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EU: Schärfere Regeln für Bio-Lebensmittel

25.04.2018

Das EU-Parlament stimmte für schärfere EU-Regeln bei Bio-Lebensmittel, um gegen den Etikettenschwindel bei Bio-Lebensmitteln vorzugehen.  

Das EU-Parlament billigte vor kurzem mit großer Mehrheit eine neue Verordnung die falsche Kennzeichnungen von Bio-Lebensmitteln verhindern soll. "Wo Bio draufsteht, muss Bio drin sein", teilte der Grünen-Abgeordnete Martin Häusling mit, der über die neue Verordnung mitverhandelt hat. Das neue Gesetz soll Bio-Siegel zu einer echten Marke für Qualität machen und Vertrauen bei Kunden, Bio-Landwirten und den Bio-Lebensmittelherstellern schaffen. Die neuen Regelungen sehen strengere Kontrollen vor, die künftig neben der Produktion auch die Lieferkette abdecken sollen. Bio-Landwirte sollen verstärkt darauf achten, dass ihre Produkte nicht mit Pestiziden oder anderen Chemikalien verunreinigt sind.

Importe im Visier

Die Produktion von Öko-Lebensmitteln ist in der Europäischen Union in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Das Problem ist, dass Ökologische Landwirtschaft bisher jedoch nur auf etwa 7 Prozent der Weiden und Felder der EU zu finden ist. Österreich ist vorbildlich,  bereits 23,9 Prozent der landwirtschaftlich Nutzfläche hierzulande sind  bio. Deswegen wird der steigende Hunger auf Öko-Produkte durch mehr Importe gestillt. Für diese Einfuhren sollen mit dem neuen Gesetz künftig strengere Regeln gelten. Auch Bio-Produkte aus dem außereuropäischen Ausland sollen eins zu eins den EU-Standards entsprechen. Lebensmittel, die davon abweichen, sollen nach Inkrafttreten der Verordnung nur noch fünf Jahre lang importiert werden dürfen. Ausnahmen soll es lediglich bei Versorgungsengpässen geben.

Risiken für Bio

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft lobt die neue Verordnung als ein "Fundament, aus dem ein gutes Bio-Recht werden kann". Allerdings müssen Zentreale Regeln erst ausgearbeitet werden. Kritisch sieht Öko-Bund-Geschäftsführer Peter Röhrig die Tatsache, dass Landwirte künftig ihr Bio-Label verlieren können, wenn ihre Produkte mit Chemikalien verunreinigt sind, denn es wäre unfair, wenn Ökobauern für die Pestizidanwendungen ihrer Nachbarn haften müssten.

Die sozialdemokratische Europaabgeordnete Maria Noichl sieht durch diese Kontaminationsregel die Gefahr, dass der Bio-Sektor in eine "Nische zurückgedrängt" werden könnte, weil Bauern für die Pestizide geradestehen müssten, die auf dem konventionellen Nachbarhof eingesetzt werden.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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