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Gesundheit schlucken

17.07.2002

Das Angebot an so genannten Nahrungsergänzungsmitteln hat sich in den letzten Jahren vervielfacht. Die Nachfrage steigt nicht nur in den USA, sondern auch in Europa ständig an. Der Verbraucher hat die Qual der Wahl und steht vor der Frage: Ist die Notwendigkeit zur Einnahme von Nahrungsmittelergänzungen tatsächlich gegeben oder stehen hauptsächlich geschäftliche Interessen im Vordergrund? Welche dieser Supplemente brauche ich wirklich?

Eigentlich leben wir ja, zumindest was das Nahrungsangebot betrifft, in einem wahren Schlaraffenland. In den Lebensmittelgeschäften finden wir ein reichhaltiges Angebot an Obst und Gemüse, nahezu unabhängig von der jeweiligen Jahreszeit oder der regionalen Herkunft. Noch nie hat es eine derartige Vielfalt an Nahrungsmitteln zur Auswahl gegeben. Also müssten wir, abgesehen vom Übergewicht, kerngesund sein. Leider ist dies nicht der Fall. Im Gegenteil, in vielen Bereichen sind wir oft unterernährt. Wir leiden an Mangel im Überfluss. Wie ist es zu dieser Entwicklung gekommen und was hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten geändert?

Veränderungen in der Lebensweise, neue Familienstrukturen und demografische Entwicklungen sowie Verstädterung und Industrialisierung, Globalisierung und Intensiv-Landwirtschaft haben Änderungen in der Lebensmittelversorgung mit sich gebracht. Viele Familientraditionen haben sich dahingehend geändert, dass immer mehr Frauen berufstätig sind und daher weniger Zeit für die Essenszubereitung aufwenden können. Die Nahrungsmittelverarbeitung und das Kochen werden zunehmend an Kantinen und Restaurants abgegeben. Die Frage, inwieweit sich dadurch die Qualität unserer Nahrung - trotz der zunehmenden Angebotsvielfalt - verändert hat, spielt eine entscheidende Rolle in der Diskussion pro oder contra Nahrungsergänzungen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist, dass unser Körper heute wesentlich höheren Belastungen ausgesetzt als früher. Schadstoffüberflutungen, deren Tragweite man lange Zeit nicht wahrhaben wollte und auch heute noch zu bagatellisieren versucht, aber auch psychische Belastungen nehmen ständig zu.

Um diese Flut an Schadstoffen auszugleichen, braucht der Körper ein höheres Maß an Nährstoffen. Die strittige Frage ist nun, ob dieser erhöhte Nährstoffbedarf durch eine ausgewogene Ernährung zu bewältigen ist. Die Meinungen der Experten gehen dabei auseinander und der Konsument steht verunsichert zwischen den Fronten.

Auszug aus der Studie "Gesundheit schlucken", Der Markt der Nahrungsergänzungen, erstellt im Rahmen einer Diplomarbeit des Universitätslehrgangs für Werbung, Marketing und Verkauf an der Wirtschaftsuniversität Wien, April 2001.
Verfasser: Gabriele Eder, Elisabeth Lee, gabriele.eder@power.alstom.com , elisabeth.lee@philips.com .

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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