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Die Arbeitnehmerseite macht Druck und hat für diese Woche Betriebsversammlungen einberufen

Handels-KV: Harte Worte statt klingender Kassen

10.12.2018

Nach dem Scheitern der vierten Verhandlungsrunde für einen neuen Handels-KV rief die Gewerkschaft am Marienfeiertag zu Protestaktionen auf. Das Angebot der Arbeitgeber von 2,35 Prozent lag deutlich unter der Gewerkschaftsforderung von 3,5 Prozent.  Auch diese Woche wird mit Betriebsversammlungen die Arbeitnehmerseite unter Druck gesetzt.

Im Handel gehen die Wogen hoch. Nach dem die vierte Verhandlungsrunde bezüglich der KV-Erhöhung der Gehälter für mehr als 400.00 Handelsangestellte und 15.000 Lehrlinge gescheitert ist, haben sich die Fronten verhärtet. Um ihrer Forderung nach einem kräftigen Gehaltsplus Nachdruck zu verleihen, erhöht die Gewerkschaft GPA-djp den Druck auf die Arbeitgeber. Nach Protestaktionen in Wien, Salzburg, Graz und Innsbruck am Marienfeiertag (8. Dezember), werden in dieser Woche in ganz Österreich Betriebsversammlungen stattfinden.

Die Arbeitgeberseite hatte zuletzt eine Erhöhung der Gehälter um 2,35 bis 2,65 Prozent angeboten. Was laut Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich und Chefverhandler der Arbeitgeberseite, wesentlich über der Inflationsrate liegt. Für die Gewerkschaft ist das eine „lächerliche“ Gehaltserhöhung angesichts der Umsatzrekorde der Handelskonzerne. Sie fordern eine Erhöhung von 3,5 Prozent oder mindestens 60 Euro.

Eine Forderung, die auch beim Handelsverband auf Unverständnis stößt. "Das die Gewerkschaft das all-inclusive-Angebot der Händler vom Tisch wischt, ist in Anbetracht der wirtschaftlichen Entwicklung im heimischen Handel unverantwortlich. Ein höherer Abschluss übersteigt die Tragfähigkeit der Betriebe, die 600.000 Arbeitsplätze im Handel zukunftssicher ausgestalten müssen", sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Neben der Erhöhung der Gehälter von 2,35 bis 2,65 Prozent hat der österreichische Handel seinen Mitarbeitern mehr Freizeit angeboten: Am 24. Dezember sollen die Geschäfte eine Stunde früher schließen, also um 13:00 Uhr statt um 14:00 Uhr. Darüber hinaus umfasst das Angebot der Arbeitgeberseite auch eine deutliche Erhöhung der Lehrlingsgehälter um bis zu 10 Prozent, dazu die Möglichkeit einer 4-Tage-Woche, die Förderung von Aus- und Weiterbildung - etwa durch leichteren Zugang zur Bildungskarenz - sowie die Forcierung altersgerechter Arbeitszeitmodelle wie Altersteilzeit.

Die Arbeitgeber orten hinter der Ablehnung ein abgekartetes Spiel. Für Buchmüller wird die politische Motivation dahinter immer klarer: „Ganz dumm sind wir ja auch nicht. Man hat gemerkt, dass die Gewerkschaft die Verhandlungen unbedingt in die Länge ziehen wollten.“ Diesen Vorwurf wies die Gewerkschaft entschieden zurück. Für Anita Palkovich, KV-Verhandlerin der GPA-djp, ist es unverständlich, dass die Handelsangestellten mit 2,35 Prozent abgespeist werden sollen und damit deutlich hinter anderen KV-Abschlüssen anderer Branchen zurückfallen würden.

Einen neuen Verhandlungstermin gibt es noch nicht. Ein neuerliches Gespräch soll es aber noch vor Weihnachten geben. Denn der neue Kollektivvertrag soll bereits ab 1. Jänner 2019 gelten. (apa/ar)

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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