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Fairtrade

08.06.2005

Fairtrade macht auf die existenzgefährdende Situation von Millionen Kindern aufmerksam. In Österreich wurden im Vorjahr Fairtrade-Produkte im Wert von 16 Mio. Euro verkauft.

Weltweit müssen nach Angaben der UNICEF über 250 Millionen Kinder im Alter von 5 bis 14 Jahre arbeiten. Die Arbeitsbedingungen sind erschreckend, die Bezahlung miserabel und die Arbeitstage lang. Dadurch ist ein Schulbesuch meist ebenso wenig möglich wie eine Berufsausbildung. „Ausbeuterische Kinderarbeit ist nicht nur ein Verbrechen, weil eine gestohlene Kindheit unwiederbringlich ist, sondern sie ist auch ein Verbrechen an unsere Zukunft: Durch unausweichliche Armut und fehlende Ausbildung erhalten junge Menschen nicht die Werkzeuge, die sie brauchen, um sich selbst eine Zukunft gestalten zu können“, so Fairtrade-Geschäftsführerin DI Barbara Studeny bei der Pressekonferenz zum Welt-Fairtrade-Tag.

Starke TV-Kampagne
Um die Problematik von Kinderarbeit bei der Herstellung von Lebensmitteln einer breiteren Öffentlichkeit bewusst zu machen, wurde ein TV-Auftritt entwickelt, der als Informationskampagne deutliche Worte verwendet: Kinderarbeit ist geschmacklos soll die Menschen beim Einkauf auf nachdrückliche Weise daran erinnern, dass man sich bei Lebensmitteln, die in so genannten Entwicklungsländern produziert wurden, stets die Frage nach etwaiger Kinderarbeit stellen muss. „Man kann Kinderarbeit eben nicht am Geschmack erkennen – Sicherheit, dass garantiert keine Kinder ausgebeutet wurden, gibt nur das Fairtrade-Gütesiegel auf Produkten“, so Mag. Eduard Böhler, Geschäftsführer Wien Nord Pilz Werbeagentur.

Die wohl häufigste Ursache von Kinderarbeit ist die wirtschaftliche Not der Menschen. „Jeder Konsument kann mit seiner Entscheidung für Fairtrade-Produkte einen konkreten Beitrag für eine faire Partnerschaft mit den Bauernfamilien leisten. Fairtrade ist Hilfe zur Selbsthilfe. Mit der substanziellen Aufstockung der Mittel für die Armutsbekämpfung auf 0,51% BNE hat auch die Bundesregierung ein klares Signal gesetzt, wie wichtig die Bekämpfung von Armut, Hunger und Katastrophen in der Welt ist“, so Außenministerin Dr. Ursula Plassnik.

33% Umsatz-Steigerung
Nach neuesten Zahlen kauften die Österreicher 2004 Waren mit dem Fairtrade-Gütezeichen im Wert von 15,8 Millionen Euro. Das bedeutet einen Zuwachs von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die wichtigsten Fairtrade-Umsatzträger im Jahr 2004 waren Fruchtsäfte (+69%), Schokolade (+50%) und Zucker (+27%). Auch Kaffee (+12%), Kakao (+8%) und Tee (+7%) verzeichneten starke Zuwachsraten.
Nach Kaffee, Kakao, Zucker, Schokolade, Honig, Tee, Bananen und Orangensaft wurden im letzten Jahr Reis und Fruchtsäfte sowie zahlreiche Produktlinienerweiterungen mit dem Fairtrade-Gütesiegel auf dem Österreichischen Markt lanciert. Diese Entwicklung beweist, dass die Qualität von Fairtrade-Produkten die Konsumenten überzeugt. Die intensive Zusammenarbeit mit Partnerfirmen, Handelsketten, dem Öffentlichen Bereich und der Gastronomie macht den Erfolg möglich.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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