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Europas Kaufkraft wächst wieder

25.02.2011

Nach den massiven Rückgängen im Jahr 2009 stieg das Kaufkraftvolumen in Europa im vergangenen Jahr um rund 2,3%. Damit befinden wir uns jedoch noch immer unter dem Vorkrisenniveau von 2008. Auch konnte die Kaufkraft nicht in allen Ländern Europas wieder wachsen, in manchen Staaten gab es sogar zum zweiten Mal in Folge Kaufkraftrückgänge. Das belegt eine aktuelle Studie der RegioData Research GmbH.

Die Kaufkraft zeigt auf, wie hoch das Nettoeinkommen inklusive Transferleistungen der Bewohner eines Landes ist. Es ist nicht nur ein wichtiger Indikator für den Wohlstand der Bevölkerung, sondern auch die wichtigste Grundlage für Investitionsentscheidungen im Einzelhandel. Aktuell verfügt ein Europäer im Schnitt über rund 11.750 Euro im Jahr, was in Summe einer absoluten Kaufkraft von 7,9 Billionen Euro in Europa entspricht. Österreichs Kaufkraft hat auch im vergangenen Jahr um 2,5% zugelegt.

 

Nach absoluter Kaufkraft betrachtet, sind die reichsten Länder und Regionen Europas in den Alpen (Schweiz, Österreich, Norden Italiens), im Norden (Norwegen, südlicher Teil von Großbritannien) sowie in Frankreich an der Cote d`Azur zu finden. Die höchste Kaufkraft nach Länder erreicht Liechtenstein mit über 38.000 Euro pro Kopf, die niedrigste Kaufkraft hat ein Moldauer mit nur 673 Euro pro Kopf. Die Österreicher konnten die Krise gut überstehen. Mit einem Anstieg im Jahr 2009 von 0,7% und von sogar 2,5% im Jahr 2010, zeigt sich die Kaufkraft der Österreicher (ca. 20.000 Euro pro Kopf) absolut krisenfest.

 

War das Krisenjahr 2009 ein besonders ernüchterndes auch in puncto Kaufkraft, so konnte 2010 der Abwärtstrend in vielen europäischen Ländern gestoppt werden. Während 2009 mehr als 20 Länder Kaufkraftverluste hinnehmen mussten, gab es 2010 nur mehr 7 Länder mit Rückgängen: Litauen, Lettland, Irland, Kroatien, Bulgarien, Zypern und Estland.

 

Manche CEE-Länder bewegen sich rund 20 Jahre nach der Wende auf dem Niveau Westeuropas: So stehen einem Slowenen rund 9.050 Euro pro Jahr und damit nahezu gleich so viel wie einem Portugiesen (9.300 Euro) und mehr als einem Malteser (8.500 Euro) zur Verfügung. Die ärmsten Länder (Moldau, Albanien, Ukraine, Weißrussland, Mazedonien, Bosnien und Herzegowina) verfügen über eine durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft im Jahr von weniger als 2.000 Euro. In den Baltischen Staaten sowie in Irland und Kroatien ging die Kaufkraft sogar zum zweiten Mal in Folge zurück.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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