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Handelsstudie - 2007 haben mehr als 1.000 Geschäfte zugesperrt

04.06.2008

Geschlossene Rollbalken und leere Auslagen in den Einkaufsstraßen sind Beweis für die Entwicklung im heimischen Einzelhandel: Auch 2007 haben wieder mehr als 1.000 Geschäfte zugesperrt. Mit Ende des Vorjahres gab es demnach in Österreich noch 52.700 Einzelhandelsgeschäfte mit einer Verkaufsfläche von knapp 16 Millionen m2.

Das zeigt die jüngste Studie der KMU Forschung Austria, die Dienstagabend präsentiert wurde. Wie die Erhebung zeigt, haben deutlich mehr Geschäfte zu- als aufgesperrt. Per Saldo - also inklusive der 160 Neueröffnungen - hat sich die Zahl der Einzelhandelstandorte 2007 um 1,6 Prozent oder 860 Geschäfte verringert. Zugesperrt haben vor allem nicht-filialisierte, kleine Geschäfte, expandiert haben weiterhin filialisierte Unternehmen. Das sei Beweis für die steigenden Konzentrationstendenzen, analysierte der stellvertretende Geschäftsführer der KMU Forschung, Peter Voithofer, die Studie.
Da Filialen meist - im Vergleich zu nicht-filialisierten Geschäften - über eine höhere Verkaufsfläche verfügen, setzte sich das Verkaufsflächenwachstum trotz rückläufiger Zahl an Geschäften fort und ist um 0,1 Prozent oder 21.000 m2 gestiegen. Das Verkaufsflächenwachstum "flachte" aber wie bereits in den letzten Jahren 2007 weiter ab.
"Weniger ist mehr", kommentierte Bundesspartenobmann Erich Lemler die Entwicklung im heimischen Handel. Weniger Geschäfte und mehr Verkaufsfläche habe dazu geführt, dass die Verkaufsflächendichte in Österreich mit knapp 2 m2 je Einwohner hinter der Schweiz die höchste in der EU sei. Das werde langsam im lokalen Bereich "problematisch", auch für die Preisentwicklung, räumte Lemler mit Verweis auf die hierzulande "zu liberale Raumordnung" ein. Sein Wunsch: in der Raumordnung etwas nachdenklicher zu werden und die aktuelle Struktur aufrechterhalten bzw. stärken.
Das im Vergleich zum Umsatzzuwachs geringere Verkaufsflächenwachstum führte zu einer steigenden nominellen Verkaufsflächenproduktivität (+2,3 Prozent), die 2007 einen durchschnittlichen Brutto-Quadratmeterumsatz von 3.190 Euro pro m2 erreichte. Dabei verdienen Filialen großer Ketten besser, Ein-Standort-Unternehmen weniger gut. Knapp die Hälfte der 41.200 Unternehmen im österreichischen Einzelhandel schreibt laut KMU Forschung keinen Gewinn. 90 Prozent der Handelsfirmen haben weniger als 10 Mitarbeiter.Die höchste Anzahl an Geschäften wies Ende 2007 im Branchenvergleich der Bekleidungseinzelhandel (rund 6.000) auf, gefolgt vom Lebensmitteleinzelhandel (5.940). Damit entfallen je rund 11 Prozent aller Geschäfte des stationären Einzelhandels auf diese Bereiche. Neu eröffnet haben im Vorjahr Geschäfte im Buch-, Spiel- und Sporthandel, zugesperrt haben Standorte im Lebensmittel-, Elektro- und Bekleidungshandel, ergänzte Studien-Autor Ernst Gittenberger.
Bei einer Verkaufsfläche von 15.990.000 m2 ergibt das rechnerisch eine durchschnittliche Größe von rund 300 m2 pro Geschäft.
Wann die Verkaufsfläche im österreichischen Einzelhandel ihren Zenit erreichen werde, bleibe abzuwarten, hieß es. Die geplanten Projekte zeigen, dass eine "dynamischere Entwicklung" zu erwarten sei und die Verkaufsfläche in Österreich in fünf bis zehn Jahren 17 Millionen m2 erreichen dürfte, so Voithofer.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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