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Die Marke „Manner“ hatte 2014 Umsatzzuwächse, „Casali“ und „Napoli“ jedoch Erlösrückgänge.

Fabrikseinsturz kostet Manner 10 Mio. Euro an Umsatz

30.04.2015

Der Nettogewinn des Wiener Waffel- und Schnittenproduzenten brach 2014 auf 895.000 Euro ein. Die stärksten Erlösrückgange gab es bei „Napoli“ und „Casali“. Ein Sparkurs hat noch größere Verluste verhindert. Bei der Kernmarke „Manner“ sind die Umsätze im Vorjahr allerdings nach oben geklettert, wie aus dem jüngsten Geschäftsbericht zu erfahren ist.

Der Teileinsturz der Manner-Fabrik im Oktober 2014 hat dem Wiener Waffelproduzenten das vergangenen Geschäftsjahr verdorben. Bis Jahresende habe der Einsturz einen Umsatzverlust von 10,3 Mio. Euro verursacht, teilte das börsennotierte Unternehmen im Geschäftsbericht mit. Der Nettogewinn brach von 4,6 Mio. Euro auf nur noch 895.000 Euro ein. Ein Sparkurs verhinderte höhere Einbußen.

Exportquote um 3 Prozent geringer
„Mit Eintritt des Schadensfalles im Oktober wurden Einsparungspotenziale erarbeitet“, heißt es im Jahresbericht. Im Vergleich zu 2013 seien vorerst 580.000 Euro weniger ausgegeben worden. Der operative Gewinn ging von 6,7 auf 1,4 Mio. Euro zurück. Der Vorstand begründet dies mit den Umsatzeinbußen. Die Erlöse schrumpften von 190 auf 176 Mio. Euro. Auch für Jänner und Februar 2015 weist Manner rückläufige Umsätze aus. Der Fabrikseinsturz habe sich in den ersten beiden Monaten des laufenden Geschäftsjahres mit einem Umsatzrückgang von 2,4 Mio. Euro zu Buche geschlagen. Bei der Kernmarke „Manner“ hat es 2014 trotz Fabrikseinsturz Umsatzzuwächse gegeben, am stärksten Erlöse eingebüßt haben die Marken „Napoli“ und „Casali“. In Österreich habe man Marktanteile nahezu halten können, stärker betroffen sei das Exportgeschäft gewesen, erklärt das Wiener Traditionsunternehmen. Auf der arabischen Halbinsel setzte Manner um ein Drittel mehr um, die Exportquote ging aber von 59 auf 56 Prozent zurück.

 

Missernten und Preisschwankungen
Kakao, Haselnüsse und Co. unterlagen laut Manner im Vorjahr starken Preisschwankungen. Insgesamt gab das Unternehmen 2014 knapp 58 Mio. Euro für Rohstoffe aus. Für 2015 erwartet Manner bei den Preisen für Haselnüsse ein Allzeithoch. „Allein aus diesem Rohstoff müssen wir mit Mehrkosten in zweistelliger Millionenhöhe rechnen“, erklärte der Vorstand. Hauptverantwortlich sei eine durch Missernte hervorgerufene, noch nie da gewesene Knappheit am Haselnussmarkt, verbunden mit massiven Spekulationen. Auch der schwache Euro mache Rohstoffeinkäufe in Dollar und Pfund teurer. Der durchschnittliche Mitarbeiterstand stieg um 12 auf 676 Personen. Wegen des Einsturzes ging die Betriebsleistung pro Beschäftigtem aber um mehr als 10 Prozent zurück.

 

Umbau in Wien um 30 Mio. Euro
Der Vorstand geht von einem „schwierigen“ Jubiläumsjahr 2015 aus. Der Vorsteuergewinn sollte aber im 125. Jahr nach der Gründung der Josef Manner & Comp über dem Niveau des Krisenjahres 2014 von 1,1 Mio. Euro liegen, kündigte der Vorstand im Ausblick an. Nachdem klar ist, wer den Fassadeneinsturz des Produktionsgebäudes in Wien verschuldet hat, will Manner die Schadenssumme von den betroffenen Unternehmen einfordern. Die Beweissicherung wurde mittlerweile abgeschlossen, auch ein Gerichtsgutachten liegt bereits vor. Das Stammwerk des Süßwarenherstellers in Wien-Hernals wird seit 2012 für geplante 30 Mio. Euro umgebaut. Der Konzern will seine berühmten Schnitten künftig nur noch in Wien produzieren.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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