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Präsentation der Studie (v. l.): Andreas Haider, Waltraud Martius, Achim Hecker und Hans Harrer (Vorstand Senat der Wirtschaft)

Erfolgsmodell Franchise

29.09.2016

In der immer komplexer werdenden Wirtschaft ist Franchise einer der erfolgreichsten Business-Modelle. Einer der Pluspunkte ist die schnelle Replikation, also Vervielfältigung. Für den nachhaltigen Erfolg braucht es aber die richtige Mischung von Wissens- und Innovationsmanagement, wie die aktuelle Studie der Privatuniversität Schloss Seeburg zeigt.

In Österreich gibt es derzeit rund 450 Franchise-System mit insgesamt 7150 Franchise-Nehmern. Alle zusammen beschäftigen um die 66.000 Mitarbeiter und machen insgesamt einen Nettoumsatz von fast 9 Mrd. Euro. Die Zahlen des Österreichischen Franchise-Verbandes (ÖFV) belegen, dass das Wachstum der Franchise-Wirtschaft in den letzten Jahren ungebremst weiter ging, und wie es ausschaut auch noch weiter anhalten wird.

Weniger Hürden bei der Gründung

Die immer komplizierter werdende Umsetzung von Geschäftsideen, sei es aufgrund der hohen bürokratischen Hürden oder der immer komplexer werdenden Geschäftsmodelle, macht das Neugründen von Unternehmen zunehmend schwieriger. Mit Franchise kann diese Hürde leichter bewältigt werden, da Businesskonzepte und Innovationen erfolgreich multipliziert werden können. Verschiedene Unternehmenskonzepte zeigen, dass bereits eine sehr hohe Anzahl der Betriebe in Österreich als Franchise-Unternehmen geführt werden. Zu den bekanntesten Unternehmen zählen Starbucks und McDonald´s, aber auch Ankerbrot und der Lebensmittelhändler Unimarkt gehören dazu. In so gut wie jeder Branche gibt es mittlerweile Franchise-Modelle, wie die Fitness-Studios Bodystreet und Mrs. Sporty, der Fensterproduzent Rekord-Fenster, das Lernhilfe-Institut Lernquadrat  und der Delikatessenhändler Tiroler Bauernstandl beweisen.

Studie über erfolgreiche Strategien

Dabei sind jene Franchisepartner am erfolgreichsten, die das hohe Innovationspotenzial ihrer Mitarbeiter nutzen und sich so auf die Veränderung der Märkte und den Kundenbedürfnissen anpassen. Wie dieser Wissensaustausch stattfindet und zum Erfolg des Gesamtsystems beträgt, wurde nun in einer umfassenden Studie von Achim Hecker (Leitender Direktor & Rektor der Privatuniversität Schloss Seeburg) gemeinsam mit Waltraud Martius (Geschäftsführerin der Syncon International Franchise Consultants) und Birgit Renzl (Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Organisation an der Universität Stuttgart) erhoben. Dafür wurden tiefgehende Untersuchungen bei führenden Franchisesystemen im deutschsprachigen Raum durchgeführt und die Theorie der Praxis gegenübergestellt, um die erfolgreichen Strategien des erfolgreichen Wissens- und Innovationsmanagements aufzuzeigen. Die interessanten wie umfassenden Ergebnisse wurden als Buch unter dem Titel  „Wissens- und Innovationsmanagement in der Franchisepraxis“ (Verlag SpringerGabler) veröffentlicht.

Nachholbedarf beim Innovationsmanagement

Zusammengefasst zeigen die Ergebnisse, dass Franchisesysteme über umfangreiche Wissensmanagement-Kompetenzen verfügen, um ein erfolgreiches bestehendes Businesskonzept in vielen lokalen Märkten zu multiplizieren. „Viele Konzerne könnten sich da eine Scheibe abschneiden“, so Hecker. Beim Innovationsmanagement, also der beständigen Weiterentwicklung des Businesskonzepts, haben jedoch viele Systeme noch Nachholbedarf. „Denn langfristig werden nur die Systeme erfolgreich sein, die beides gleichzeitig leisten: ihr erfolgreiches Businesskonzept in möglichst standardisierter Form zu replizieren und dieses gleichzeitig kontinuierlich an neue Gegebenheiten anzupassen“, ergänzt Hecker.

Tagesroutinen rauben wertvolle Zeit

Franchiser stehen immer im Spannungsfeld zwischen der Weiterentwicklung des bestehenden Geschäftsmodells und der Vermittlung und Verankerung von Wissen  und Innovation. „Gleichzeitig effizient und flexibel zu sein, bewährte mit neuen Erfolgsfaktoren und Inhalten zu verbinden und diese dann zu kommunizieren und zu integrieren“, ist für die erfahrene Franchiseberaterin Martius jener Spagat, der  besonders in Zeiten des dynamischen Wandels und beschleunigter Innovationsprozesse gemeistert werden muss. Sowohl die meisten Franchise-Systeme als auch eine Vielzahl klassischer Unternehmen sind mit Tagesroutinen dermaßen beschäftigt, dass oft viel zu wenig Zeit für die Replikation und daraus abgeleiteter Innovation übrig bleibt.

Bessere Performance der Franchise-Partner

Einer der Studienteilnehmer ist der österreichische Lebensmittelhändler Unimarkt, der bereits seit 25 Jahren auf das Franchise-Konzept setzt. Die 131 Supermärkte werden als Eigenfilialen und mit 45 Franchise-Partnern geführt, bis Ende 2016 sollen es sogar 50 Franchise-Partner sein. Bis dato waren die Franchise-Partner bei den Ergebnissen immer um 1 bis 2 Prozent besser beim Umsatz, als die eigenen Märkte verriet Unimarkt-Geschäftsführer Andreas Haider, der auch Präsident des Franchise Verbandes ist. Etliche Innovationen des Unternehmens stammen von den Partnern, wie Prozessveränderungen zur Müllveränderung oder, dass Aktionen schon ab einem Stück gelten (und nicht nur wenn man aufgrund von 1+1-Aktionen das Doppelte einkauft). Eine typische Entwicklung „von unten nach oben“, wie Martius es beschreibt. Und für die langjährige Franchise-Expertin eine der Gründe, warum Franchise-Filialen, egal in welcher Branche, immer besser abschneiden als eigene Filialen. (ar)

 

Wichtiger Termin für alle Franchise-Interessierte:

Österreichische Franchise Messe, von 4. – 5. November 2016 in der Wiener Stadthalle

Weiter Informationen unter www.franchise-messe.at

Autor/in:
Alice Rienesl
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