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Shopping Center-Industrie in Europa: Weniger Neuprojekte, mehr Transaktionen

Europas Shopping Center-Industrie schrumpft

06.10.2016

Die Dynamik bei der Entwicklung von Shopping Centern ist in Europa nach der Immobilienkrise nachhaltig verschwunden, berichtet RegioData. Die derzeitigen Zuwächse an vermietbarer Fläche liegen lediglich auf dem Niveau von vor 20 Jahren – eine wesentliche Veränderung ist nicht in Sicht.

Ende der 90er-Jahre war die europäische Shopping-Center-Industrie jährlich von satten Verkaufsflächen-Zuwächsen gekennzeichnet. Ab etwa 2005 setzte, vor allem bedingt durch heftige Aktivitäten in Russland, der Türkei und Polen, ein Hype ein, der, wie jeder nur zu gut weiß, mit der Immobilienkrise 2008 abrupt endete. Und seitdem ist es nicht besser geworden: Politische und wirtschaftliche Krisen, verhaltenes Wirtschaftswachstum und eine Verlagerung der Umsätze von der stationären Fläche in Richtung Internet lassen die Retailer stark auf die Expansionsbremse drücken. Die Nachfrage nach neuen Fläche ist daher dementsprechend schwach geworden.

Die jährlichen Zuwächse an neuer vermietbarer Fläche scheinen sich derzeit in  Europa (inklusive Türkei und Russland) auf einem Niveau von knapp unter 4 Mio. Quadratmeter einzupendeln, wobei sich der räumliche Fokus verlagert hat: Weniger Projekt in Russland, der Türkei, der Ukraine und Polen (das schon ziemlich dicht besetzt ist), hin zu Deutschland, (wieder) Rumänien und Bulgarien.

In den letzten fünf Jahren wurden in Russland mit 6,2 Mio. Quadratmetern vermietbarer Fläche (GLA) die mit Abstand meisten Flächen neu errichtet. Die Türkei mit 3,9 Mio. Quadratmetern folgt mit Respektabstand. Polen brachte es in diesem Zeitraum auf 2,4 Mio. Quadratmeter, Deutschland auf 2,2 Mio. Quadratmeter. Generell werden die Neuprojekte knapp, sowohl bei den Shopping Malls, als auch bei den Retail-Parks. Ein deutliches Zeichen dafür ist die Zunahme von Transaktionen bei den Handelsimmobilien: Einzelne Immobilien, aber auch ganze Portfolios, wechseln verstärkt den Eigentümer.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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