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Erfolgreich mit Herz und Verstand

08.06.2005

Josef Winkler betreibt einen Nahversorgermarkt in Puch und einen Adeg/Edeka Markt in Feffernitz. Seine Erfolgsgeheimnisse: solides Fachwissen und soziale Kompetenz.

Wer unter dem Druck starker und mit Dumping-Preisen agierender Konkurrenz erfolgreich sein möchte, der muss über wirksame Werkzeuge verfügen und diese auch richtig einsetzen, der muss sich für seine Mitarbeiter und Kunden Zeit nehmen.
Am Anfang der Karriere von Josef Winkler, der heute zwei erfolgreiche Märkte in Kärtnen managt, stand eine erstklassige Ausbildung. Diese solide Basis hat er seinerzeit bei Julius Meinl erhalten, einem Unternehmen, dem die fundierten Warenkenntnisse seiner Lehrlinge genauso wichtig waren, wie deren Bewusstsein um die Bedürfnisse der Kunden. Und mit großer Wahrscheinlichkeit wurde schon damals „beim Meinl“ Josef Winklers Kommunikationsfähigkeit und seine angeborene Freundlichkeit erkannt und entsprechend gefördert.

Auch nach der Übernahme des väterlichen Betriebes im Jahr 1992 war ihm Aus- und Weiterbildung ein wichtiges Anliegen: „Meine wirklich ausgezeichnete Ausbildung ist natürlich ein solides Fundament – ich habe aber auch später jede Gelegenheit wahrgenommen, mich persönlich fit zu halten und weiterzuentwickeln, vor allem mit Hilfe der hervorragenden Unterstützung, die mir Adeg immer wieder geboten hat.“
Außerdem hat Winkler seine Betriebe so organisiert, dass ihr wirtschaftlicher Erfolg auch für die weitere Zukunft gesichert ist. Dazu zählt nicht zuletzt ein verantwortungsvolles Artikel- und Sortiments-Management.
„Seit ich mit meiner Tätigkeit begonnen habe, hat sich unser Sortiment wirklich erstaunlich verändert: Seinerzeit hatten wir im Nahversorgerbetrieb noch Werkzeuge wie etwa Schaufeln im Angebot – das gibt es heute natürlich nicht mehr. Heute benötigt man ein Sortiment, das sich rasch dreht und umschlägt. Schließlich ist alles, was zu lange auf Lager liegt, ja nicht mehr finanzierbar.“

Richtig präsentieren – kein Problem
Zur Zeit hält man im Adeg/ Edeka-Markt an die 5.000, im Nahversorgerbetrieb um die 1.800 Artikel für die Kunden bereit.
„Es genügt nicht, Artikel einfach auf Lager zu halten, wir müssen sie auch richtig präsentieren“, erklärt Winkler. „Im Nonfood-Bereich ist oft die normale Regalbetreuung ausreichend, in unserer Selbstständigkeit liegt aber eine große Chance in der Frische und der optischen Anmutung – vor allem im Feinkost-, Fleisch-, und Wurstbereich. Darauf lege ich persönlich größten Wert. Hier ist die Warenpräsentation permanent zu kontrollieren, da muss immer alles frisch und sauber sein.“ Hier ist man sicher, gegenüber dem Mitbewerb problemlos punkten zu können, denn: „Der Jacobs-Kaffee schaut ja beim Billa genauso aus, wie bei uns.“

Die Mitarbeiter der beiden Adeg-Märkte in Puch in der Nähe von Villach und in Feffernitz nahe Feistritz an der Drau bemühen sich um jeden einzelnen Kunden: Schließlich will man „allen unseren Kunden das Gefühl vermitteln, dass wir sie ernst nehmen, dass sie merken, dass wir uns für sie Zeit nehmen, dass wir ihnen zuhören.“
Bei Adeg gehört auch die Ausbildung von Lehrlingen zu gelebter Unternehmensphilosophie, dementsprechend steht für Winkler „nicht nur die schulische Ausbildung im Vordergrund, sondern mehr noch die Persönlichkeitsentwicklung. Man muss sich für die jungen Leute einfach Zeit nehmen – dann sieht man oft erstaunliche Erfolge, die manchmal weit in den persönlichen Bereich hineingehen. Wenn man für sie da ist, dann kann man die jungen Menschen positiv motivieren, ihre Karrieren unterstützen und gemeinsam mit ihnen attraktive Perspektiven schaffen, davon bin ich überzeugt.“

Zum Mitbewerb haben Winkler und sein Team ein grundsätzlich faires Verhältnis. Man ist draufgekommen, dass es nichts bringt, einander gegenseitig zu ärgern. Dumping-Aktionen, so weiß man, bringen nur kurzfristigen Erfolg.
Demgegenüber werden die vielen, überzeugenden Stärken hinsichtlich Qualität und Kundenorientierung mit viel Freude zum Detail ausgespielt. Dazu kommt das Zauberwort Kundenbindung. „Wir haben einige Lieferscheinkunden – darunter viele Vereine, wie zum Beispiel Fußball- oder Schachvereine, die Feuerwehr und die Pfarrgemeinde. Sie alle veranstalten immer wieder Feste, die oft am Wochenende stattfinden. Da bringt der Lieferschein den großen Vorteil, dass nur das bezahlt werden muss, was tatsächlich verbraucht wurde.“ Zusätzlich werden, im Rahmen eines Platten- und Partyservice, frische und schmackhafte Delikatessen angeboten.

Fit für die Zukunft
Die richtige Betriebsgröße zu erreichen und zu erhalten – das sieht Josef Winkler als wesentliche Voraussetzung für nachhaltigen Geschäftserfolg: „Ich glaube, dass man – aufgrund der Ertragslage und der abzusehenden Entwicklungen – als selbstständiger Kaufmann in Zukunft wahrscheinlich nicht darüber hinwegkommen wird, in einen Größenbereich von 4 bis 5 Betrieben vorzudringen, dass man weiters eine gute Ablauforganisation braucht und dass man motivierte Mitarbeiter an sich binden muss, um wirtschaftlich sinnvoll arbeiten zu können. Genau dort möchte ich gerne hinkommen.“

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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