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Gewichtiger Auftraggeber: Gesunde Ernährung

28.06.2007

Am 31. Mai und 1. Juni 2007 fand in München zum 17. Mal das Symposium Feines Essen + Trinken statt. Die anwesenden Experten argumentierten unterschiedlich.

Das Thema der Fachtagung war „Gesunde Ernährung – satte Erträge“ und traf damit absolut die Aktualität und Brisanz der heutigen Zeit. Hochrangige Referenten wie Felix Ahlers (Frosta), Dr. Reinhard Schütte, Karl-Heinz Dautzenberg (Karstadt Feinkost) oder Harm Humburg (Ferrero) meldeten sich zu Wort und bezogen Stellung.

Für zahlreiche Entscheider der Lebensmittelbranche wurde das MOC in München am 31. Mai und 1. Juni 2007 zur Plattform gesunder Ernährung. Das Symposium Feines Essen + Trinken wurde vor 17 Jahren als Kommunikationsplattform für die deutsche Nahrungs- und Genussmittelwirtschaft gegründet und hat sich seitdem zu einer der bedeutendsten Veranstaltungen der Branche entwickelt.

Am 1. Juni 2007 fand die Fachtagung statt. Nach kurzfristiger Absage von Horst Seehofer, deutscher Bundesminister für Ernährung, Gesundheit und Verbraucherschutz, übernahm Udo Pollmer, Lebensmittelchemiker, Ernährungsexperte und Fachbuchautor den Vortrag über „Die Verantwortung für eine gesunde Ernährung. Was kann und muss Politik tun?“. Pollmer gab dabei nicht nur einen kritischen Überblick über die gegenwärtige Ernährungssituation und die diesbezügliche Rolle der Politik, sondern wagte zugleich einen Ausblick auf die Zukunft.
Vor allem ein Satz ist dem Autor dieser Zeilen in Erinnerung geblieben, betreffend Verbraucherempfehlungen im Wandel der Zeit: „In meiner Kindheit hätte ich den Magen eines Tigers gebraucht, um das zu verdauen, was uns empfohlen worden ist: tierische Fette und Fleisch; in den 70er-Jahren hätte ich mir einen Schnabel wachsen lassen müssen, wegen der vielen Körner; und heute bräuchte ich den Magen einer Kuh, um das viele vegetarische Futter zu verdauen“, so Pollmer.

Auch die weiteren Fachtagungsteilnehmer Felix Ahlers (Frosta), Gisela Berg (Diäko), Karl-Heinz Dautzenberg (Karstadt), Harm Humburg (Ferrero), Thomas Isenberg (Verbraucherzentrale Bundesverband), Peter Laemmert (Edeka Nordbayern), Hans Löbbert (akzenta), Johann W. Priemeier (Basic), Dr. Reinhard Schütte (Dohle) sowie Roger Ulke (Konsumverband Dresden) bezogen zu dem gegenwärtigen Ernährungsverhalten der Verbraucher und der zukünftigen Entwicklung Stellung und gingen auf Chancen und Risiken für die Branche ein. Überraschungsgast Jean Pütz sorgte mit seinen Betrachtungen zum Thema gesunde Ernährung aus Sicht des Verbrauchers abschließend für einen aufgelockerten Ausklang der Diskussionen.
Ein Thema, das in Zukunft auch für Österreich interessant werden könnte, betraf die spezielle „Ampelkennzeichnung“ von Produkten, und zwar in Form eines segmentierten Kreises, dessen Segmente die Prozentanteile der enthaltenen Fette, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz auf einen Blick zeigt und auf der Packungsvorderseite angebracht wird. Diese Kennzeichnung wurde bereits in Großbritannien eingeführt und zeigt in den Farben grün, orange und rot die Anteile, wobei grün „niedrig“ bedeutet, gelb „mittel“ und rot „hoch“. Die Diskussionsteilnehmer aus Handel und Industrie waren geteilter Meinung über die Sinnhaftigkeit einer derartigen Kennzeichnung. Es gebe keine „guten oder schlechten“ Lebensmittel, sondern nur ein ausgewogenes oder unausgewogenes Ernährungsverhalten, so der Tenor beim Symposium.

Am Vorabend der Veranstaltung fand traditionell der Begrüßungsabend ganz im Zeichen einer internationalen kulinarischen Reise für rund 600 Teilnehmer aus Industrie und Handel im MOC in München statt. Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr das Gastland Südafrika.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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