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Gedankenaustausch (v. l.): Rita Stupf, Gregor Wolf, Rainer Will, Gunter Schall, Alexander Eidelpes, Gebhard Weiss und Bernhard Weber

Handelsverband gründete eigenes Forum für internationale Beschaffung

05.12.2016

Gemeinsam mit der Austrian Development Agency  (ADA) hat der Handelsverband das Pilotprojekt „Import Information Hub Austria“ gestartet. Ab 2017 soll das Forum für heimische Importeure und internationale Exporteure durch Vernetzungen und Expertisen bei der internationalen Beschaffung helfen. Außenminister Sebastian Kurz gratulierte zum Start des Projekts.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe [handels]zone stellte der Handelsverband am 24. November 2016 das neue Projekt "Import Information Hub Austria" vor. Rainer Will, Gastgeber und Geschäftsführer des Handelsverbandes, betonte bei seiner Begrüßung, dass es Kooperationen braucht, um in Zeiten hohen Wettbewerbs- und Kostendrucks, konkurrenzfähig zu bleiben: “Ein solches Projekt, als Scharnier zwischen Außenwirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit, hat es bislang in Österreich noch nicht gegeben. Deshalb haben wir uns mit der Austrian Development Agency (ADA) zu diesem Schritt entschlossen. Enge Zusammenarbeit mit internationalen Partnerstrukturen sollen den `Import Information Hub Austria`  zu einem lebendigen Forum für heimische Importeure und  internationale Exporteure machen.“

Schnittstelle von Wirtschaft und Entwicklung

Gleich vom Fleck weg überzeugt war Sebastian Kurz, Bundesminister für Europa, Integration und Äußeres, der dem Projekt seine Unterstützung aussprach: „Wir wissen, dass erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit meist dann besonders gut funktioniert, wenn es eine Kooperation mit der Wirtschaft gibt. Die Kooperation zwischen Handelsverband und Austrian Development Agency  leistet einen wesentlichen Beitrag dazu, dass wir gute Produkte, die unter ordentlichen Bedingungen produziert wurden, nach Österreich importieren können und gleichzeitig aber in den Ländern einen wirtschaftlichen Beitrag leisten und Menschen vor Ort Perspektive geben.“  Ebenso überzeugt ist Bernhard Weber, Geschäftsführer des Instituts zur Cooperation bei Entwicklungs-Projekten (ICEP), der das Projekt beim Handelsverband optimal verankert sieht: „Internationale Kooperationen werden dabei helfen diese vielversprechende Initiative als Schnittstelle von Wirtschaft und Entwicklung in Österreich zu etablieren.“ Weber moderierte dann auch die Podiumsdiskussion zum Thema.

Ähnliches Programm  in Deutschland

Mit dabei waren Alexander Eidelpes (Leiter Einkauf, Kotányi GmbH), Christoph von Lattorff (Country Manager, Mercateo Austria GmbH), Gunter Schall (Leiter Wirtschaft und Entwicklung, ADA), Rita Stupf (Programmleiterin, swisscontact Swiss Foundation for Technical Cooperation),  Gebhard Weiss (Geschäftsführer, sequa gGmbH, Partner der deutschen Wirtschaft) und  Gregor Wolf (Geschäftsführer, Hauptabteilung Außenwirtschaft, Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V.)

Im Mittelpunkt des Gesprächs über den neuen „Import Information Hub Austria“ standen Kooperationen, Bedarfserhebungen und Nachfrageorientierungen. Immerhin startet Deutschland mit dem Import Promotion Desk (IPD) schon vor längerer Zeit ein ähnliches Programm und hat bereits gute Erfahrungen damit gemacht.

Qualitätsansprüche überall anders

Gebhard Weiss vom IPD hofft daher auf einen intensiven Austausch mit dem österreichischen Pendent. Eine Hilfestellung für jene Länder, die mit den europäischen Standards und Anforderungen noch nicht vertraut sind wünscht sich Alexander Eidelpes (Kotányi): „Die Beschaffung hat sich stark gewandelt. Die Anforderungen haben sich extrem erhöht. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Handelskultur und die Qualitätsansprüche in Entwicklungsländern sind grundsätzlich anders. Das kann zum Problem werden. In China bekomme ich jedes Dokument. In manchen Ländern wartet man aber 2-3 Jahre bis ein Lieferant zugelassen wird.“

Rita Stupf, Programmleiterin, swisscontact Swiss Foundation for Technical Cooperation kennt die Probleme und Anforderungen der Beschaffung in Entwicklungs- und Schwellenländern bestens. Sie hat die Programme in Deutschland und der Schweiz aufgebaut. „Ein nachhaltiges Programm hilft dabei schnell, günstig, effizient und qualitativ hochwertig zu sourcen und exportierende Unternehmen zu etablieren. Um das zu schaffen, muss man mit Leuten zusammenarbeiten die die Sprache der Unternehmer sprechen und die der Entwicklungszusammenarbeit.“

Offene Plattform für jeden

Als größte B2B Plattform ist Mercateo oftmals mit außergewöhnlichen Kundenwünschen konfrontiert. Für Country Manager Christoph von Lattorff eine spannende Challenge: „Bei exotischen Bedarf haben die Unternehmen keinen Lieferanten der liefern kann. Hier fehlt es meist an den richtigen Bezugsquellen. Hat man diese dann gefunden, scheiterst es oft an der digitalen Anbindung. Wir sehen sehr viele Unternehmen die bei der Digitalisierung nachhinken. Dabei wird auch die internationale Beschaffung zunehmend digitaler.“

Gregor Wolf, Geschäftsführer, Hauptabteilung Außenwirtschaft, Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V., verspricht sich vom „Import Information Hub Austria“ eine offene Plattform für jeden: „Integrierte Wertschöpfungsketten werden immer wichtiger.  Ein Projekt wie der `Import Information Hub Austria` kann Vertrauen schaffen und über Regularien informieren, um Länder für den Export in die EU fit zu machen. Wir sind in Deutschland in einer stetigen Diskussion für welche Produkte Bedarf besteht. Die Unternehmen sind gefragt die Nachfrage zu nennen. Keiner soll ausgeschlossen werden.“

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