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Handelsmarken machen die Welt kleiner

08.06.2005

Die Welt der Handelsmarken stand Ende Mai in Amsterdam im Scheinwerferlicht der Messe PLMA. Im „Ideen-Supermarkt“ sahen die Fachbesucher Handelsmarken aus aller Welt und von den bekanntesten nationalen und internationalen Handelsketten. Auch heimische Firmen zeigten ihre Leistungsfähigkeit.

Die Internationale Fachmesse PLMA 2005 in Amsterdam verzeichnete eine mehr als 10-%-ige Zunahme an Ausstellern und Messeständen, mit Zuwachszahlen in den Sektoren Lebensmittel und Non-Food. Die Fachmesse ging am 24. und 25. Mai im RAI Centre in Amsterdam über die Bühne.
„Die Zunahme der Aussteller und Messestände wird bedingt durch ein fortwährendes Wachs-tum der Handelsmarken, das in allen europäischen Ländern zu verzeichnen ist, sowie durch die Ost-Erweiterung der Europäischen Union,“ sagte Brian Sharoff, Präsident, PLMA.

Die steigenden Umsatzzahlen der Handelsmarken sind auch in den neuesten Daten von ACNielsen dokumentiert, die in Kürze in PLMAs Internationalem Jahrbuch der Handelsmarken 2005 veröffentlicht werden. Daraus wird ersichtlich, dass Einzel- und Großhandelsmarken in Ländern wie Deutschland und Belgien mittlerweile Marktanteile erzielen, die mit den 40%-Werten zu vergleichen sind, die traditionell in Großbritannien verzeichnet werden.
Die zunehmende Anzahl von Ausstellern aus Mittel- und Osteuropa ist besonders interessant. Es hat neue nationale Pavillons für Slowenien und Litauen gegeben und zusätzlich dazu Aussteller aus Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakei, aus Ungarn, Rumänien und Estland. Aussteller aus mehr als 60 Ländern weltweit, einschließlich 28 nationale oder regionale Pavillons, waren auf der Fachmesse vertreten.
Ein ganz besonderes Merkmal von PLMAs Fachmesse 2005 war das Debüt von Ideen-Supermarktes. Er ist ein neuer Bereich von Handelsmarken-Produktpaletten der Kategorien Lebensmittel und Non-Food, die von führenden Einzel- und Großhändlern aus Europa, den Vereinigten Staaten und der ganzen Welt vertrieben werden.

LK-Handelszeitung berichtet exklusiv, wie sich einige der Österreicher geschlagen haben. Organisiert von der Wirtschaftskammer-Außenhandelsstelle – unter der bewährten Regie von Mag. Franz Ernstbrunner – haben zahlreiche namhafte österreichische Hersteller in Amsterdam ausgestellt. Die Ausstellungsfläche des Gemeinschaftsstandes in der Europahalle betrug heuer 420 m2, auch sei die Zahl der Firmen um 8 gegenüber dem Vorjahr gestiegen, die heuer neu in Amsterdam dabei sein wollten, so Ernstbrunner.

Martin Ölz, Geschäftsführer von Land-Leben, hat sein Unternehmen beim 6. Auftritt auf dieser Messe vertreten. „Das Ziel ist es, Handelskunden aus jenen Ländern anzusprechen, in denen unsere Marke nicht so bekannt ist. Dabei decken wir alle wesentlichen Anforderungen in unserer Kategorie ab“, so Ölz.
Mag. Jürgen Brandlhofer, Marketing & Sales bei Power Foods: „Wir produzieren hauptsächlich private labels und sind seit kurzem mit ‚Full Size‘, unserer Eigenmarke, auf dem Markt.“ In Österreich werden die Einkäufer des Handels direkt kontaktiert, Power Foods sei für alle Ideen offen. Und er fügt hinzu: „Im Handelsmarken-Bereich ist noch schönes Geld zu verdienen.“
Feldbacher Konserven zeigte neben der starken Marke „Steirer-Kren“ ihr Leistungsportfolio in der Erzeugung von Industriewaren. So könne beispielsweise Müsliriegel ganz nach Kundengeschmack erzeugt werden (Snack & Back).

Salzburg Sweets war das 2. Mal in Amsterdam dabei. Leopold Reichenauer, Sales Manager, erhofft sich in erster Linie Kontakte und die Chance, das Portfolio präsentieren zu können. Im Vordergrund standen diesmal Waffel- und Drageeprodukte. Spak stellt Handelsmarken unter anderem für Spar und MPreis, aber auch für Rewe Austria her. Verkaufsleiter Christian Hermann beziffert den Umsatzanteil der Handelsmarken bei Spak mit 40%. Als Neuheit zeigte Spak die Frischkäsezubereitungen mit Brimsen und Butter in den Sorten Liptauer mild, Liptauer scharf und Bärlauch. In Bratislava hat Spak kürzlich eine 2. Produktionskette für die Ketchup-Herstellung eröffnet.
Peter Tenschert hat die Fahnen der Berglandmilch in Amsterdam hoch gehalten. Der Exportleiter schätzt an dieser Messe, dass sich bedeutende Einkäufer in ein bis zwei Tagen umfassend informieren können. Beim Exportumsatz betrage der Handelsmarkenanteil bei Berglandmilch bereits 50%. „Der hohe Qualitätsstandard österreichischer Milch hat sich in Europa herum gesprochen“, so Tenschert.

Dr. Andreas Heger, Geschäftsführer Frisch & Frost, bezeichnet die PLMA als „gut, weil viel internationales Publikum kommt.“ Sein Unternehmen stellt neben den Marken Bauernland und Toni Kaiser Produkte für den Handel und die Industrie her. Süßspeisen seien in Deutschland im Aufwärtstrend, Fingerfood sei kein Trend mehr sondern eine bleibende Größe; die Bio-Schiene werde zunehmend wichtiger, so Heger. Frisch & Frost verwende ausschließlich österreichische Rohstoffe in der Produktion.

Wojnar nimmt jedes Jahr an der private-label-Messe teil. Reinhard Konrad, Verkauf Wojnar’s Wiener Leckerbissen, stellte vor allem die neuen „Fresh“-Produkte ins Scheinwerferlicht. „Die Diskonter wollen Eigenmarken von uns haben, daher beträgt unsere Handelsmarkenquote im Export 90%“, so Konrad. Er sieht Trends zu Convenience und zum weiteren Ausbau der Handelsmarken auch in Österreich.

Alfred Berger, Nöm-Vorstandssprecher, schaut mit der Messeteilnahme seines Unternehmens vor allem in Richtung Osteuropa. „Von den Top-5-Kunden in Westeuropa beliefern wir alle, unser Exportumsatz-Anteil liegt bei 45%“, sagt Berger. Vor allem der Trend zur Funktionalität (Zusatznutzen) sei im Zunehmen, Nöm sei in dieser Beziehung schon gut unterwegs. Die Zielgruppe „50+“ will Berger mit dem neuen „Nöm vital“ erreichen. Begonnen wird mit Joghurt, das eine neue Generation von Produkten mit Vitalstoffkomplex einleiten wird. „Die Zielrichtung ist in etwa dem ‚anti-aging’ vergleichbar, wobei unsere Produkte wissenschaftlich getestet werden“, so der Nöm-Chef.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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