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EU: Erzeugermilchpreise stiegen 2007 im Schnitt um 14%

19.02.2008

Die Erzeugermilchpreise sind im Jahr 2007 in der EU deutlich gestiegen, im Schnitt ergibt sich eine Erhöhung um 14% auf 32,18 Cent je kg. Im Dezember wurde das Vorjahresniveau mit 38,33 Cent sogar um 34% übertroffen.

Dies geht aus dem internationalen Preisvergleich des niederländischen Landwirteverbandes LTO hervor. In Österreich legte der Durchschnittspreis im Gesamtjahr 2007 um 12% auf 33,73 Cent zu, allein im Dezember ergab sich eine Steigerung um 29% auf 41,73 Cent. Damit lag das Preisniveau in der Alpenrepublik jeweils über dem europäischen Wert.

Die von LTO erhobenen EU-Molkereiauszahlungspreise wurden alle auf Basis einer Jahresanlieferung ab 500.000 kg, einem Gehalt von 4,20% Fett und 3,4% Eiweiß, einer Keimzahl von 25.000 und einer Zellzahl von 250.000 sowie ohne Umsatzsteuer berechnet. Die in der Erhebung berücksichtigten Molkereiunternehmen repräsentieren rund 50% der Milchproduktion in der EU-15. Die Vergleichswerte der Alpenrepublik beziehen sich nach Angaben der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) auf wesentlich geringere jährliche Anlieferungsmengen (im Schnitt rund 60.000 kg/Hof), weil die Betriebe hierzulande wesentlich kleiner sind. Würde man den EU-Wert auf dieser österreichischen Basis berechnen, so würde der Durchschnittspreis der Union etwas geringer ausfallen, beziehungsweise würde Österreich im
EU-Vergleich noch etwas besser aussteigen.

Extreme Preisunterschiede innerhalb der Union

Betrachtet man die durchschnittlichen Auszahlungspreise des Jahres 2007, so stellt man innerhalb der EU nach wie vor extreme Preisunterschiede fest. An erster Stelle liegt der finnische Milchverarbeiter Hämeenlinnan O. mit einem Durchschnittspreis von 37,12 Cent. Mit deutlichem Abstand folgt an zweiter Stelle das belgische Molkereiunternehmen Milcobel mit 35,19 Cent, an dritter das irische Unternehmen Glanbia mit 34,13 Cent je kg.

Erneut am unteren Tabellenende rangieren die britische Molkerei First Milk mit 27,35 Cent sowie das ebenfalls in Großbritannien tätige Unternehmen Dairy Crest mit 29,70 Cent. In Deutschland war die Humana Milch Union mit 33,56 Cent über dem EU-Schnitt, während die Großmolkerei Nordmilch (31,11 Cent) darunter lag. Beide Unternehmen verzeichneten im Jahresschnitt eine geringere Auszahlung als es dem österreichischen Vergleichswert entspricht.

Sehr starke Preisanstiege in Neuseeland und den USA

Der in den vergangenen Jahren extrem große Unterschied zwischen europäischen und neuseeländischen beziehungsweise nordamerikanischen Milchpreisen fiel 2007 nicht mehr so groß aus: Während der EU-Jahresschnitt bei 32,18 Cent lag, zahlte der neuseeländische Molkereiriese Fonterra 23,84 Cent (im Jahr davor waren es nur 16,54 Cent). US-Milchverarbeiter zahlten im Jahr 2007 ihren Lieferanten im Schnitt 32,12 Cent je kg und lagen damit fast exakt auf EU-Niveau. Im Jahr 2006 lag das US-Jahresmittel noch bei 23,47 Cent.

Bekanntlich sind die europäischen beziehungsweise internationalen Milchpreise in der zweiten Jahreshälfte 2007 aufgrund einer außergewöhnlichen Situation so stark wie schon lange nicht mehr gestiegen. Eine durch Missernten in wichtigen Erzeugerländern (Ozeanien) verringerte Produktion traf auf einen - vor allem im asiatischen Raum - stark steigenden Bedarf. Da in der EU die Lager bei Standardprodukten wie Butter und Milchpulver mittlerweile geräumt waren, reagierten die Preise ungebremst nach dem marktwirtschaftlichen Prinzip von Angebot und Nachfrage.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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