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Gesundheit - Sich einfach wohl fühlen

12.07.2002


Während Beratung noch immer das Hauptargument für den Kauf von OTC-Produkten in der Apotheke ist, motivieren die niedrigeren Preise zum Kauf im LEH.

Während die Beratung noch immer das Hauptargument für den Kauf von OTC-Produkten in der Apotheke ist, werden die Konsumenten in immer größerem Maße durch niedrigere Preise und unkomplizierten Einkauf zum Kauf der sogenannten OTC-ähnlichen Produkte im LEH oder DFH motiviert. Die Bereitschaft zur Selbstmedikation nimmt weiterhin zu.

OTC sind Arzneimittel, die zur Selbstmedikation angeboten werden. Im LEH spricht man daher von OTC-ähnlichen Produkten. Im Gegensatz zu verschreibungspflichtigen Medikamenten setzen rezeptfreie Arzneimittel für ihre sicher Anwendung keine Beratung und Verschreibung durch den Arzt voraus. OTC wird selten mit „Krank sein“ in Verbindung gebracht, eher mit „Unwohlsein“. Die Apotheke ist in den Köpfen der Kunden eine „Medikamenten-Abgabestelle“ für Kranke. Gezielte Kampagnen versuchen dieses Image zu durchbrechen. Nach wie vor ist dieTendenz steigend, Gesundheitsprodukte nicht in der Apotheke zu kaufen.

Gesundheitsvorsorge und Schutz vor leichten Befindlichkeitsstörungen bieten Nahrungsergänzungsmittel, die im LEH täglich eingekauft werden können.

Das Potenzial an OTC-Umsätzen außerhalb der Apotheke ist in Österreich noch nicht ausgeschöpft, die laufende gesetzliche Anpassung an andere EU-Staaten lässt diesem Markt noch einiges an Spannung offen, sind sich die Experten sicher. Der Konsument geht bereits gut informiert einkaufen, Beratungsgespräche mit dem Apotheker entfallen in vielen Fällen. Der Preis spielt ebenfalls eine Rolle. Nach dem Motto „ist eh überall das Gleiche drin“ werden Vergleiche der enthaltenen Menge an Inhaltsstoffen selten angestellt.

Der Gesamtmarkt für Nahrungsergänzungsprodukte ist im vergangenen Jahr lediglich um 1% gewachsen und repräsentiert ein Marktvolumen von rund 35,3 Mio. Euro. Rund zwei Drittel entfallen auf den DFH, insbesondere BIPA, DM und Schlecker.

Die Wachstumsdynamik der letzten Jahre ist abgeschwächt, dennoch gibt es, speziell im LEH, noch bedeutende Marktpotenziale. Der Österreichische Markt ist im Vergleich zu Deutschland noch immer stark unterentwickelt: Das Potenzial für das Vitamine/Mineralien-Segment liegt bei ca. 40 %. Im Haut/Haare/Nägel-Segment wird sogar von einem Verdoppelungspotenzial gesprochen. Dass das Pozential noch lange nicht ausgeschöpft ist, zeigt sich auch in den höheren Wachstumsraten in Österreich vs. Deutschland, z. B. Vitamine/Mineralien: +3,1% in Österreich/-2,3 % in BRD oder Haut-Haare-Nägel: +6,7 % in Österreich/-4,5% in BRD.

Die größten Potenziale für Unternehmen liegen im raschen Erkennen neuer Trends und deren rechtzeitiger Umsetzung in marktreife Produkte. Abgesehen von Standardartikel wie Vitamin C-Präparaten und Mineralien-Produkten ist auch in diesem Segment in Zukunft von zunehmend kürzeren Produktlebenszyklen auszugehen. Im LEH könnte durch Platzierungen mit Hinweisen auf Zielwirkung (Indikationsplatzierung) – in Deutschland übrigens bereits Standard – und durch Kompetenz des Verkaufspersonals, der Absatz im OTC–Bereich noch deutlich gesteigert werden.

Generelles Potenzial besteht vor allem im Bereich Erkältung, dem größten Segment der Selbstmedikation. Der LEH ist derzeit noch unterrepräsentiert in diesem Markt.

Der Anteil des LEH am Vitamine/Mineralienmarkte liegt bei ca. 31% und im Haut-Haare-Nägel-Markt bei 17%. Der Europamarkt für Carotinoide hat glänzende Wachstumsaussichten. In Europa sind die Vorteile von Carotinoid-Produkten noch nicht ausreichend bekannt, so eine Studie von Frost & Sullivan.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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