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Engpässe durch Hochwasser

05.06.2013

Die dramatische Hochwassersituation macht auch den Milchbauern und der Landwirtschaft insgesamt zu schaffen. Die Milchanlieferungen im Pongau, Pinzgau und Tiroler Unterland stocken, davon ist insbesondere die Pinzgau Milch betroffen.

Deren Produktionswerk in Kössen (Tirol) ist zerstört, der dort produzierte Käse vernichtet. „Wir produzieren auch für den Osten, derzeit gehen aber keine Lkws raus", sagte Klaus Horvat-Unterdorfer vom Vertriebsmarketing.

Pinzgau Milch ist Hauptproduzent für die Rewe-Biomarke Ja!Natürlich. Engpässe seien nicht auszuschließen. Pinzgau Milch verarbeitet jährlich 100 Millionen Liter Milch in den Molkereien Maishofen und Kössen, den Großteil davon im Hauptwerk in Maishofen, das von dem Unwetter nicht betroffen ist. In Kössen wird hauptsächlich Käse produziert. Die Höhe der Schäden sei noch nicht abzuschätzen, meinte Horvat-Unterdorfer.

Auch die größte heimische Molkerei, die Berglandmilch, hat Probleme mit der Milchabholung im Tiroler Unterland und in Kitzbühel, in Schärding (OÖ) sowie im Raum Melk und in der Wachau (NÖ). "Einen Großteil der Milch werden wir da heute wohl nicht abholen können", sagte Sprecherin Maria Kitzler. Die 12 Werke in Österreich seien aber nicht betroffen, dort laufe alles "problemlos".

Richard Franta, Geschäftsführer des Bundesgremiums des Lebensmittelhandels in der Wirtschaftskammer, räumte lokale Einschränkungen und Schwierigkeiten ein, von Versorgungsengpässen bei Lebensmittel könne aber keine Rede sein. Freilich sei die Situation bei Frischeprodukten wie Gemüse, Obst, Eiern oder Milchprodukten kritischer, weil diese täglich an den Handel zugestellt werden.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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