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GmbH-Gründung für EPU wird ab Jänner wieder mühsamer

17.12.2019

Seit 1. Jänner 2018 können Ein-Personen-Unternehmen (EPU) in Österreich eine GmbH über einen vereinfachten elektronischen Weg gründen. Der Weg zum Notar – und die damit verbundenen Kosten – bleiben ihnen damit erspart. Mit Jahresende 2019 läuft diese Möglichkeit aus, eine Verlängerung wurde politisch verabsäumt.

„Für Ein-Personen-Unternehmen ist die vereinfachte elektronische GmbH-Gründung eine gute Lösung. Sie spart Zeit und Kosten – und beides ist gerade für Kleinbetriebe ein wichtiger Faktor“, sagt die EPU-Beauftragte der Wirtschaftskammer Wien, Kasia Greco, die die gesetzliche Verlängerung fordert. EPU können derzeit von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, wenn sie der einzige Gesellschafter und der einzige handelsrechtliche Geschäftsführer der GmbH sind. Das trifft auf rund 38 Prozent der österreichweit rund 4000 GmbH-Gründungen pro Jahr zu. Mehr als 1500 GmbH-Gründungen sind daher künftig pro Jahr vom Ende dieser Möglichkeit betroffen.

GmbH wichtig für EPU-Absicherung und Wachstum

GmbH-Gründungen können auch für Kleinstbetriebe wie Ein-Personen-Unternehmen viele Vorteile haben. So minimiert die beschränkte Haftung beispielsweise das wirtschaftliche Risiko des Gesellschafters. Vor allem bei Tätigkeiten, bei denen im Schadensfalle sehr hohe Beträge entstehen können, geht das Haftungsrisiko des Unternehmers über das übliche unternehmerische Risiko hinaus und ist eine beschränkte Haftung sinnvoll. Wenn besonderes Privatvermögen vorhanden ist, kann dieses mittels einer Rechtsform mit beschränkter Haftung abgesichert werden. „Auch für zukünftige Pläne weitere Gesellschafter aufzunehmen, könnte bereits in Vorbereitung eine GmbH gegründet werden“, sagt Greco und weist auf das hohe Wachstumspotenzial von Ein-Personen-Unternehmen hin.

Kleine Anpassung gefordert

Im Zuge der Verlängerung der vereinfachten elektronischen GmbH-Gründung für EPU schlägt Greco zudem vor, die derzeitige Einschränkung bei der Einzahlung des Stammkapitals aufzugeben. Derzeit dürfen EPU, die auf diesem Wege gründen, nur die Hälfte des Stammkapitals einzahlen, alle anderen GmbHs dürfen auch das volle Stammkapital einzahlen. „Diese Einschränkung ist sachlich nicht notwendig – die Unternehmer sollen selbst entscheiden können, welche Variante besser zu ihren Plänen passt“, sagt Greco.

 

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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