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Fibronil-Eier in Oberösterreich entdeckt

14.08.2017

Auch in Österreich sind Fibronil-Eier in Umlauf gekommen. In acht von 80 Proben von Eiern aus Deutschland, Niederlande, Belgien und Polen wurde das Insektizid festgestellt, der Wert ist allerdings um das Zehnfache geringer als in Belgien. Heimische Eier sind noch immer frei von Fibronil.

Bisher waren in Österreich keine Frisch-Eier von Fibronil betroffen, weder inländische noch aus dem Ausland (siehe auch https://www.handelszeitung.at/handelszeitung/heimische-eier-bis-dato-ohne-fipronil-150427 ). Das hat sich jetzt geändert: Von 80 gezogenen Proben, die am Freitag an die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) weitergeleitet wurden, bestätigte sich jetzt in acht Fällen der Verdacht auf das Insektizid, bei zehn weiteren läuft die Abklärung noch.

Dabei handelt es sich vermutlich nicht um jene gekochten und geschälten Eier, die zwei oberösterreichische Großhändler vergangene Woche aus den Niederlanden importiert und an Gastrobetriebe verkauft haben. Der oberösterreichischen Lebensmitteaufsicht liegen allerdings noch keine genauen Untersuchungsergebnisse vor.

Im Fall der Großhändler wurden umgehende Rückholaktionen umgesetzt und Proben an die AGES weitergeleitet. Gleichzeitig überprüfte die Lebensmittelaufsicht in Oberösterreich Betriebe, die stark im Eier-Import tätig sind und auch bundesweit zog man weitere Proben.

Einen kleinen Trost gibt es: der höchst gemessene Wert in den belasteten Eiern liegt bei 0,1 Milligramm pro Kilo. Dieser Wert ist um das Zehnfache geringer, als der höchste Wert, der bisher in Belgien gemessen wurde, aber vor allem ist er nicht gesundheitsgefährdend.

Lebensmittelindustrie gegen weitere Herkunftsangaben

Bei den Mengen die bisher in den Eiern gefunden wurde, ist von keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung für den Menschen auszugehen. In höheren Dosen führt das Insektizid zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen bis hin zu Lähmungserscheinungen. Geht man von dem höchsten in einem Ei gemessenen Wert aus, so wäre eine tägliche Aufnahme von sieben Eiern für Erwachsene bzw. 1 Ei für ein Kind (10 kg) tolerierbar. Bei verarbeiteten Lebensmitteln ist eine Gefährdung, auf Grund des Verarbeitungsprozesses eher unwahrscheinlich.

Trotz verschiedener Vorschläge sprach sich Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Lebensmittelindustrie, gegen genauere Herkunftsangaben von Eiern aus: „Eine umfassende Kennzeichnungspflicht wie bei Schaleneiern auch für verarbeitete Eier einzuführen, würde die Lebensmittelsicherheit nicht substanziell verbessern." Die Einhaltung der bestehenden Regeln für Lebensmittelsicherheit von allen Partnern der Lebensmittelkette, sowie die effektive Anwendung des EU-Schnellwarnsystems (RASFF) seien viel entscheidender. Die Deklaration von Lebensmitteln ist, laut Koßdorff, EU-Recht. Sollten einzelne Länder eine Vorreiterrolle einnehmen wollen, würde das Wettbewerbsnachteile für die heimischen Hersteller bedeuten. (apa/af)

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