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Europäischer FMCG-Markt wächst sehr langsam

01.12.2016

Der Preisanstieg bei Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs (sog. FMCG-Produkte, „Fast Moving Consumer Goods“ wie Lebensmitteln, Getränken, Hygieneartikeln) ist weiterhin auf einem sehr niedrigen Level. Dies zeigen die aktuellen Zahlen von Nielsen, einem globalen Performance Management Unternehmen, das Informationen und Erkenntnisse zum Medien- und Konsumverhalten von Verbrauchern liefert.

Die Preise haben in Österreich leicht angezogen, der Absatz ist leicht zurückgegangen

Im dritten Quartal 2016 stiegen die Preise für FMCG-Produkte in Europa nur um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Abverkäufe stiegen in dieser Zeit um 1,1 Prozent. Dies ist der drittniedrigste Wert seit Beginn der Analyse im Jahr 2008.

Das höchste Wachstum unter den 21 betrachteten Ländern konnte im dritten Quartal erneut die Türkei mit einem Plus von 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreichen, gefolgt von Spanien (+3,6%) und Slowenien (+3,5%). Den größten Rückgang beim Wachstum verzeichneten dagegen Griechenland (-6,3%) und Finnland (-6,0%).

Betrachtet man die fünf großen westeuropäischen Märkte, so liegt Spanien mit einem Plus von 3,6 Prozent an der Spitze, gefolgt von Deutschland (+0,8%). Großbritannien verzeichnet mit -0,7 Prozent einen Rückgang.

Österreich: leichtes Wachstum

In Österreich entwickelten sich die Preise leicht positiv (+1,3%), während die Absätze fielen (-0,7%). Dies führt zu einem nominalen Wachstum von 0,6 Prozent.

„Der Lebensmitteleinzelhandel in Europa wächst nur sehr langsam, zum Teil durch die Performance der Top-5-Märkte. Von diesen entwickeln sich vier unterdurchschnittlich“, erklärt Olivier Deschamps, Senior Vice President Retailer Services Europe bei Nielsen. „Die Ausnahme in Spanien wurde durch den langen Sommer angetrieben und die damit verbundenen Touristen, die der Wirtschaft durch ihre Einkäufe halfen. Der Rückgang in Großbritannien wurde maßgeblich durch den Preiskampf getrieben, der über die Sommermonate herrschte. Dennoch waren die Zahlen des dritten Quartales bereits besser als im Vorquartal. Die größten Supermärkte motivieren die Kunden mit einfachen Preisreduzierungen statt komplexer Promotionmaßnahmen. Wir erwarten zum Jahresende eine Null-Inflation, was nach drei Jahren Deflation eine positive Entwicklung im Lebensmitteleinzelhandel darstellt.“

Deschamps weiter: „In Frankreich verändert sich der Warenkorb. Produktinnovationen, Bio-Produkte und lokale Produkte kleinerer Unternehmen unterstützen das Wachstum. Auch in Deutschland sehen wir Veränderungen des Warenkorbes hin zu frischen Lebensmitteln, Softdrinks, Tabak, Süßwaren und Bio-Produkten.“

„In Italien steigen die Absätze, während sich die Wirtschaft langsam erholt. Die Käufer halten sich an die Einkaufsstrategien, die sie während der Wirtschaftskrise veranlasst haben, auf billigere Lebensmittelmarken umzustellen und Promotionen zu nutzen“, erklärt Deschamps.

Die Studie können Sie hier herunterladen: http://www.nielsen.com/at/de/insights/reports/2016/Growth-Reporter-Q3-20...

Anmerkung: Wertveränderung Artikel = Die Veränderung des Preises, die ein Konsument für einen Artikel zahlt, aufgrund der Preisinflation, und/oder der Kauf eines ein Ersatzproduktes mit Wertdifferenz.

Nominales Wertwachstum (oder Veränderung an der Ladenkasse) = Wertveränderung des Artikels + Absatzveränderung

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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