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Gestiegene Eierpreise aufgrund massiver Futtermittelteuerungen

03.10.2007

Neben Milch und anderen Grundnahrungsmitteln wurden ab 1. Oktober auch die österreichischen Qualitätseier preislich angehoben und um 3 Cent pro Ei teurer.

Die Gründe dafür sind mit den stark gestiegenen Futtermittelpreisen, Energie- und Logistikkosten leicht zu argumentieren. Der Handel steht in diesem Weg geschlossen hinter den Eierbauern. Denn gerade die erhöhten Futtermittelpreise bei Weizen, Mais und Soja führen in der gesamten Lebensmittelbranche zu erhöhten Kosten. Dazu kommen noch die immensen Investitionskosten bei der Umstellung von Käfig auf Boden- und Freilandhaltung.

Seit zwei Jahren bleibt die weltweite Produktion an Getreide hinter dem Verbrauch zurück. Für das Jahr 2006 / 2007 berechnete Toepfer International eine Differenz von 58 Millionen Tonnen zwischen Produktion (1.086 Mio.T) und Verbrauch (2.044 Mio.T). Gründe dafür sind unter anderem der erhöhte Bedarf an Getreide für die Biospriterzeugung und generell der steigende Verbrauch an Rohstoffen vor allem in Asien. Nicht nur Metall und andere Rohstoffe für die Industrie werden nämlich für Asien extrem nachgefragt: Erstmals konkurrenziert die Energieproduktion mit der Futter- und Lebensmittelproduktion – und das bei einem weltweit steigenden Bedarf an Futter- und Lebensmitteln und einer gleichzeitig unterdurchschnittlichen Produktivität in vielen Entwicklungsländern.

Zahlen belegen, dass Nahrungsmittel und Getränke zwischen 1991 und 2005 nur rund 10 % teurer wurden, Verkehr, Mieten und Nebenkosten, also die restlichen Lebenserhaltungskosten allerdings über 48 % stiegen. (Quelle: ZMP GmbH, Bonn). Nun muss der Handel auch mit dem Preis für Eier nachziehen. Die Teuerungen am Weltmarkt für Futtermittel haben damit auch Konsequenzen für den Endkonsumenten und bedeuten Preiserhöhungen um bis zu drei Cent pro Ei. „Erhöhte Futtermittelpreise können nicht auf Dauer nur von den Produzenten getragen werden,“ so Benjamin Guggenberger von der Österreichischen Frischeier Erzeugergemeinschaft. „Müssten die Eierbauern die Preisbelastungen alleine tragen, hätte das weitreichende Konsequenzen auf viele der kleinstrukturierten Familienbetriebe, die Legehennen halten. Denn diese arbeiten und investieren derzeit massiv in Richtung Umstellung auf Boden- und Freilandhaltung“. Langfristig würde eine andauernde Preisbelastung durch gestiegene Futtermittelkosten, wenn sie nicht preislich vom Handel gestützt würde, für die Bauern bedeuten, „dass wir uns die derzeit laufende Umstellung nicht mehr leisten können.“

Österreich ist ein im Europavergleich sehr kleines Produktionsland für Eier und liegt mit etwa 5 Mio Legehennen an insgesamt 11. Stelle nur vor Dänemark, Finnland und Irland. Dominiert wird der Eiermarkt hingegen von Frankreich mit 55 Mio Legehennen, Italien knapp 50 Mio gefolgt von Deutschland, Spanien, den Niederlanden, Großbritannien, Belgien, Griechenland, Polen und der Schweiz.

Die Österreichische Frischeier Erzeugergemeinschaft will die Österreicherinnen und Österreicher davon überzeugen, dass der eingeschlagene Weg Freiland- und Bodenhaltungseier aus Österreich unter strengen Kontrollen zu erzeugen und zu vertreiben, konsequent weiter verfolgt werden muss.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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