vertrauen in eigene Fähigkeiten

"Unser europäisches Geschäft und die damit verbundenen Immobilien stellen einen wichtigen Bestandteil unserer langfristigen Strategie dar", erklärte HBC. "Zudem haben wir weiterhin ein hohes Maß an Vertrauen in unsere Fähigkeit, die Ergebnisse unserer traditionsreichen Warenhausmarken zu steigern." Der Konzern werde  weiterhin alle Möglichkeiten nutzen, den Unternehmenswert für die Anteilseigner zu erhöhen. Der neue Kaufhof-Chef Roland Neuwald lehnte einen Zusammenschluss mit Karstadt auch dezidiert in einem Interview der "Bild"-Zeitung ab: "Ich sehe nicht, dass dadurch ein besseres Geschäftsmodell entsteht. Unsere größten Konkurrenten sind die Amazons und Zalandos dieser Welt."

Optimierung der Kosten und Prozesse

Kaufhof kündigte an, bis 2020 rund 400 Arbeitsplätze in der Kölner Zentrale abzubauen. Das Unternehmen setze dabei auf sozialverträgliche und faire Lösungen. Es müsse sich an die veränderten Marktbedingungen anpassen, um langfristig wieder profitabel zu sein. Dazu habe es Anfang Jänner ein Programm initiiert, dass die wichtigsten Maßnahmen für die Zukunft von Galeria Kaufhof bündle. "Neben gezielten Investitionen in Markenauftritt und Markenkooperationen, die Modernisierung der Filialen und die Verzahnung von On- und Offline-Geschäft umfasst dies auch die Optimierung der Kosten und Prozesse." Insbesondere in der Kölner Zentrale lägen die Kosten deutlich über dem Wettbewerbsdurchschnitt. Einsparungen beim Personal seien daher unumgänglich.

Auch HBC in den roten Zahlen

Der Handelskonzern Metro hatte Kaufhof 2015 für rund 2,8 Mrd. Euro an HBC verkauft und ein Übernahmeangebot von Benko ausgeschlagen. Doch für Kaufhof läuft es unter dem neuen Eigentümer nicht rund. Die Kette kämpft mit Umsatzrückgängen und Verlusten. Auch der kanadische Kaufhof-Eigentümer HBC schreibt rote Zahlen und kämpft wie die Konkurrenz mit dem zunehmenden Wettbewerb durch Online-Händler wie Amazon. Nach einer Reihe von Management-Wechseln hatte HBC vor kurzem eine neue Vorstandschefin ernannt: Helena Foulkes, die 25 Jahre lang beim Drogeriekonzern CVS Health gearbeitet hatte, soll ihren Posten am 19. Februar antreten. Sie löst dann Interimschef Richard Baker ab, der Mitglied des Verwaltungsrats bleibt.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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