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Die Forderung der Gewerkschaft nach plus 4,4 Prozent ist für die Handelsvertreter völlig überzogen.

Handels-KV: GPA-Forderung von +4,4 % für Händler untragbar

18.10.2019

Schwache Konjunkturerwartung und nachlassende Konsumstimmung bieten kaum finanziellen Spielraum im Handel. Händler fordern Augenmaß und Verantwortungsbewusstsein bei Verhandlungen.

Das heute von der Gewerkschaft geforderte Gehaltsplus von durchschnittlich 4,4 Prozent (+6,1 Prozent für niedrige Einkommen; +2,1 Prozent für hohe Gehälter) für die mehr als 400.000 Angestellten im Handel ist für den Handelsverband absolut nicht nachvollziehbar. Auch Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), ist verwundert: „Ich bin irritiert über die Vorgangsweise der GPA-djp. Vor dem offiziellen Auftakt der KV-Verhandlungen monetäre Forderungen über die Medien auszurichten, ist unüblich. Dazu kommt, dass die Forderungen der Gewerkschaft überzogen und realitätsfremd sind.“

Konsumbarometer bestätigt Rückgang der Verbraucherstimmung

"Der österreichische Handel hat zurzeit mit einem starken Rückgang der Verbraucherstimmung und einer schwachen Konjunkturentwicklung zu kämpfen. In dieser schwierigen wirtschaftlichen Phase ein Gehaltsplus von 4,4 Prozent zu fordern, ist aus unserer Sicht schlicht realitätsfremd", erklärt Handelsverband-Präsident Stephan Mayer-Heinisch. Das jüngste Konsumbarometer des Handelsverbandes bestätigt dies: Die Stimmung der heimischen Konsumenten ist zuletzt um 2,63 Punkte gesunken. Mit einem aktuellen Wert von 98,65 weist es den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebungen.

Die Gewerkschaft begründet das von ihr geforderte Gehaltsplus für Handelsangestellte u.a. mit den hierzulande stark gestiegenen Mieten und Lebenshaltungskosten. "Auch uns ist es ein großes Anliegen, dass Wohnen für die Menschen leistbar bleibt. Die Lösung kann allerdings nicht sein, die Gehälter im Handel analog zur Entwicklung der Mietpreise in Wien zu steigern. Hier sind völlig andere Lösungen auf politischer Ebene erforderlich, etwa die Schaffung von mehr staatlich gefördertem Wohnraum", so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Der Einzelhandel steht jedenfalls unter großem Druck und dieser wird sich auch in absehbarer Zukunft nicht reduzieren. Kundenfrequenzen gehen vielerorts zurück. In dieser disruptiven Phase muss umgehend und mit einem großen Maß an Flexibilität reagiert werden.

Kompliziertes Zuschlagwesen seit vielen Jahren ungelöst

Dringend erforderlich ist eine Vereinfachung des Zuschlagswesens im Handel. Die bestehenden komplex geregelten Zuschlagsregelungen sind für österreichische Händler insbesondere im internationalen Vergleich ein starker Wettbewerbsnachteil. Nur so kann eine Erleichterung in der täglichen Arbeit für die heimische Handelsbranche und deren Mitarbeiter erzielt werden.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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