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Fairtrade wird immer wichtiger

16.09.2009

Die allgegenwärtigen Themen Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility (CSR) haben sowohl auf Industrie- als auch auf Handelsseite eine Lawine losgetreten, von der nun auch Fairtrade mitgerissen wird.

Fairtrade-Österreich-Chef Hartwig Kirner mit seiner Marketingleiterin Regina Dicken und Hans Lanzinger von Pfanner.

Beim Fairtrade-Kongress in Berlin haben einige Unternehmen entsprechende Projekte präsentiert. Stark engagiert sich etwa die Rewe im Bereich Nachhaltigkeit (was u. a. beim Stakeholder-Forum am 7. Oktober in Wien untermauert werden soll). Daniela Büchel, Head of Marketing bei Rewe Deutschland, verwies auf eine diesbezügliche Roadshow, die zum Jahresende in Österreich eintreffen soll. Im Alpenland ortet sie auch eine höhere Bereitschaft der Kunden, für nachhaltige Produkte mehr Geld auszugeben, als das in Deutschland der Fall sei. Basisanforderung sei jedenfalls immer die Produktsicherheit, weshalb Rewe bereits eine Reihe von Vetragsanbauprojekten (etwa für Erdbeeren, Paprika, Trauben, Tomaten, Zitronen, Äpfel) laufen habe.

Eine Vorreiterrolle spielt auch Coop, das Schweizer Handelsunternehmen will bis 2023 CO2-neutral sein und investiert jährlich 10 Millionen Euro in nachhaltige Projekte. Fair gehandelte Produkte gibt es bei Coop schon lange unter der Marke „Max Havelaar“, jetzt wird auf Fairtrade umgestellt. Von allen Fairtrade-Produkten bei Coop (Jahresumsatz rd. 90 Mio. Euro) werden laut Kompetenzmarken-Leiter Christian Waffenschmidt nur bei den Rosen Flugtransportkilometer ausgewiesen (alles andere kommt per Schiff). Dafür müsse Coop aber keine CO2-Kompensation (etwa über Biogasanlagen) nachweisen, weil europäische Glashausrosen einen noch größeren CO2-Ausstoß verursachen. 94% aller bei Coop verkauften Rosen, 88% aller Bananen, 51% aller Reissorten seien Fairtrade-zertifiziert. Auch Fairtrade-Fertiggerichte seien bereits im Sortiment. Im übrigen habe die Schweiz mit 22 Euro/Jahr die weltweit höchsten Pro-Kopf-Ausgaben für Fairtrade-Produkte.

Die finnische Handelskette Kesko führt mit „Pirkka“ die bekannteste Handelsmarke des Landes. Unter dieser Marke läuft auch eine Reihe von Fairtrade-Produkten. Purchasing Director Tarja Jukkara: „Wir waren das erste finnische Handelsunternehmen, das Fairtrade privat lable Bananen auf den Markt gebracht hat“.

Liz Jarman, Head of Product Development bei der englischen Handelskette Sainsbury´s, ist wiederum stolz darauf, dass ihr Unternehmen „ausschließlich und damit 34% aller weltweit produzierten Fairtrade-Bananen“ verkaufe.

Auch die Industrie hatte in Berlin einiges anzubieten: Cadbury stellt seine bekannte Schokoladenmarke „Dairy Milk“ seit heuer ausschließlich mit aus Ghana bezogenem Fairtrade-Kakao her. Nicht auszudenken, wenn Kraft Foods nicht nur das britische Unternehmen, sondern gleich auch dessen Philosophie mitübernehmen würde. Bei Darboven läuft das Geschäft mit Fairtrade Bio-Kaffee so gut, dass bereits Engpässe befürchtet werden. Und schließlich ließ auch Österreich aufhorchen: Geschäftsführer Hans Lanzinger nimmt für Pfanner in Anspruch, mit einem Absatz von 10 Mio. Liter (in A, D, ITA, LUX) europaweit Marktführer bei Fairtrade-Fruchsäften zu sein. 850 Dollar betrage derzeit der Weltmarktpreis für 1 Tonne konventionellen Orangensaftkonzentrats, 2350 Dollar bezahle Pfanner für das Äquivalent in Fairtrade-Qualität.

Fairtrade Österreich präsentiert für das erste Halbjahr 2009 erfreuliche Ergebnisse: Die Umsatzerlöse im Handel sind auf 36 Mio. Euro gestiegen und liegen damit um 10% über dem Niveau des Vorjahres. Die wichtigsten Bereiche sind Bananen (13 Mio. €), Kaffee (6,3 Mio. €), Schokolade (6 Mio. €), Fruchtsaft (3,1 Mio. €) und Blumen (3,1 Mio. €). Zum Fairtrade-Sortiment gehören über 400 zertifizierte Produkte. Info: www.fairtrade.at .

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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