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Katharina Koßdorff vom Fachverband der Lebensmittelindustrie spricht sich deutlich gegen eine „Ampel“ bei Lebensmitteln aus.

Fachverband warnt vor der Idee einer „Lebensmittel-Ampel“

27.05.2014

Im Zuge der Europawahl hat die Arbeiterkammer wieder die "Lebensmittel-Ampel" thematisiert. Der Fachverband der österreichischen Lebensmittelindustrie kann dieser Idee gar nichts abgewinnen. Ab Dezember dieses Jahres tritt die neue Lebensmittelverordnung der EU in Kraft, die zusätzliche Lebensmittelinformationen auf den Verpackungen verlangt.

„Die ‚Lebensmittel-Ampel‘ wurde vor Jahren europaweit ausführlich diskutiert und aus sachlichen Gründen abgelehnt. Dass die Arbeiterkammer das Thema im Zuge der Europawahl wieder hervorgeholt hat, kann wohl nur wahltaktischen Gründen geschuldet gewesen sein. Ab 13. Dezember 2014 gilt die neue Lebensmittelinformationsverordnung der EU. Sie bringt zusätzliche Informationen über Lebensmittel auf den Verpackungen, u. a über die Nährwerte wie Zucker, Fett oder Salz. Jetzt erneut über alte Konzepte wie die ‚Ampel‘ zu diskutieren, ist daher nicht nachvollziehbar. Tatsache ist: Die ‚Ampel‘ ist und bleibt ein Irrlicht für den Konsumenten“, stellt Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbandes der österreichischen Lebensmittelindustrie, zur kürzlich erhobenen Forderung der Arbeiterkammer klar.

Irreführung der Verbraucher
Im Straßenverkehr steht „Rot“ für „Stopp“, bei Lebensmitteln würde „Rot“ laut „Ampel“-Modell aber (nur) „Achtung“ heißen. Somit könnten Verbraucher fälschlicherweise annehmen, Lebensmittel seien gefährlich. Die Ursachen für Übergewicht sind allerdings vielschichtig (u.a. Arbeits- und Familienstruktur, persönlicher Lebensstil, mangelnde Bewegung). Die Vereinfachung dieser komplexen Zusammenhänge durch Bewertung individueller Lebensmittel allein mittels „Ampel“ sei nicht nur unwissenschaftlich, vor allem führe sie Verbraucher in die Irre. Die Einteilung in „Rot“, „Gelb“ und „Grün“ und damit verschiedene „Gefahrenkategorien“ widerspreche allen bisherigen Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft, nach denen es keine per se „guten“ oder „schlechten“ Lebensmittel gibt. Entscheidend ist die Ausgewogenheit der Ernährung in Kombination mit ausreichend Bewegung, also einem gesunden Lebensstil.

Klare Informationen sind besser
Einzelne Lebensmittel können nie isoliert betrachtet werden, es kommt auf die Ernährungsweise an. Eine „Ampel“ greife also zu kurz. Die „Ampel“ würde auch Produkte, die wissenschaftlich anerkannt von hohem ernährungsphysiologischem Wert sind, mit „Rot“ kennzeichnen und damit zu falschen Entscheidungen führen. Etwa würde die „Ampel“ bei Olivenöl, Nüssen oder bestimmten Käsesorten „Rot“ leuchten und diese Produkte somit in der Einschätzung der Verbraucherinnen und Verbraucher fälschlicherweise als „gefährlich“ eingestuft. Die Lebensmittelindustrie unterstütze dagegen klare und unmissverständliche Information über die Nährwerte von Lebensmitteln, etwa Richtwerte zur Tageszufuhr bestimmter Nährstoffe in der Nährwerttabelle auf Verpackungen, heißt es in der Aussendung.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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