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Gentechnik-freie Produktion wichtiger Faktor beim Lebensmitteleinkauf

08.10.2019

Eine Studie zeigt: Österreichs KonsumentInnen wollen keine Lebensmittel aus Neuer Gentechnik – Bundesregierung soll sich bei EU für strenge Regelung einsetzen.

Zwischen 7. und 19. Oktober 2019 finden im beinahe gesamten österreichischen Lebensmittelhandel (denn’s, Hofer, Lidl, Metro, M-Preis, Rewe, Spar, Unimarkt) bereits zum dritten Mal die „Gentechnik-freien Wochen“ statt – mit umfassender Konsumenteninformation über Vorteile und Qualitätsaspekte der Gentechnik-freien Produktion und mit speziellen Angeboten.

Österreichs Konsumenten wollen und schätzen Gentechnik-freie Produkte

Die von der ARGE Gentechnik-frei im Vorfeld der „Gentechnik-freien Wochen 2019“ bei CAWI marketagent.com in Auftrag gegebene Studie zeigt klar: Gentechnik-freie Produktion spielt eine zentrale Rolle beim Einkaufsentscheid. So ist für 85,2% der Befragten Gentechnik-freie Produktion ein wichtiger Aspekt (Qualität: 97,1%; Frische: 97,1%; Preis-Leistungsverhältnis: 96,4%; Tierwohl: 90,8%; produziert in Österreich 87,3%; Regionalität: 86,2%). Gute zwei Drittel der Befragten (66,8%) halten die Auslobung „Ohne Gentechnik hergestellt“ für sehr glaubwürdig; 84,3% kennen das entsprechende Qualitätszeichen. Besonders wichtig ist die Gentechnik-freie Produktion bei Frischfleisch (67,4%), Milch & Milchprodukten (61,9%), Obst & Gemüse (60,6%) sowie bei Eiern (60,1%) – in diesen Bereichen sind auch die meisten gekennzeichneten Produkte am Markt. Insgesamt führen rund 3.700 Produkte das Qualitätszeichen „Ohne Gentechnik hergestellt“. Seit 2010 sind in Österreich die komplette Milch- und Eierproduktion, seit 2012 die komplette Geflügelfleischproduktion Gentechnik-frei.

Glasklare Ablehnung der Verfahren der Neuen Gentechnik in Österreich

Die Marktforschungsstudie zeigt klar: Die aktuell in Europa heftig diskutierten Verfahren der Neuen Gentechnik stoßen in Österreich auf massive Ablehnung. 69,3% der Befragten würden keine damit hergestellten Produkte kaufen. 84,1% sind der Ansicht, dass Organismen aus Neuer Gentechnik genauso streng kontrolliert und geregelt sein müssen wie die „bisherige“ Gentechnik, mit einer strikten EU-Gentechnikgesetzgebung. 85,6% meinen, derartige Produkte müssen als „Gentechnik“ gekennzeichnet werden. Beachtliche 94% sind der Ansicht, die österreichische Bundesregierung solle sich in der EU dafür einsetzen, dass die Neue Gentechnik streng geregelt und kontrolliert wird.

„Die Konsumentinnen und Konsumenten, aber auch das EuGH-Urteil vom 25. Juli 2018 sprechen eine unmissverständliche Sprache: Die Verfahren der Neuen Gentechnik müssen klipp und klar durch die EU Gentechnik-Gesetzgebung geregelt und kontrolliert werden. Vorsorgeprinzip, Risikobewertung und Kennzeichnungspflicht müssen dabei uneingeschränkt gelten“, erklärt Florian Faber, Geschäftsführer der ARGE Gentechnik-frei.

Die Gentechnik-freie Lebensmittelproduktion habe sich in Europa weit über das Vorreiterland Österreich hinaus als bedeutender Qualitätsstandard und Wirtschaftsfaktor etabliert. So wurden z.B. in Deutschland 2018 mit Lebensmittel ohne Gentechnik rund 8 Mrd. Euro umgesetzt; in Österreich sind es geschätzte 1,5-1,7 Mrd. Euro. Kennzeichnungssysteme für Lebensmittel ohne Gentechnik gibt es in mittlerweile 10 europäischen Ländern (Österreich, Deutschland, Slowenien, Polen, Ungarn, Tschechien, Bosnien Herzegownina, Frankreich, Luxemburg und Südtirol); weitere wie z.B. Belgien, Kroatien, Italien oder Serbien werden in den nächsten 1-2 Jahren folgen.

„Der Gentechnik-freie Markt ist in den letzten Jahren eindeutig ein europäischer geworden – und dies wird rasch weiter zunehmen! Der Qualitätsvorsprung Europas, mit stark verbreiteter Gentechnik-freier Produktion, muss daher im Vergleich zu anderen globalen Märkten, bei denen Lebensmittel unkontrolliert mit gentechnisch veränderten Substanzen vermischt sind, geschützt werden“, erklärt Florian Faber.

Die Marktforschungsstudie im vollen Umfang steht hier zum Download zur Verfügung.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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