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Grundsätzlich sind die Österreicher sehr offen für internationale Produkte - nur bei den Milchprodukten haben heimische Erzeugnisse absoluten Vorrang

Heimische Milchprodukte wie Butter, Käse & Co sind hoch im Kurs

24.01.2018

Die Nielsen-Studie zum Einkaufsverhalten der Österreicher zeigt, dass internationale Hersteller hierzulande sehr beliebt sind, nur bei den Milchprodukten kommen vorrangig österreichische Lebensmittel in den Einkaufskorb.

Ob Lebensmittel, Kosmetik oder Haushaltsprodukte: Bei den meisten Waren des täglichen Bedarfs spielen Ländergrenzen für Konsumenten in Österreich kaum noch eine Rolle. Einzige Ausnahme sind Milchprodukte: Hierzulande kommt bei den meisten Konsumenten (80%) am liebsten nur das ins Einkaufswagerl, was auch von Herstellern aus Österreich kommt. Im europäischen Vergleich liegt Österreich damit weit vorn. Konsumenten aus Belgien, Deutschland und Spanien setzen bei Milch-Produkten weniger auf nationale Herkunft. Das ist das Ergebnis der Studie Global Brand Origin von Nielsen.

Frische-Produkte aus der Heimat

Ganz oben auf der Liste der Produkte, die die Österreicher am liebsten von nationalen Herstellern kaufen, sind Frische-Produkte wie Käse, Butter oder Milch (80%). Platz zwei belegt Mineralwasser (33%). Dennoch sind sie deutliche offener für Produkte aus anderen Ländern, als etwa Konsumenten in Griechenland (84%), Polen (81%) oder Rumänien (88%). „Die Zahlen zeigen, dass die Österreicher grundsätzlich offen für Produkte internationaler Hersteller sind. Das heißt jedoch nicht zwangsläufig, dass es ihnen egal ist, wo die Produkte herkommen“, erklärt Judith Kuiper, Geschäftsführerin von Nielsen Österreich. „Im Gegenteil, wir beobachten, dass viele Konsumenten zunehmend bewusst einkaufen und genau hinschauen, welche Eigenschaften ein Produkt hat.“

Globale Offenheit nimmt zu

Bei Produkten wie Körperpflege oder Kosmetik liegt Österreich sogar noch vor den Ländern, die vergleichsweise offen gegenüber internationalen Frische-Produkten sind, wie beispielsweise Großbritannien oder Spanien. Ein Beispiel: Nur für 14 Prozent der Österreicher sollte ein Putzmittel von nationalen Herstellern stammen, während in Estland 23 Prozent und in Griechenland 31 Prozent dieser Ansicht sind. „Alles in allem zeigt unsere Studie: Der Gaumen und die Gewohnheiten werden zunehmend globaler “, so Kuiper. „Das Mischverhältnis zwischen nationalen und internationalen Präferenzen, also dass man Milchprodukte lieber lokaler kauft, wird sich so schnell nicht ändern. Dennoch gibt es große Unterschiede im europäischen Vergleich.“ Auch bei Damenpflegeprodukten (8% national) und Mundhygieneprodukten (11% national) sind internationale Hersteller stärker gefragt. In der Warengruppe Getränke stechen vor allem Energy Drinks hervor, die nur acht Prozent der Österreicher von lokalen Herstellern bevorzugen. Ein ähnliches Phänomen ist bei haltbaren Lebensmitteln zu beobachten.

Vertrauensaspekt spielt eine große Rolle

Geht es um die Frage, wo die Österreicher ihre Lebensmittel am liebsten einkaufen, ergibt sich ebenfalls ein differenziertes Bild: So hat der Einkauf von frischen Lebensmitteln im Geschäft um die Ecke bei vielen Konsumenten Priorität. „In kleineren Geschäften ist die Herkunft der Produkte meist bekannt. Da spielt der Vertrauensaspekt eben auch eine große Rolle. Somit ist klar: Auch wenn globale Marken in anderen Segmenten gefragt sind, liegt gleichzeitig Regionalität stark im Trend“, resümiert Kuiper. Fast 80 Prozent der Konsumenten setzen auf Geschäfte in der Nähe und kaufen dort Obst und Gemüse ein. Auch beim Kauf von frischem Fleisch, Fisch, Eiern (64 Prozent) und Backwaren (68 Prozent) ziehen heimische Konsumenten lokale Geschäfte vor.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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