Direkt zum Inhalt

Halber Feiertag - ganzer Umsatzverlust

19.02.2019

Die österreichische Bundesregierung hat heute, 19. 2. 2019, einen Kompromiss in der Karfreitags-Diskussion gefunden: Künftig soll der Karfreitag ein halber Feiertag werden, alle Arbeitnehmer werden ab 14 Uhr frei haben.

Bisher war der Karfreitag in Österreich ein kirchlicher Feitertag für evangelische Christen, nicht aber für Anhänger aller anderen Glaubensrichtungen oder Konfessionslose. Das stufte der EuGH als Diskriminierung ein. Die neue Lösung bedeutet nicht nur für evangelische Arbeitnehmer eine Verschlechterung, sondern insbesondere für den stationären Handel.

"Diese halbe Lösung kostet den heimischen stationären Handel den ganzen Umsatz des Tages. Wenngleich sich ein Teil der entgangenen Umsätze auf den Samstag verlagern wird, werden insbesondere mittelständische Händler in ländlichen Regionen am stärksten unter dieser Regelung leiden. Samstags müssen diese vielfach bereits um 13.00 Uhr zusperren, da sie sich die Zuschläge nicht leisten können", so Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes.

Handelsverband mit besserem Lösungsvorschlag

Der Handelsverband meldet sich mit einem praxistauglichen Lösungsansatz unter Berücksichtigung der nun verlautbarten politischen Lösung zu Wort: "Wir empfehlen eine vergleichbare Sonderregelung für die Beschäftigung von Handelsmitarbeiter am Karfreitagnachmittag, wie es sie bereits für den 8. Dezember gibt", so Will. Verkaufsstellen sollen damit weiterhin am Karfreitagsnachmittag geöffnet haben dürfen. Betroffene Mitarbeiter sollen - wie bei der Sonderreglung für den 8.12. (Maria Empfängnis) - im Gegenzug das Recht haben, eine Beschäftigung ohne Angabe von Gründen und ohne Benachteiligung abzulehnen.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Eigentlich sollten die UTP-Richtlinien der EU die wirtschaftliche Position von klein- und mittelständischen landwirtschaftlichen Betrieben stärken - jetzt sitzen auch Unternehmen mit einer Umsatzgrenze von 350 Mio. Euro mit im Boot
Thema
19.12.2018

Die von der EU geplante UTP-Richtlinie, die eigentlich KMU in der Lebensmittellieferkette schützen sollte, wurde mit einem massiv ausgeweiteten Schutzumfang für Großunternehmen, in einer so ...

Der Handelsverband hat gegen Amazon erstmals eine Beschwerde bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) eingelegt
Handel
10.12.2018

Der Handelsverband hat angesichts der Dominanz und einiger fragwürdiger Geschäftsbedingungen von Amazon erstmals eine Beschwerde bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) eingelegt, mit dem Ziel für ...

Die Arbeitnehmerseite macht Druck und hat für diese Woche Betriebsversammlungen einberufen
Handel
10.12.2018

Nach dem Scheitern der vierten Verhandlungsrunde für einen neuen Handels-KV rief die Gewerkschaft am Marienfeiertag zu Protestaktionen auf. Das Angebot der Arbeitgeber von 2,35 Prozent lag ...

Madlberger
29.11.2018

Bei meiner Ehr! Diese Selbstverpflichtung zur Fairness gegenüber der Landwirtschaft, die sechs Geschäftsführer von Rewe International AG, Spar AG, Hofer KG, Lidl Österreich, Metro Österreich und ...

Die Ombudsstelle steht für eine außergerichtliche Kommunikation auf Augenhöhe - damit sind Elisabeth Köstinger, Rainer Will und die Vertreter des Lebensmitteleinzelhandels absolute Vorreiter
Handel
26.11.2018

Beim Kampf gegen unfaire Geschäftspraktiken herrscht zwischen dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) und dem Handelsverband absolute Einigkeit. Der Handelsverband ...

Werbung